(Foto: Niccolò Caranti/flickr)
Und auch in dem gegenwärtigen Finanzsystem, das sich mehr oder weniger erfolgreich außerhalb der demokratischen Grundordnung bewegt, sind die Banken zu Feudalherren mit Sonderrechten herangewachsen, die nach der dienlichen Solidarität des Staates rufen. Weil das Finanzsystem, so wie es ist, jederzeit einen schrecklichen Chaos verursachen kann, müssen sich die Staaten gegenüber dem Finanzsystem solidarisch erklären.
Das gemeinsame Haus Europa
Wenn man heutzutage, in unserer modernen Zeit, einen Haus bauen will, muss man viele Vorschriften und Auflagen beachten. Ein großer Teil davon gilt der Sicherheit des Hauses, seiner Festigkeit und Beständigkeit bei Wind, Regen und Erdbeben. Ein Haus darf nicht so einfach auf die Köpfe seiner Bewohner zusammenbrechen, das lassen die Bauvorschriften nicht zu. Und auch Feuertreppen und Notausgänge sind in den Häusern vorgeschrieben, zumindest in solchen, die fast so groß sind wie Europa.
Ich habe keine Ahnung davon, warum bei dem Bau des gemeinsamen „Hauses Europa“ ausgerechnet die auf Sicherheit bedachten Bauvorschriften von fast allen Politikern missachtet wurden. Na ja, das „Haus Europa“ ist noch nicht richtig erkennbar, nur das Grundgerüst – die gemeinsame Währung, ragt mit all ihren Auswüchsen hoch über unseren Köpfen.
Noch schlimmer: Bei dem Euro wurden nicht einmal die kausalen Rahmen-Bedingungen einer Währung bedacht und schon gar nicht überdacht: Z.B. die Haushaltspolitik einschließlich der jeweiligen Steuereinnahmen. Diese Rahmenbedingungen konnten von jedem Teilnehmer unter den Euro-Staaten praktisch in seinem eigenen Wohnzimmer beliebig gestaltet werden.
Es brennt, es brennt…!
Und wir stellen Fest, das es in dem gemeinsamen „Haus Europa“, das eigentlich nur aus dem Euro besteht, weder Feuertreppen noch Notausgänge gibt. Über all diese sicherheitsnotwendigen Maßnahmen wird erst während des ausgebrochenen Feuers diskutiert und nachgedacht. Und die Politik ist so sehr mit der Rettung des Hause namens Euro beschäftigt, dass sie auf die Sicherheit der Bewohner gar nicht achtet. Die Politik glaubt, wenn sie das Haus rettet, sind auch die Bewohner gerettet.
Es brennt, es brennt, und die verkohlten Leichen sind halt nur ein Kollateralschaden in dem Kampf um die gemeinsame Währung. So leicht kann aus friedlichen Bauarbeiten ein erbitterter Krieg werden. Man muss sich nur über alle Sicherheitsvorschriften hinwegsetzen und dann funktioniert der Chaos schon ganz von alleine…
Und wir müssen mit großer Überraschung feststellen, dass es sogar bei der Titanic mehr funktionierende Rettungsbote gab als bei dem Euro.
Das Geld soll den Menschen dienen!
Genauso wie auch die Stromleitungen den Menschen dienen sollen, neuerdings auch „Verbraucher“ genannt. Wenn aber die Stromkonzerne den Ausbau der Stromleitungen und oft auch die Instandhaltung vernachlässigen, weil sie der festen Meinung sind, dass die Stromleitungen vor allem ihnen, den Stromkonzernen dienen sollen, dann werden halt die Stromleitungen so behandelt, dass sie irgendwann den Menschen nicht mehr richtig dienen können.
Und wenn das sogenannte „Finanzsystem“, also die Banken und Schatten-Banken, die Hedgefonds und die Spekulanten der festen Meinung sind, dass das Geld nur ihnen dienen soll und vor allem die Schmutzarbeit erledigen muss, dann brennt es im Hause EURO. Weil jeder das Recht hat, sich eigene freie Meinung zu bilden, also auch die Banken und Schatten-Banken, die Hedgefonds und die Spekulanten, dürfen sie mit ihrem(???) Geld praktisch alles machen, was sie wollen.
Braucht das „goldene Kalb“ irgendwelche Vorschriften?
Wer will, der darf sich den politischen Unterschied zwischen den Stromleitungen und dem „Finanzsystem“ bewusst machen: Für die Stromleitungen gibt es viel mehr Vorschriften, auch Sicherheitsvorschriften, als für das Finanzsystem. Bei dem Strom achtet die Politik darauf, dass er sicher bei den Menschen ankommt. Bei dem Geld scheint es nicht so wichtig zu sein, wo es ankommt…
Mann könnte dabei auf den Verdacht kommen, dass die Politiker die BEDEUTUNG des Geldes noch nicht so richtig begriffen haben. Obwohl viele von Ihnen das Geld regelmäßig anbeten. Wie das Goldene Kalb. Und genau das könnte der Grundfehler der Politiker sein. In dem sie das Geld anbeten, anstatt mit dem Geld so umzugehen, dass es den Menschen auch wirklich dient.
Allein deswegen scheint die Politik unfähig zu sein, dem Geld Gesetze auferlegen. Das Geld in gesetzliche Bahnen zu leiten. Natürlich könnten die Politiker dabei auch Fehler machen, wenn sie den verschieden Geldflüssen Regeln vorschieben sollten. Weil sie wegen den regelmäßigen Gebeten zu dem „Lieben Geld“ es gar nicht wagen, über das Geld nachzudenken.
Aber:
DIE GRÖBSTEN MÖGLICHEN FEHLER HABEN DIE POLITIKER BEREITS GEMACHT!
Wovor sollen wir also noch Angst haben? Dass es noch schlimmer sein wird? Ja, die Titanic ist ganz schlimm untergegangen! Und der Euro ist auch nicht mehr steuerbar. Wie die Titanic. Weil die Politiker das Ruder längst aus der Hand gegeben haben. Sie pumpen nur noch Unmengen am heißen Wasser in verschiedene Kanäle, über die sie KEINE KONTROLLE haben. Der ESM und der Fiskalpakt sind zum Beispiel diese Kanäle. Die Politiker wollen damit ihre Verantwortung an eine „höhere Macht“ abgeben.
Um dann wahrscheinlich eine ehrliche, aber machtlose Opposition gegenüber dieser selbstkonstruierten Macht zu üben.
Was ist zu tun? Die Rettungsbote bereit machen…
Erstens:
Jeder Staat muss als Sicherheitsnetz oder Feuertreppe einen EIGENEN und einfachen Finanz- und Bankensystem organisieren und aufbauen. Denn ohne Rettungsbote gibt es keine Rettung! (Die Statten dürfen dabei natürlich voneinander abschauen und abschreiben und dadurch lernen, wirkliche Gemeinsamkeiten zu finden.)
Zweitens:
Jeder Euro-Staat gibt eigene „Euros“ heraus, eine eigene Währung, die sich deutlich von dem gemeinsamen Euro unterscheidet, aber an den Wert des bisherigen Euro anknüpft. Das wird die „Finanzmärkte“ zwar etwas verirren, aber das ist auch gut so. Auch die „digitale“, also nur in Zahlen gehaltene neue Staatswährung muss klar gekennzeichnet sein, um sie von dem alten, gemeinschaftlichen Euro UNTERSCHEIDEN zu können. Dann können sich die Finanzmärkte nicht mit der eigenen Verwirrung herausreden.
Die neuen Staatswährungen sollen PARALLEL zu dem bisherigen Euro in Umlauf gebracht werden, ohne den Euro abzuschaffen!
Wie sich dann der Wert der jeweiligen staatlichen Währung, (kann weiterhin als „deutscher“ oder „griechischer“ Euro genannt werden), in der Folgezeit entwickeln wird, ist eine überschaubare und weniger gefährliche Geschichte. Es ist auch EGAL, wie sich der Wert des bisherigen, gemeinschaftlichen Euro gegenüber den nationalen „Euros“ entwickeln wird. Die „Finanzmärkte“ müssen selbst darüber entscheiden, ob sie eine Inflation und damit riesige Verluste für sich selbst in Gang setzen wollen.
Drittens:
Abschaffung der Staatsschulden!
Das bedeutet, dass jeder Staat nur noch Schulden bei der EIGENEN Zentralbank machen darf. Natürlich können sich die Euro-Staaten je nach Bedarf diesem Grundsatz widersetzen oder ihn ignorieren. Diese Staaten sind dann halt zu bemitleiden. Weil JEDE Zentralbank das Geld nicht wirklich braucht, sondern nur ausgibt, ist die „Rückzahlung“ der Staatsschulden an die Zentralbank eigentlich kein Problem.
Staatsschulden sind Steuern! Staatsschulden sind Steuern, die irgendwann eingetrieben werden müssen, damit die Staatsschulden zurückbezahlt werden können. Mit den Zinsen oben drauf! Die bisherigen Staatsschulden sind also nur künstlich verteuerte Steuern. Und jede Neuverschuldung ist eine versteckte Steuererhöhung! Mit den Zinsen oben drauf.
Niemand hat das Recht, die Steuern in den Staatsschulden zu verstecken, um sie dadurch nur noch teurer zu machen! Daher sollten in allen betroffenen Staaten die Bürger darüber entscheiden, ob und in welchem Umfang die alten „Euro-Schulden“ ihrer Staaten abbezahlt werden.
(Natürlich können sich auch die Politiker das Recht für sich herausnehmen, über die Köpfe der Bürger selbst darüber zu entscheiden. Dann stellt sich aber dringend die Frage, warum sie eine „höhere Macht“ mit dem ESM und dem Fiskalpakt konstruieren wollen, wenn sie die berechtigte Macht der Bürger sowieso gekonnt ignorieren. Ignoriert die Politik womöglich deswegen das Recht der Bürger, um sich eigene Rechte herausnehmen zu können? Der Beantwortung dieser Frage werden die Politiker bald nicht mehr entfliehen können. Jedes Kind weiß, wer die Titanic gerade ins Verderbnis führt.)
Wohlstand ohne Schulden
Die Abschaffung der Staatsschulden muss den bisher ERREICHTEN „Wohlstand auf Pump“ sichern! Es wäre absurd, diesen Wohlstand wegen der Rückzahlung der Staatsschulden ABZUSCHAFFEN! Und falls ein ehrlicher Politiker oder eine ehrliche Politikerin keinen Wohlstand mehr auf Pump haben will, dann sollten diese ehrlichen Politiker SELBST darüber nachdenken, wie man Wohlstand ohne Schulden schafft! Denn bislang hat es nicht funktioniert. Und die Politiker sollten sich von den „Wachstums-Experten“ in das Nachdenken nicht hinein quatschen lassen! Denn das Ergebnis der bisherigen Ratschläge der „Wachstums-Experten“ sind die gigantischen Staatsschulden!
Das Wachstum ist auch ohne den gemeinschaftlichen Euro machbar. Aber ohne das Geld ist das Wachstum schwer möglich. Also müssen die Politiker das Geld dazu bringen, den Wohlstand für ALLE Bürger zu generieren, OHNE dass sich die ganze Welt verschulden muss.
Gegenüber WEM verschuldet sich eigentlich die ganze Welt so bereitwillig?
Auf jeden Fall nicht gegenüber Gott. Für die Nutzung der Erde müssen wir weder Miete noch Zinsen zahlen! Nicht an Gott…
Kommentare
Schreibe den ersten Kommentar für diesen Artikel.