KOMMENTAR

EM-Endspiel ohne Euro? Tscherwonez gegen Krone: Ein prima Kampf

Sparen, sparen, sparen soll die oberste Fußballerin der Nation der deutschen Mannschaft mit auf den Weg gegeben haben und die Jungs sind der Merkel-Weisung in ihrem ersten Spiel der Fußball-Europameisterschaft auch gefolgt: Gegen Portugal habe sie vorne mit den Toren gespart und hinten mit Bewegung und in der Mitte am Konzept. Und Schweinsteiger sparte sich vollständig, brav der Bub.

Die Portugiesen sind, hatte der Finanzberater der Mannschaft gesagt, ohnehin bald wieder beim Escudo, da solltet ihr keinen guten deutschen Cent investieren. Immer wieder wurde während des Spiels gefragt, ob denn der deutsche Trainer nicht noch bessere Leute auf der Bank hätte, aber seit die Transaktionssteuer auf Spielertransfers droht, bewegt sich auch auf der Ersatzbank immer weniger.

Ja, darf der Russe das denn, soll die DFB-Obrigkeit gefragt haben, einfach mir nichts, Dir auch nichts, ein fast mitteleuropäisches Land wie die Tschechen wegputzen?

Und dann auch noch 4:1! Die Tschechen wollen doch demnächst den Euro einführen und die Russen haben nicht einmal eine eigene Finanzkrise, da wäre ein bisschen Bescheidenheit auch im Fußball angebracht, die mit ihren schäbigen Tscherwonzen?! Wer zahlt denn die halbe Europameisterschaft, häh? – Wahrscheinlich mutmaßt der deutsche Kritiker, dem im “Spiegel” einfiel, dass die Russen die Tschechen “eiskalt demontiert” haben, zahlen die Oligarchen letztlich besser.

Zwei Länder auf dem Weg aus der Euro-Zone: Spanien gegen Italien, das konnte ja nicht gut gehen: Bei spanischen Papieren liegt die 10-Jahresrendite bei 6,5 Prozent, bei italienischen Staats-Anleihen liegt der Zinssatz bei 6 Prozent, da haben wir wohl auf dem Platz die letzten Zuckungen erlebt. Diese Südländer sind derartig ungenau, dass sie nicht einmal einen eindeutigen Gewinner herausspielen konnten, die Vorstellung endete 1:1. Da nutzt es dann auch nichts, wenn das Spiel selbst ansehnlich war: In Schönheit sterben war schon immer die Devise der Mittelmeer-Anrainer.

Dass ausgerechnet die Dänen ihre Krone noch nicht gegen den Euro haben austauschen wollen, machte die Prognose vor dem Spiel Niederlande – Dänemark völlig einfach: Die Börse notierte die holländische Euro-Mannschaft gegen die Kronen-Krampen schon als Sieger. Nach dem Spiel für die Dänen sah es genau anders aus: Sofort sackte der Euro wieder um ein paar Punkte, hie und da sprach man schon von der Flucht in die Krone, Morten Per Olsen, der dänische Trainer, wird seit dem Spiel auf dem Transfermarkt hoch gehandelt, Bayern München soll sich für ihn interessieren, aber er will sein Gehalt nur in Kronen ausgezahlt bekommen, die Verhandlungen laufen noch.

“Boring England (Langweiliges England)”, mokierte sich die französische Zeitung “L’Équip” auf Englisch über die englische Mannschaft die 90 Minuten mauerte und trotzdem ein 1: 1 erzielte. Euro gegen Pfund: Zwei kranke Währungen, die sich auf dem Platz nicht weh tun wollten, sollte man meinen, aber wer sich dran erinnert, dass die englische Führungsschicht im 9. Jahrhundert aus der französischen Normandie kam, der ahnt was hinter dem schrecklichen Spiel stehen könnte: Wenn Frankreich aus dem Euro flieht wird es in England um Asyl nachsuchen.

Ein Sieg der Ukraine über die Schweden hätte aus zwei Gründen verboten sein müssen: Ersten bekommt man für einen Euro immer noch nur 10.127 Hryvnja (schon der Name der Währung ist schrecklich) und zweitens, wenn die Ukraine im Endspiel gegen Deutschland steht, dann kann weder der Bundespräsident noch die Kanzlerin kommen, haben sie gesagt. Da könnte doch so ein Gastgeberland mal höflich sein und alle Spiele gegen Euro-Mannschaften verlieren, oder? Allerdings, wenn die Kanzlerin nicht kommt und gute Ratschläge gibt, dann steigen die Chancen auf einen Sieg der Deutschen beträchtlich.

Griechenland (noch Euro) gegen Polen (bald Euro): Unentschieden!

Ist das schon ein griechischer Vorgriff auf die Drachmen-Zeit? Wollen die Griechen uns mal zeigen was eine hellenische Harke ist? Alle Fußballsachverständigen hatten sie doch längst als Opfer ausgemacht: Zu alt, zu sehr durch Otto Rehhagel geschädigt. Aber auch hier, so schreibt der Kicker, war wieder einer “eiskalt”, weil der eingewechselte Spieler Salpingidis so sein Tor gegen Polen gemacht habe. Eiskalte Russen, eiskalte Griechen, deutet sich, über die orthodoxe Kirche angebahnt, eine Achse Athen-Moskau an? Rettet sich die Drachme nach Gasprom? Wird die Akropolis der zweite Kreml?

Fragen über Fragen. Sicher darf man sein, wenn das Endspiel der EM Tscherwonez gegen Krone heißen sollte, ist ordentlicher Fußball zu erwarten. Und das Ende des Euro.

Kommentare

Schreibe den ersten Kommentar für diesen Artikel.