KOMMENTAR

Die PIRATEN – Basisdemokratie ist Programm

Das werden viele Menschen noch lange nicht verstehen. Selbst den meisten PIRATEN ist es noch nicht klar. Sie wollen sich derzeit in die „reale“ Politik einarbeiten. Und auch das ist Inhalt! Im Gegensatz zu vielen anderen erfahrenen Politikern wollen sich die Piraten in die Problematik erst einarbeiten bevor sie Stellung beziehen. Ist das so schlimm? Die klassischen Politiker nicken die verschiedenen Anträge und Vorlagen einfach ab oder sind grundsätzlich dagegen. Die PIRATEN wollen sich einarbeiten.

Nicht nur der EU-Vertrag oder der Rettungsschirm mit der Kürzel ESM wurde und soll in der klassischen Politik einfach so verabschiedet werden, ohne dass die meisten Abgeordneten mehr als Ahnung davon haben, worüber sie abstimmen. Die einen sind einfach dafür, die anderen dagegen und das allein scheint uns Klarheit zu vermitteln. Wir wissen wenigstens, wer dafür ist und wer dagegen. Und nur die raren Enthaltungen machen uns stutzig.

Worum es bei den Abstimmungen aber wirklich geht, weiß keiner so richtig.

Auch die PIRATEN werden bald die Schnauze voll haben

Ja, es gibt die Hoffnung, dass die PIRATEN bald die Schnauze voll haben werden. Davon, die Berge an dicht beschriebenem Papier durchlesen zu müssen. Das ist nämlich die Taktik der von den Lobbyisten gesponserten politischen Bürokratie. Damit es niemand nach bestem Wissen und Gewissen schaffen kann, die Papierberge durchzuwühlen, werden ungeheure Menge an beschriebenem Papier für die Abgeordneten produziert.

Eine klare Ablenkung von der eigentlichen Substanz. Ähnlich wir in den vielen alltäglichen Verträgen, wo das „Kleingedruckte“, das von entscheidender Bedeutung ist, in einem Ozean von substanzlosen Sätzen versteckt ist.

Was machen dann die PIRATEN?

Werden sie den Handtuch werfen? Oder werden sie die schwierige Aufgabe der Mama und dem Papa übertragen? Und ziehen sie auch die Tanten und die Onkels mit hinein?

Alle Bürger sollen den Mist lesen, sich darüber eine Meinung bilden und dann darüber Abstimmen!

Das könnte die berechtigte Reaktion der gestressten PIRATEN sein.

Wenn es die PIRATEN nicht alleine schaffen, die Forderung aufzustellen, dass alle Texte, die zur Abstimmung stehen, klar, sachlich und transparent sein müssen, lange Texte in einzelne Bereiche aufgeteilt werden müssen, über die dann EINZELN angestimmt wird, dann werden es halt die Bürger tun, sollten die PIRATEN den ganzen Stress auf die Bürger abwälzen wollen. Und die Mama und der Papa werden bei dieser Forderung womöglich am lautesten sein.

Die Überforderung der Politiker führt zwangsweise zur Basisdemokratie!

Die Politiker in den Parlamenten müssen doch die gigantische Berge an Arbeit nicht alleine bewältigen. Sie können mit den Bürger teilen. Genauso, wie es schon Jesus vor langer Zeit vorgeschlagen hat. Warum müssen z.B. immer nur die Abgeordneten über ihre Bezüge oder Diäten abstimmen??? Die Bürger können es doch genauso tun! Und sie erleichtern damit den Abgeordneten ihre Arbeit.

Die Politiker haben sich einfach übernommen. Sie muten sich Aufgaben zu, für die sie gar nicht zuständig sind. Es sind die Wähler, es sind die Bürger, die darüber entscheiden müssten, wie viel sie den Politikern für die mühsame Arbeit zahlen wollen. Und was, wenn die Politiker während der Tarifverhandlungen mit den Vorschlägen der Bürger nicht einverstanden sein sollten und einen wochenlangen Streik organisieren?

Dann müssten halt die Bürger die ganze Arbeit selbst machen, damit der Staat funktioniert. Und das wäre dann die praktizierte Basis-DEMOKRATIE.

Kommentare

Dieser Artikel hat 17 Kommentare.

  1. “Die Politiker in den Parlamenten müssen
    doch die gigantische Berge an Arbeit nicht
    alleine bewältigen. Sie können mit den
    Bürger teilen.”

    Lieber Herr Albern, das tun Sie doch schon, auch wenn es nur die “Lobby”-Bürger sind.
    Da entwirft eine bekannte Steuerberatungs- und Anwaltssozietät in NRW’s Hauptstadt, die Steuergesetzgebung und der Administrator des Netzwerkes mit dem SPD Parteibuch, der ALLEN Regierungen Treue geschworen hatte, war Staatssekretär im Ministerium der Finanzen und gleichzeitig der “Netzverwalter”.
    Wenn das nicht überparteiliche Demokratie ist? Ha,ha!

    • Lieber hma.tornow, können Sie dazu einen Artikel schreiben? Und Sie könnten die Piraten auf den Artikel auch aufmerksam machen.
      Das könnte man dann politische Basis-Arbeit nennen…

      • Dazu müsste ich allerdings Herrn Markwort anbaggern. Der hatte seinerzeit die Recherche veranlasst und den Artikel verfasst.; auch hatte ich auf diesem Portal schon einmal darüber berichtet.
        Leider kann man auf die alten Berichte nicht mehr zugreifen und in meinem Alter ist das Kurzzeitgedächtnis schon stark angegriffen und ich möchte daher nicht im Trüben fischen. Kann also etwas dauern.

        – Aber ich will tun, was ich vermag dazu beizutragen, dieser Hydra mit ihren Verflechtungen, durch Aufklärung, wenigstens einen Kopf, wenn auch nur kurz, wegen des ständigen Nachwachsens, so aber doch lautstark, abzuschlagen.

        ( ein Hoch auf die grammatikalischen Appositionen)

        • Das ist lieb von Ihnen, @ hma.tornow, was Sie noch alles wollen.

          Können Sie sich an den Titel Ihres Artikels erinnern? Liegt der noch in ihrem Computer?
          Dank dem Titel wäre er bei readers-edition womöglich zu finden…

          • Nein, selbst Ironie kann nicht als Stimulanz für mein altersbedingtes, schwaches Kurzzeitgedächtnis dienen.
            Ich archiviere meine Berichte nicht, um mich vielleicht später möglicherweise daran noch berauschen zu können. Ich weiß daher auch die Zusammenhänge nicht mehr, die mich seinerzeit veranlassten, zu dem Thema Stellung zu beziehen.

            Mein Archiv sind allein Tagesthemen und Notizen, die mir wichtig erschienen und oft auch zusammenhanglos seit ca. 40 Jahren gesammelt wurden und denen mein Gedächtnis, ebenfalls altersbedingt, näher steht, so dass Assoziationen zu bestimmten Themen, den Klick auslösen; immer nach der Devise . . – da war doch noch etwas?

            Meine Aversion gegen die so viel beschworene “demokratische Ausübung deutscher Politik” unserer Parteien, deren Einer ich selbst aktiv angehörte, beruht auf der absolut undemokratischen Ämterpatronage und den Listenplätzen. Von der Heuchelei der meisten unserer Abgeordneter einmal ganz abzusehen!

  2. “Dann müssten halt die Bürger die ganze Arbeit selbst machen, damit der Staat funktioniert. Und das wäre dann die praktizierte Basis-DEMOKRATIE.”

    Schön ausgedrückt. Aber Jesus war Anarchist/Basisdemokrat. Und was ist dabei herausgekommen? Die Kirche und der Vatikan, die langlebigste Diktatur der Welt.

    • Für die langlebigste Diktatur der Welt trägt Jesus keine Verantwortung, sondern die Diktatoren. Wie auch Karl Marx für die spätere Diktaturen keine Verantwortung trägt.
      Wir Menschen machen halt, was wir wollen, selbst wenn wir dabei unmittelbar Jesus oder Karl Marx anbeten.
      Und einige Menschen sind dabei, was sie das wollend machen, etwas erfolgreicher als die anderen. Das muss nicht unbedingt zu einer Diktatur führen, es ist aber ein guter Weg dahin…

    • Übrigens, @ Ronin, Deine Gedankengänge irritieren mich.
      Jesus dachte einfach laut nach, genauso wie Karl Marx. Meinst Du, dass wenigstens die beiden lieber gar nicht laut nachdenken sollten, damit keine Diktaturen entstehen?

      Das würde doch zum Verbot der Meinungsäußerung führen – wenigstens für ausgesuchte Persönlichkeiten…

      Und diejenigen, die Müll reden, könnten ruhig weiter reden, das scheint nicht so gefährlich zu sein.

      Was wir mit verschiedenen Ideen machen und welche Machtverhältnisse wir unter dem Vorhang mancher Ideen bilden, ist doch allein UNSERE Verantwortung. Und sind wir zu schwach, wie es auch die Menschen waren, welche die Entwicklung der päpstlichen Diktatur nicht verhindern konnten, sondern gezwungener Maßen – z.B. aus Angst vor dem Höllen-Feuer akzeptierten, dann werden wir wieder in einer missratenen “Euro-Demokratie” leben müssen, die sich immer mehr zu einer postulierten Diktatur entwickelt.

      • @ Albern

        “Deine Gedankengänge irritieren mich.
        Jesus dachte einfach laut nach, genauso wie Karl Marx. Meinst Du, dass wenigstens die beiden lieber gar nicht laut nachdenken sollten, damit keine Diktaturen entstehen?”

        Im Gegenteil. Nur die Leute, die sie zu Heilsbringern hochstilisiert haben, hätten es lieber selbst mal mit Nachdenken versuchen sollen, statt die Gedanken anderer nachzubeten.

        • Aber tun wir das nicht immerzu: die Gedanken anderer nachbeten?
          Jeder hat da seine Vorlieben……….
          Übrigens: Jesus war damals der Meinung, es sei eine gute Idee, Ihm nachzugehen.
          Er ging dann schon mal vor,vielleicht zu schnell, so konnten wir ihm leider nicht auf dem Fuße folgen und verhedderten uns im Laufe der Zeit.Das kann man dann als selbständiges Denken bezeichnen,gell?

          Was ich sagen will, ist dies: alles wurde schon mal gedacht und gesagt.Wir variieren nur noch.Aber, sollte jemand mal etwas völlig originelles, noch nie gesagtes aussprechen, würde er garantiert verketzert.Auch damit hatte Jesus Erfahrung.

          Die Piraten bedienen sich auch bei dem, was andere schon mit weit besserer Performance aufgeführt haben.
          Die Freigabe von Drogen hat die Flower-Power Generation nicht nur gefordert, sondern sogleich inszeniert.Sie dachten tatsächlich, im Drogenrausch sei die Welt eine bessere:Make love, not war!
          Wir wissen, dass der Arzt in den meisten Fällen zu spät anrückte.

          Als seltsame Nachfahren und Nachbeter einer Generation der Aussteiger, ist es den Piraten allerdings gelungen, ihre Ideen in den Pool der politischen Mitverantwortung zu werfen.Dort werden sie aller Voraussicht nach “unschädlich” untergehen oder so modifiziert, dass sie “gesellschaftstauglich” werden.Das ist auch Demokratie, oder?

          • Ach, @ Cat, ich bin langsam so alt, dass es mit egal ist, wie die Welt demnächst aussieht und ob es die “PIRATEN” in welcher Form auch immer in ein paar Jahrhunderten noch geben wird.
            Wie ich schon schrieb, es handelt sich um eine NEUE GENERATION, und die wird immer wieder kommen, gleich unter welcher Flagge oder welchem Vorzeichnen. Schließlich schreibst Du darüber. Nur Du unterscheidest dabei die eine Generation sorgfältig von der anderen…

            Ich sehe eher die Gemeinsamkeiten, den Aufbruch zu “neuen Ufern”, weg von dem erzieherischen Opportunismus, der JEDE Generation in ihrer ENTWICKLUNG behindert, weil er nicht nur die Entwicklung, sondern vor allem auch deren ERGEBNIS vorschreibt.

            Und die “neuen Generationen” lernen voneinander, werden immer erfahrener und gebildeter. An der Generation der “PIRATEN” ist eine Neuigkeit auffällig, nämlich dass sie sich nicht in eine Nische zusammenziehen, um dann in der “bürgerlichen” Welt wieder zu untergehen, sondern dass sie der konformen bürgerlichen Welt eine politische Konkurrenz bilden wollen direkt in den Burgen der “väterlichen Macht” – in den Parlamenten. Das haben sie natürlich von den Grünen abgeschaut.

            Also fixiere Dich @ Cat nicht auf die Drogen, schau dich mal gründlicher um:
            http://www.piratenpartei.de/partei/landesverbaende/
            http://www.piratenpartei.de/

            Natürlich ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass die PIRATEN auch in den Parlamenten “verbürgerlichen”, die Anpassungsfähigkeit der “normalen” Menschen ist praktisch unbegrenzt, nur die Autisten und andere “Behinderten” kommen bei der Anpassung nicht so richtig mit und deswegen werden sie ausgegrenzt, ohne sich selbst aufwendig abgrenzen zu müssen…
            Aber die “neue Generation” der Piraten macht halt wie jeder Generation davor vor allem neue ERFAHRUNGEN, die für die nächste Generation nützlich sein werden.

            Und – was von großer Bedeutung ist und den älteren Generationen wegen ihrer Gelassenheit immer wieder entgeht – der Einfluss der “neuen Generationen” verändert IMMER in den verschiedensten Kleinigkeiten auch die Generation der Mütter und Väter. Deswegen ist es gut, dass diese so gelassen bleiben und deswegen nichts merken. Sonnt würden sie den wohltuenden Einfluss ihrer Kinder womöglich noch wahrnehmen.

            Und das ist eigentlich gar nicht notwendig. Es reicht, dass sich auch die selbstherrliche Generation der Älteren beeinflussen lässt, ohne es zu merken. So entwickelt sich dann die ganze Gesellschaft.

            Schau Dir @ Cat Länder an, in denen die jungen Generationen immer erfolgreich konform gemacht werden: Zum Beispiel die ganze arabische Welt. Und denke dabei nicht gleich an Drogen, wenn Du zufällig auch Afghanistan dazu ziehen solltest.

            So lange die Generation der Mütter und der Väter mit großer Macht festlegen kann, was gut und erstrebenswert sei, kann sich die Gesellschaft nicht entwickeln, sondern bleibt so zu sagen traditionell. Erinnere Dich doch an das Mittelalter, wie lange es gedauert hat. Wie vollkommen die Vorstellungen und Werte des Mittelalter waren, so dass sich nichts Neues entwickeln konnte…

  3. Sehr geehrter Herr Albern,
    sehr geehrte (bhsherige) Kommentatoren,

    bei diesem Artikel und diesen Kommentaren drängt es mich zu empfehlen:

    Bitte, lesen Sie und die Kommentatoren meine beiden Essays

    “Irreal und nicht auszurotten?” und

    “Demokratie – Der zerschwätzte Begriff” .

    MIt freundlichem Gruß

    Bert Steffens
    Freier Philosoph
    Andernach

    P. S.: Meine Empfehlung geht natürlich auch an die PIRATEN.

    • @Albert, die Zukunft gehört der Neuen Generation, immer wieder……..
      Und die Piraten sind derzeit deren augenfälligste Verkörperung.
      Sie geben neue Impulse in die Gesellschaft, so sehe ich als “Elternteil” ihre Wirkungsweise.”Drogen” sind hier nur das Beispiel dafür, dass ich als Angehöriger der älteren Generation, nicht alles gutheiße, was die “Jungen” veranstalten.So findet “Lernen” in beide Richtungen statt.
      Die Chance politischer Teilhabe “zahlen” die Piraten sehr wahrscheinlich mit dem Verzicht auf einige ihrer “mutigsten” Visionen.
      Das ist weit entfernt von totalitären Szenarien in der arabischen Welt, wo Jugendkultur nur in versteckten Kellergewölben stattfinden kann.
      Ich habe mich über das Auftauchen dieser neuen Partei gefreut und auch, dass sie sich in NRW erfolgreich ins Parlament gearbeitet hat.
      Das schöne ist, dass auch die Zukunft der Piratenpartei offen ist.Und ich wünsche den Piraten, dass sie zulassen können,nicht nur die Gesellschaft verändern zu wollen, sondern auch sich selbst.

  4. @ Albern

    “Und das ist eigentlich gar nicht notwendig. Es reicht, dass sich auch die selbstherrliche Generation der Älteren beeinflussen lässt, ohne es zu merken. So entwickelt sich dann die ganze Gesellschaft.”

    Schön ausgedrückt. Wie selbstherrlich war ich gegenüber meinen Eltern, und wie sehr habe ich ihre Weltsicht verändert, ohne es richtig zu bemerken. Vermutlich waren sie ein wenig weiser, als ich ihnen damals zugetraut hätte. Und hoffentlich kann ich auch so weise sein.

    • Schöne Einsicht, @ Ronin…
      Es ist immer eine schwierige Frage, ob wir Einsicht üben oder Erziehungsmaßnamen einsetzen.