RATGEBER

Strom und Gaskunden müssen in Zukunft mit höheren Preisen rechnen

Deutliche Preissteigerungen für Strom und Gas könnten auf die Verbraucher zukommen. Nach einem Urteil des OLG Düsseldorf muss die Bundesnetzagentur bei der Berechnung der Entgelte für die Nutzung der Versorgungsnetze höhere Ansätze berücksichtigen.

300 Energieversorger hatten gegen die von der Bundesnetzagentur festgesetzten Nutzungsgebühren für Versorgungsnetze für Strom und Gas Klage erhoben. Das Oberlandesgericht Düsseldorf gab den Klägern jetzt Recht und bestätigte, dass die Gebühren zu niedrig kalkuliert worden seien. Als Folge dieses Urteils könnten die Strom- und Gaspreise in nächster Zeit weiter deutlich steigen.

Mehrkosten in dreistelliger Millionenhöhe

Die Kosten für die Nutzung der Versorgungsnetze werden von der Bundesnetzagentur berechnet und festgelegt. Die Netzbetreiber geben die Kosten an die Strom- und Gasversorger, die die Netze nutzen, weiter. Die Versorger ihrerseits schlagen die Gebühren auf ihre Preise auf, die dann der Endverbraucher zu zahlen hat. Bei der Berechnung der Netzkosten hat die Bundesnetzagentur nach Meinung des Gerichts falsche Ansätze berücksichtigt, die jetzt nach oben korrigiert werden müssen. Die Kosten, die durch das Urteil auf die Versorger und ihre Kunden zukommen könnten, schätzen Experten auf mindestens einen dreistelligen Millionenbetrag. Sogar Beträge von einer Milliarde Euro sind nicht auszuschließen.

Die Folgen für die Verbraucher liegen auf der Hand. Die zusätzlichen Kosten werden von ihren Energielieferanten auf die Preise für Strom und Gas umgelegt. Wie weit die Energiepreise ansteigen werden, ist noch nicht sicher, sicher ist nur, dass Strom und Gas erheblich teurer werden.

Sonderkündigungsrecht bei Preiserhöhungen

Für die Verbraucher bedeutet eine solche Erhöhung, dass sie von ihrem Sonderkündigungsrecht Gebrauch machen können. Innerhalb von zwei Wochen, nachdem die Preiserhöhung bekannt gegeben wurde, ist eine solche Kündigung des Strom- oder Gasliefervertrags möglich. Da alle Versorger Netze nutzen und deshalb auch höhere Netzentgelte zahlen müssen, werden voraussichtlich fast alle Strom- und Gaskunden von den Preiserhöhungen betroffen sein.

Verbraucher, die aufgrund der zu erwartenden Preiserhöhungen zu einem anderen Lieferanten wechseln möchten, sollten bei dem neuen Liefervertrag einen Tarif mit Preisgarantie wählen. Dieser ist zwar meist etwas teurer, doch ist der Kunde dafür während der Vertragslaufzeit vor weiteren Preiserhöhungen sicher.

Ein wenig Hoffnung bleibt den Energieverbrauchern aber noch. Das OLG Düsseldorf hat die Beschwerde gegen das Urteil beim Bundesverfassungsgericht zugelassen. Die Bundesnetzagentur hat angekündigt, nach Zustellung der Urteilsbegründung weitere Schritte zu überprüfen und eventuell den Weg nach Karlsruhe zu gehen.

Wechsel zu preiswerteren Anbietern

Das Urteil des OLG Düsseldorf ist eine schlechte Nachricht für alle Verbraucher. Wenn die ohnehin schon sehr hohen Energiekosten noch weiter steigen, ist die Belastung privater Haushalte kaum noch bezahlbar. Die Suche nach einem preiswerteren Versorger bekommt damit für viele Endverbraucher eine neue Dringlichkeit. Wenn Sie einen neuen preiswerteren Anbieter suchen, können Sie das hier  tun.

Kommentare

Dieser Artikel hat 2 Kommentare.

  1. Ich bezahle gerne,aber bitte nicht in EURO oder DM,sondern lieber in alu-chips aus der ehemaligen DDR—da hat der Zahlenwert noch gestimmt in der Haushaltskasse,oder nicht !?! der meist-er des TAO und der Eiswehr (nva)