KOMMENTAR

Das abgezockte Umweltbewußtsein

Angenommen‭ Sie fahren einen PKW älteren Baujahres, der noch mit überschaubarer Elektronik ausgestattet ist und der vielleicht auch bei einer Panne in Mali von einem Dorfschmied in seinem Kral, repariert werden könnte; der problemlos, wegen zurückliegender Pflege und verhältnismäßig geringer Kilometerleistung, alle 2 Jahre seinen TÜV ohne Beanstandungen erledigt; dessen schwellende Echtlederpolsterung einen an die heimische komfortable Sitzgarnitur erinnert, dessen Verbrauch an Kraftstoff allerdings mit den heutigen gleichvolumigen Fahrzeugen allerding nicht mehr aufwarten kann, es sei denn, man fährt, wie heute fast üblich, einen SUV als Zweitwagen.

Der Vorteil dieses älteren Fahrzeugs, kompensierte nach nur kleinen Eingriffen den höheren Verbrauch dadurch, dass er nun klaglos mit den vielgeschmähten Kraftstoff mit höherem Aethanolanteil, genannt E10 auskommt, was nicht nur der Umwelt, sondern auch dem Portemonaise zugute kommt. -

‭Das nun bringt mich zu des Pudels Kern, zum auf und ab der Kraftstoffpreise. Von den “Großen der Branche“ waren wir es immer gewohnt, zu bestimmten Zeiten des Jahres abgezockt zu werden und deshalb pflegte der preisbewusste Autofahrer auf die „Kleinen“, die freien Tankstellen auszuweichen. Aber auch die freien Tankstellen haben sich den Großen angepasst und sind in den meisten Städten meist nur 1 Cent preiswerter. Wenn man bedenkt, dass aktuell nur 2 Tage zuvor der gleiche Kraftstoff ohne Not, um 12 Cent geringer war, kann man nur von Abkassiererei sprechen.

‭Nun mußte ich heute feststellen, dass auch die „Kleinen“ mit der Abzocke begonnen haben.

‭Bei der Befüllung meines Kraftstofftankes, wie üblich mit E10, fiel mein Blick zufällig auf die Preisschilder mit den einzelnen Kraftstoffsorten  -  und, oh weh, der Preis für meinen umweltbewußten und preiswerteren Kraftstoff lag um 5 Cent höher, als der Preis für handelsübliches Superbenzin, dass derzeit mit € 1.60,9 ausgewiesen war. Ich hatte natürlich sofort den Tankvorgang abgebrochen und werde diese Tankstelle, obwohl nur in geringer Entfernung, nicht mehr nutzen. Geschehen war dies alles an einer LTG Tankstelle in Hannovers Südstadt. Weil dieses alles öffentlich ist, besteht auch keine Gefahr, Roß und Reiter zu benennen.

Die in der Vergangenheit vorgebrachte Einlassung der Mineralölwirtschaft, der geringe Zuspruch zum E10 Treibstoff und seine dadurch höheren Fabrikationskosten, kann man kaum gelten lassen, da die enorm hohen Gewinne auch enorm hohe Abschreibungen erfordern und diese wären im aktuellen Falle doch einfacher und weniger arbeitsaufwändig, als Abschreibungen durch spekulative Beteiligungen zu erzeugen?

‭Und die Moral von der Geschichte?  Traue auch den freien Tankstellen nicht mehr, zumal diese Abzocke sehr subtil gehandhabt wurde; man verliess sich bewußt, auf die Gewohnheiten der Tankkunden.

http://www.haz.de/Hannover/Aus-der-Stadt/Uebersicht/Autofahrer-veraergert-ueber-Benzinpreise-in-Hannover

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