REZENSION

“Schnelles Denken, langsames Denken”, von Daniel Kahneman, Siedler

Daniel Kahneman wird als der wichtigste Psychologe und gleichzeitig als hervorragender Wirtschaftswissenschaftler gesehen und hat nun mit seinem Buch Furore gemacht.

 

(Foto: jungmoon/flickr)
(Foto: jungmoon/flickr)

Anhand eines früher gemachten großen Feldversuches, zusammen mit seinem Freund, hat er vornehmlich an Studenten viele Studien angelegt, die auf schnelles Denken oder langsames Überlegen ausgelegt waren. Darunter befinden sich solche Fragen wie: Schläger und Ball kosten zusammen 1,10 Dollar, wie viel kostet der Ball, wenn der Schläger 100 Cent mehr kostet? Schön langsam rechnen, es lohnt sich.

Über 50% der Studenten sind darauf reingefallen und etwa 80% der Menschen würden sogar falsch liegen (das meine auch ich). Aber auch das Auge lässt sich verführen, wenn man es austrickst. Wir kennen derartige Versuche und als Heranwachsende oder auch später haben wir uns sicherlich schon mal damit befasst. Es ist also, allgemein gesagt, keine große Überraschung, was uns der Herr Professor da bringt und beschreibt.

“System 1” nennt er unser intuitives, schnelles Erfassen, “System 2” das langsamere Denken, also die Überprüfung unseres Handelns. Immerhin konstatiert der dem “System 1” zu, dass es der Sieger im normalen Leben ist und  unglaublich leicht zu handhaben ist, weil es die besten Erfahrungen in unserem Gehirn abspeichert.

Mit diesem “System 1” fährt man also ziemlich sicher. Aber eben nicht immer. Es ist nämlich das, was wir Gier nennen oder Trieb, und was  Mutter Natur uns mitgegeben hat zur Überwältigung mancher Schwierigkeit im normalen oder gefährlichen Leben, nicht immer und überall wertvoll. Zum Beispiel nicht an der Börse, wenn Herdentrieb einsetzt oder Unvernunft wegen überhöhter Erwartungen dazu kommen.
Da hat der Herr Professor recht, da werden nur noch die Könner mit den Hochfrequenzaktivitäten an den Börsen belohnt, die ein “System 2” entwickelt haben, das dem “System 1” zuarbeitet.

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Kommentare

Dieser Artikel hat 4 Kommentare.

    • Wann ist “falsch” richtig und wann ist “richtig” falsch???

      Wer entscheidet darüber, was richtig oder falsch ist? Immer noch Mama und Papa oder darf das jeder Mensch für sich selbst entscheiden? Dann könnte es aber einen ziemlichen Streit unter den Menschen geben, wenn jeder selbstherrlich darüber entscheiden könnte, was richtig oder falsch sei.

      Wir könnten einen Selbstversuch machen:
      Bemühen wir uns einmal darum, RICHTIG zu denken…
      Und das zweite mal geben wir uns die Mühe damit, FALSCH zu denken.

      Aber bitte nicht schwindeln, sondern sich wirklich anstrengen. Es ist doch ein Selbstversuch. Bei dem kann man nur sich selbst beschwindeln…

      • Die “Anwendung” der Logik, mit der sich viele vorschnell schmücken möchten, ist ein großes Geheimnis.
        Ob etwas logisch richtig gedacht ist, kann man nicht entscheiden,
        das steht vorher schon fest
        und insbesondere hat es nichts mit Papa und Mama zu tun.
        Es handelt sich also um etwas OBJEKTIVES

        Logik kann man daher nicht “erfinden” , sondern nur “erkennen”,
        oder auch nicht.
        Nicht jedem ist es gegeben :-)

        falsch gedacht in diesem Sinne ist z.B.
        1+1=3

        Subjektiv sind dagegen sinnliche Wahrnehmungen.
        Der Mensch hat die wunderbare Fähigkeit, sich nicht nur an solche sinnlichen Wahrnehmungen (grüne Wiese) zu erinnern,
        sondern sich solche Wahrnehmungen auch “vorzustellen”,
        nicht im Sinne einer Fotokopie,
        sondern kreativ in völliger Abweichung von der Realität (rote Wiese).

        Ich kann die Vorstellung einer roten Wiese allerdings nicht “falsches Denken” nennen.
        Man kann ja auch mit Genuss ins Kino gehen,
        auch wenn man weis, da wird etwas unreales als real vorgetäuscht.

        mfG