Kommentar

Post für Bundesministerin Kristina Schröder: Nicht meine Ministerin!

23.000 Menschen fordern: “Setzen Sie eine moderne Geschlechterpolitik durch. Oder machen Sie den Weg frei!”

Heute soll Ministerin Dr. Kristina Schröder Post bekommen. (Foto: Frank Hamm/flickr)

Heute soll Ministerin Dr. Kristina Schröder Post bekommen. (Foto: Frank Hamm/flickr)

Gesetzt den Fall Bundesfamilienminsterin Dr. Kristina Schröder (CDU) verdankte ihr Amt einer Frauenquote, wäre die Frau aus Hessen  gewiss nicht gerade ein Ausweis für die Notwendigkeit und Nützlichkeit dieser Quote. Oder doch?

Wie auch immer. Ausnahmen bestätigen ja bekanntlich die Regel. Jedenfalls sind sich hierzulande sogar über Parteigrenzen hinweg viele Menschen einig: Diese Frau – die einzig ins Kabinett kam, damit der hessische Landesverband der CDU in Berlin vertreten sei -  ist wohl mit Abstand das inkompetenteste Mitglied der schwarz-gelben Bundesregierung. Was etwas heißen will bei der dort versammelten geballten  “Fachkompetenz”!

Heute soll die Ministerin Post bekommen. Insgesamt 23.000 Menschen aus ganz Deutschland bescheinigen Kristina Schröder per Internet-Unterschrift: Sie sind nicht meine Ministerin!

Nun wird es Zeit, den Brief zu überreichen, verkünden die Initiatoren dieser Kampagne.
Am Mittwoch, den 9. Mai 2012 um 11 Uhr will man sich zu diesem Behufe an der Pforte des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Glinkastraße 24 in 10117 Berlin einfinden.

In einer gemeinsamen Pressemitteilung  …

… von Bündnis 90/Die Grünen Berlin, Mädchenmannschaft e.V., TERRE DES FEMMES e.V., Kegelklub / Piratenpartei und der Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratischer Frauen (ASF) heißt es:

“Über 22.000 Personen aus ganz Deutschland haben ihn (den Brief; d. A.)  im Internet auf  (“Nicht meine Ministerin”) inzwischen unterzeichnet. Am kommenden Mittwoch soll der Offene Brief an Bundesministerin Dr. Kristina Schröder überreicht werden. Die Initiatorinnen und Initiatoren wenden sich darin gegen Schröders Buch, ihre politischen Positionen zu Quote und Betreuungsgeld sowie ihren Rundumschlag gegen “Feministinnen”.”

“Wir fühlen uns von der für Frauen- und Familienpolitik zuständigen Ministerin Kristina Schröder nicht vertreten”, schreiben die Kritikerinnen und Kritiker – unter denen sich viele prominente Persönlichkeiten befinden. “Kristina Schröder lässt uns mit unseren strukturellen Problemen alleine und tut sie als individuelle Probleme ab”, heißt es an anderer Stelle.

Die Unterzeichnerinnen und Unterzeichner fordern, dass sich Schröder endlich ihrer Aufgabe als Frauen- und Familienministerin widmet: Rahmenbedingungen zu schaffen, die eine wirkliche Chancengleichheit von Frauen und Männern ermöglichen.
Schröders Projekte wie das Betreuungsgeld und die Flexiquote gehen in die falsche Richtung. Immer noch haben Frauen mit ungleicher Bezahlung, drohender Altersarmut aufgrund von Teilzeitarbeit, fehlenden Kitaplätzen und gläsernen Decken zu kämpfen. Die Unterzeichnerinnen und Unterzeichner appellieren an Ministerin Schröder: Schaffen Sie in Ihrer Funktion als Frauen- und Familienministerin gleiche Voraussetzungen für Frauen und Männer und setzen Sie eine moderne Geschlechterpolitik durch. Oder machen Sie den Weg frei!

Hintergrund: Zum Bündnis nichtmeineminsterin.de zählen unter anderem die Frauenrechtsorganisation TERRE DES FEMMES, der feministische Blog Mädchenmannschaft e.V., die Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratischer Frauen (ASF), der Kegelklub der Piratenpartei sowie der Berliner Landesverband von Bündnis 90/Die Grünen, der die Initiative gestartet hat.

Freuen dürfte sich die Ministerin gewiss nicht über die Post. Aber sie ist ja Kummer gewohnt: Erst vor Kurzem urteilte das Verwaltungsgericht Dresden, dass die von Schröder unterstützte Extremismusklausel (Vereine, die staatliche Zuschüsse beantragen, sollten – um diese zu bekommen – unterschreiben, dass sie in keiner Weise mit Extremisten in Zusammenhang stehen) “komplett rechtswidrig” ist.  Da der verlangte Nachweis nämlich in der Praxis kaum zu erbringen ist und Vereine Quasi-Bespitzelungen ohnehin strikt ablehnen, noch sie überhaupt in der Lage sind entsprechende  “Überprüfungen” anzustelllen, ist es in Sachsen seitens des Vereins AKuBiZ bereits zur Ablehnung eines Preises und den Verzicht auf Zuschüsse gekommen.

Hoffentlich hat Ministerin Kristina Schröder heute gut gefrühstückt, damit sie die 23.000 Unterschriften heil in ihr Büro Satiremagazins extra 3bekommt. Denkt man  jedoch an deren Reaktion auf die Überreichung einer Kittelschürze durch einen Reporter des  Satiremagazins extra 3 anlässlich der Vorstellung ihres Buches – das nebenbei bemerkt wie Blei in den Regalen der Buchhandlungen liegen bleibt -  (Schröder warf die Schürze wütend auf den Boden) wird sie aller Wahrscheinlichkeit auch heute wieder die beleidigte Leberwurst spielen und nicht an der Pforte “ihres” Ministeriums erscheinen bzw. einen Vertreter dorthin schicken …

Kommentare

Dieser Artikel hat 4 Kommentare.

  1. Schöner reißerischer Kommentar. Ich glaube nicht, dass die Politik von Frau Schröder von vielen Deutschen so negativ aufgenommen wird. Wenn sie sich z.B. die Umfragen zur Frauenquote anschauen, wird deutlich, dass diese von den meisten abgelehnt wird. Deswegen nochmal die Frage: Inwiefern sind Frauen in Deutschland wirklich benachteiligt? Und sind Männer in anderen Gebieten benachteiligt?
    Ich denke Frau Schröder wird auch heute gut schlafen können, denn diese Genderdiskussion ist an Lächerlichkeit kaum zu übertreffen.

  2. Ja Frau Schröder hat sich überschätzt ,Sie hat ein Buch geschrieben ,
    leider zu früh .Das wahre Leben für viele Bürger, sieht das leider anders aus.
    Ein junger Mensch hat oft eine rosarote Brille auf . Hatte ich auch , ich bin jetzt 67 Jahre alt und ich habe oft Abbitte leisten müssen .Das soll nicht heißen wenn man jung ist , ist man dumm .Das Umfeld ist noch zu klein .Eine Meinung zu vertreten ist gut ,aber gleich ein Buch darüber zu schreiben ,das ist Hochmut .
    Liebe Frau Schröder.
    Also erst den Kopf einschalten
    und dann ,
    ein Buch schreiben

  3. @ Claus Dieter Stille

    Das Betreungsgeld ist überfällig, Eltern, die ihre Kinder in den ersten drei Lebensjahren selbst erziehen keinesfalls rückständig! Eltern brauchen Wahlfreiheit! Ohne Betreungsgeld gibt es keine Wahlfreiheit sondern eine stattliche Zwangsbeteuung aller Kinder unter 3 Jahren!

    Wichtiger ist es, den kindererziehenden Eltern zu helfen, nach der Babypause ohne Karriereknick zurück in den Beruf zu kommen! Und es gibt auch hete noch viele Mütter (auch wenn dies Feministen bestreiten), die gar nicht wieder volzeit arbeiten wollen sondern Zeit für ihr Kind wünschen!

    Heute sind nicht mehr die Frauen gesellschaftlich benachteiligt sondern die Mütter! Wir brauchen wieder eine Politik für Mütter und für Familien!

  4. ich bin der gleichen Meinung wie olaf und ich freue mich,dass frau schröder endlich einmal politik im sinne des volkes und nicht für vertreter persönlicher interessen macht.
    Leider melden sich immer nur die Schreihälse.
    Nur weiter so rufe ich frau schröder zu, nur so wird die geburtenrate wieder steigen.