Rezension "La Nera" (Claudio M. Mancini)

“Der Pate” war gestern – heute ist “La Nera”

Die Story: Die hübsche Hauptfigur Sophia wurde als junge Frau vom Sohn des Mafiapaten von Corleone mit Hilfe von drei weiteren Freunden auf brutalste Art und Weise vergewaltigt. Ihr Bruder, Tomasso, kann nur hilflos zuschauen, bevor er selber erschossen wird.

Die stark traumatisierte Sophia sinnt auf Rache, doch hat sie scheinbar keine reelle Chance, sich gegen den einflussreichen Mafia Clan der Filliones. Sie sucht sich ein neues Lebensziel, sie studiert eifrig Traueranzeigen und besucht Beerdigungen, immer auf der Suche nach einem Witwer, der einflussreich genug scheint, um Sophia ein besseres Leben zu ermöglichen. Bei einer Beerdigung lernt sie dann Giulio Saviani kennen, der Abschied von seiner jungen Gattin nehmen muss. Saviani und Sophia finden zusammen und heiraten.

Erst später wird Sophia bemerken, was und wer hinter der Kulisse des schwerreichen Arztes steckt. Saviani gehört der “ehrenwerten Familie” an. Seine Schönheitskliniken sind in Wirklichkeit nichts anderes reine Fassade für den kriminellen Organhandel. Als auch Gulio ermordet wird, muss sich Sophia im Machtkampf der diversen Mafia Clans behaupten. Aus der Vergangenheit weiß sie jedoch, dass ein schwieriger Kampf wird, Rache für ihr traumatisches Erlebnis zu nehmen. Es entwickelt sich ein spektakuläres Handeln dass einem die “wahre” Seite der Mafia näher brint.

Schreibstil:
Der Autor hat eine sehr gute Hand für Stil, Sprache und Dramaturgie.

Idee:
Romane über die Mafia zu schreiben ist so alt wie die Mafia selber, dennoch gelingt es Mancini aktuell und sehr authentisch zu bleiben, somit darf der Autor zu recht zu einem der besten “Mafia Autoren” der letzten Jahre zählen.

Die Bewertung:
Claudio M. Mancini hat mit seinem Buch “La Nera ” einen spannenden Mafiathriller geschrieben, der so weit gar nicht von der Realität entfernt ist. Er beschreibt sehr gekonnt die Machtstrukturen, aber auch über die geschickt aufgebauten Geschäftszweige der Mafia und vor allem von den Schwierigkeiten der Antimafiabehörden die nur dann und wann Erfolge erzielen.Wer dieses Buch gelesen liest, scheint in Mitten der “glorreichen Familie” zu stehen. Er ist beim lesen ein ständiger Beobachter der Szene.

Fazit:
Insgesamt erhält “La Nera” 5 von 5 möglichen Punkten.

Der Autor:
Claudio Michele Mancini wurde kurz nach Kriegsende als Sohn einer deutschen Mutter und eines italienischen Vaters geboren und wuchs in der Provinz Verbania am Lago Maggiore auf. 1964 machte er auf einer Klosterschule sein Abitur, studierte in München Psychologie und arbeitete danach als Dozent und Unternehmensberater in Frankreich, Italien, Deutschland und den USA. 2006 erschien mit “Infamità”, sein erster Mafia-Roman. 2009 folgte “Mala Vita”.
Ein Interview mit dem Autor können Sie hier lesen

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