JUGENDKULTUR

„Sondaschule“, „Supershirt“ und „Kniffler’s Mum“ – Rottershausen lädt zur Mega-Party!

Nur noch wenige Tage, dann heißt es wieder „… und ab geht die Lutzi“. Gut ein Jahr lang haben die fleißigen Organisatoren hinter den Kulissen gewerkelt, um den Musikfreunden der Region erneut ein abwechslungsreiches Festival zu bescheren. Wenn am frühen Abend des 16. Juni die ersten Klänge in Rottershausen aus den Boxen schallen, dann ist das Gros der Arbeit eigentlich schon erledigt. Dani Strassner, Mit-Organisatorin und zuständig für Bands und Booking, verrät, was die Besucher in diesem Jahr erwartet, wie viel Arbeit wirklich hinter einem solchen Event steckt und was das Fest zu einem Event mit echtem Alleinstellungsmerkmal macht.

Aller guten Dinge sind drei: In diesem Jahr steigt zum dritten Mal „… und ab geht die Lutzi“. Welche Aspekte im Festivalkonzept sind neu und was hat sich bewährt?

Bewährt hat sich eigentlich das gesamte Konzept. Ein “Dorffest” als Festival mit Livebands – Ich kenne keinen anderen Ort hierzulande, der das in dieser Form auf die Beine stellt. Auf der Rockstage gibt es in diesem Jahr wieder sehr Pop-Punk-Ska lastige Musik. Durch bekannte Acts wie „Sondaschule“ und „Supershirt“ wird das Ganze auch noch um einiges “größer” – auch hinter den Kulissen. Je professioneller und prominenter die Band, desto mehr gilt es zu beachten und mehr Aufwand wird auch betrieben. „Supershirt“ ist für mich jedenfalls definitiv ein Highlight. Da ist viel elektronische Musik mit drin, ähnlich wie etwa bei „Frittenbude“, eben typisch für das Label „audiolith“. So etwas gab es auf der „Lutzi“ bisher noch nicht. Die Band ist ungewöhnlich für eine Rockstage und ich bin gespannt, wie sie vom Publikum aufgenommen werden.

Die HipHop-Area wird jedes Jahr größer. Anfangs war es nur in einer offenen “Garage”. Beim zweiten Mal wurde ein Zelt angebaut, welches dann aus allen Nähten geplatzt ist. Jetzt zum dritten Event wurde die Area noch einmal vergrößert. Die Garage ist jetzt der Backstage für die Bands und die HipHop-Bühne selbst ist ein noch größeres Zelt gewandert. Übrigens, zum ersten Mal sind dort Bands mit Instrumenen und nicht nur mit MCs und DJ zu sehen. Eine davon, „Kniffler’s Mum“, kommt sogar aus Stuttgart angereist. Bisher kamen die Acts alle aus der Gegend – jetzt wird der Rahmen also auch hier um einiges erweitert ohne, dass die hiesige HipHop-Gemeinde auf ihre lokalen Größen verzichten muss.

Ebenfalls neu ist der Ticketvorverkauf. Auch der wurde bisher sehr gut angenommen. Mit von der Partie ist in diesem Jahr auch ein alter Bekannter. DJ Chainsaw wird dem Publikum nach den Bands noch ordentlich einheizen.

 

Die Premiere war für den organisierenden FCE Rottershausen und das JUZ Rottershausen ein Riesenerfolg. Im Jahr darauf konnte die Gemeinschaftsarbeit zwischen Jung und Alt noch einmal nachlegen und mehr als 2000 Besucher anziehen. Wie hoch ist in diesem Jahr also der Erfolgsdruck?

Wir erwarten definitiv mehr Besucher und vor allem richtig gutes Wetter. Die Organisatoren bekommen immer wieder Feedback von ihren Besuchern. Vor allem auf „Sondaschule“, „Supershirt“ und „Kniffler’s Mum“ freuen sich die Leute derzeit am meisten. Das wird sofort klar, wenn man in das Gästebuch der Festival-Homepage und auf die dazugehörige Facebook-Präsenz schaut.

Von Erfolgsdruck als solchem würde ich persönlich übrigens nicht sprechen. Die letzten beiden Jahre haben gezeigt, dass das Konzept funktioniert und auch in diesem Jahr sind die Vorbereitungen akribisch angelaufen. Die Werbung ist überdies gut organisiert. „… und ab geht die Lutzi“ ist in den Köpfen der Leute absolut präsent. Einzig Petrus könnte uns wirklich einen Strich durch die Rechnung machen.

 

Gibt es dennoch bestimmte Erwartungen, die es zu erfüllen gilt?

Natürlich. Vor allem zwei Aspekte vor und hinter den Kulissen sind uns besonders wichtig: Zum einen sollen die Künstler eine angenehme Atmosphäre erleben und uns in guter Erinnerung behalten. Sie tragen unseren Ruf genauso weiter, wie es die vielen Besucher tun. Auch das ist wichtig für die Reputation des Festivals. Zum anderen steht natürlich im Vordergrund gemeinsam einen wunderbaren Abend zu erleben, der unsere Gäste am Ende zufrieden nach Hause gehen lässt.

 

Du hast es schon erwähnt: 2012 sind Szenegrößen wie „Sondaschule“, „Destination Anywhere“ – übrigens erst kürzlich bei Rock am Ring – oder auch Kniffler’s Mum mit an Bord: Wie entsteht ein solches Lineup und wann beginnen in Rottershausen eigentlich die Planungen?

Die Planungen beginnen super früh. Das aktuelle Festival ist noch nicht einmal richtig zu Ende, da wird schon die nächste Veranstaltung geplant. Das Buchen der Bands läuft eigentlich ganz einfach. Die Jugend von Rottershausen entscheidet das gemeinsam. „Destination Anywhere“ haben sie zum Beispiel letztes Jahr auf dem U&D in Karlstadt gesehen, für gut gefunden und deshalb jetzt eben gebucht. „Sondaschule“ finden viele in Rottershausen schon lange toll, „Kniffler’s Mum ebenfalls, die haben sich ihre Beliebtheit auf dem U&D in Bad Kissingen und im Wasserhaus in Hammelburg erspielt. Man ist viel unterwegs, schaut sich Leute an, kommuniziert, bekommt Tipps.

 

Neben bekannten Namen hat „… und ab geht die Lutzi“ in den vergangenen beiden Jahren immer auch bewusst die regionale Szene gefördert. Welche Geheimtipps gibt es in diesem Jahr?

Ja ist richtig und in der Tat total bewusst. Auf die regionale Szene wird besonders Wert gelegt. Geheimtipps in diesem Jahr sind eindeutig „Bagdad on the Dancefloor“ und „Creamhild’s Jazzpants“. Erstere haben vor einigen Monaten den ersten Preis beim „Heimspiel“ der Musikinitiative Hammelburg e.V. gemacht. Sie konnten unter mehreren Preisen wählen und haben sich für die Lutzi entschieden. Die Lutzi unterstützt hier die Musikini, indem sie einer Wasserhausband die Möglichkeit gibt auf dem Event zu spielen. Die Entscheidung, welche Band es sein wird, bleibt dem Contest und der Band selbst überlassen. Eine wirklich super Sache, wie ich finde.

 

Das Netzwerk und die Reputation, die sich „… und ab geht die Lutzi“ in so kurzer Zeit erarbeitet hat, ist gewaltig. Die Leute kommen von weit her, renommierte Vereine wie die Musikinitiative Hammelburg e.V. sind eingebunden. Das ist nicht selbstverständlich. Worin liegt das Erfolgsgeheimnis?

Es gibt einfach wahnsinnig viele Leute die alle an einem Strang ziehen. Ein ganzes Dorf macht hier mit. Man muss hier niemandem sagen, mach dies, mach das, sondern das machen sie alle ganz von selbst und völlig selbstverständlich. Man kann sich auch auf jeden einzelnen 100% verlassen. Eine bessere Zusammenarbeit und mehr Engagement habe ich noch nie gesehen. So ist es zum Beispiel selbstverständlich, dass auf dem Fischfest in Ramsthal plötzlich eine Menschenmenge steht, die alle das gleiche T-Shirt mit dem Lutzi-Logo, Lineup und Datum tragen. Seit Monaten gibt es diese T-Shirts schon, außerdem die großen Aufkleber, die jeder auf seinem Auto hat. Bei absolut jeder Gelegenheit werden Flyer und Buttons verteilt sowie Plakate aufgehängt. Hier ist nie irgendjemand allein. Das machen immer ganz viele Leute zusammen. Die Organisation ist wirklich unglaublich – und das, obwohl sie das alles erst zum dritten Mal machen und vorher überhaupt keine Erfahrung auf diesem Gebiet hatten. Da steckt so wahnsinnig viel Energie drin. Sie bewegen sich mit ungewöhnlich großen Schritten – ohne dass ihnen der Stress anzusehen ist. Gute Laune, die gehört hier zum Programm.
Definitiv ist auch der “Dorffest-Charakter” ein Erfolgsgeheimnis. Es ist eben nicht “einfach nur” ein Festival mit Bands. Jeder kommt, ob groß oder klein, ob er eine Band kennt oder nicht. Mittlerweile hat die Lutzi sogar einen gewissen „Kultstatus“ erreicht. Verwiesen sei hier auf die weithin bekannte Identifikationsfigur Margarethe Müller, die auf dem ersten .“..und ab geht die Lutzi“ entdeckt wurde und seitdem der Star auf den Plakaten ist.

 

Sobald das Festival startet, ist die meiste Arbeit hinter den Kulissen eigentlich schon erledigt. Der Pflicht folgt quasi die Kür – Wie erleben die ehrenamtlichen Helfer das Event? Ist ausgelassenes Feiern überhaupt möglich?

Ausgelassenes feiern ist für die meisten natürlich nicht möglich. aber darum geht’s ja auch gar nicht. Die ganze Arbeit muss auch Spaß machen, sonst würde sich ja niemand dazu bereit erklären ohne Bezahlung zu “arbeiten”. Der Erfolg ist die Belohnung für die Helfer. Ich persönlich bin zufrieden, wenn ich mal zehn Minuten am Bühnenrand stehen und zuhören kann. Zu mehr werden die meisten sicher auch keine Zeit haben.

 

Nach dem Fest ist vor dem Fest, das gilt sicherlich auch für die Lutzi?

Definitiv! Bei uns ist sogar vor dem Fest schon vor dem nächsten Fest. Und so viel sei schon jetzt verraten: Im nächsten Jahr wird es die Lutzi an zwei Tagen geben. Das Datum steht auch schon fest. 7. und 8. Juni 2013. Dann werden es nicht nur drei Areas sein, sondern vier. Auch sehr konkrete Bandvorstellungen gibt es schon. Mehr wird allerdings noch nicht verraten.

 

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