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Aleviten in der Türkei unsicher – Ankara muss Machtwort sprechen

Während der Ramadan-Zeit geschieht es immer öfter und zum wiederholtem Male, dass Häuser von Aleviten beschmiert werden. Früher kam es sogar schon zu Anschlägen auf Angehörige dieser in der Türkei nicht offfiziell anerkannten religiösen Minderheit. Die Bochumer Bundestagsabgeordnete der Partei DIE LINKE besuchte im Sommer sieben alevitische Familien in der Nordägäis, deren Häuser mit Kreuzen beschmiert wurden. Zurück in Deutschland, will sie eine Anfrage an die Bundesregierung richten.

Derzeit ist bekanntlich Ramadan (türkisch: Ramazan). Der islamische Fastenmonat. Nicht alle Muslime fasten. Manche dürften die Regeln strenger befolgen, andere dagegen vielleicht etwas lockerer damit umgehen.

Die Mehrheit der türkischen Muslime sind Sunniten. Die Aleviten, welche sich als religiöse Minderheit begreifen, vom türkischen Staat jedoch bis heute nicht als eine solche anerkannt sind, fasten nicht. Ebenso wie Christen oder in der Türkei lebende Ausländer. Im Fastenmonat herrscht jedoch weitgehender Respekt gegenüber den fastenden Mitbürgerinnen und Mitbürgerinnen. Das gilt natürlich auch für Aleviten. Jedoch behalten sie ihren normalen Lebensrhythmus bei. Niemand von ihnen wird vorsätzlich einen sunnitischen Mitmenschen provozieren. Leider bringen manche Mitbürger umgekehrt kein Verständnis gegenüber den Aleviten auf. Das mag auf archaische Überlieferungen und größtenteils auf immer wieder genährte Vorurteile gegenüber den Aleviten zurückzuführen sein. Hinnehmbar ist es deswegen nicht.

Die Bochumer Bundestagsabgeordnete Sevim Dagdelen besuchte alevitische Familien in der Türkei, deren Häuser zur Ramadanzeit beschmiert wurden

Die Bochumer Bundestagsabgeordnete der Partei DIE LINKE Sevim Dagdelen weiß, dass es leider in der Ramadanzeit in der Türkei immer wieder zu Angriffen gegen Aleviten kommt. Sie ist der Meinung, dass sich in der Türkei unter der AKP-Regierung „eine regelrechte Progromstimmung gegen Minderheiten etabliert“ habe, „die jederzeit aktivierbar scheint“. Leidtragende sind momentan alevitische Türken. Bei ihrem kürzlichen Besuch von sieben Familien in Güre (Nordägäis), deren Häusern mit Kreuzen beschmiert – sozusagen gebrandmarkt wurden – wurden, erfuhr die Politikerin: Besonders in den letzten zwei Jahren seien immer öfters in der Ramadanzeit auch Steine gegen die Fensterscheiben geworfen worden. Geahndet würde derlei nicht, beklagt Dagdelen. Es gäbe weder Verhaftungen noch Anklagen, „auch wenn der/die (Täter, d. A.) bekannt“ seien. Schlimmer noch: Regierungsmitglieder beschimpften die Presse, weil sie über solche „Vorfälle“ berichtet.

Sevim Dagdelen auf Facebook: „Man versucht ein Klima der Einschüchterung und Angst zu schaffen. Leider schweigt sich die Bundesregierung dazu aus. Zu wichtig ist der NATO-Partner für die neuen Kriege im Nahen und Mittleren Osten.“ Wenn sie wieder zurück in Deutschland sei, verkündete die Politikerin, werde sie eine Anfrage dazu machen, dann müsse die Bundesregierung Farbe bekennen!

Auch die Alevitischen Gemeinde Deutschland e.V. zeigt sich alarmiert: Viele Aleviten in der Türkei lebten jeden Tag in Angst. Sie hätten Angst, wenn morgens die Trommeln erklängen, um den Beginn des Fastens anzukündigen. Überdies beklagten sich viele über den Lärm. Sie müssten früh zur Arbeit und hätten ein Anrecht auf Nachtruhe. Stellungnahmen und Meldungen zum Thema finden Sie auf der Webseite der Alevitischen Gemeinde Deutschlands.

Auch in Deutschland selbst kam es bereits zu Eklats, die Aleviten betreffend. Besonders empört und entsetzt zeigen sich die Aleviten darüber , dass die ARD einen Tatort-Krimi gerade am letzten Wochenende (22./23.12.2007) ausstrahlte. Darin ging es um einen Fall von Inzest in einer türkisch-alevitischen Familie. Der Familienvater hatte seine älteste Tochter ermordet, weil sie zur Aufklärung beitragen wollte. Denn er hatte seine jüngste Tochter sexuell missbraucht. Sie konvertiert daraufhin sozusagen zum sunnitischen Islam. Für die Aleviten war das dreifach starker Tobak. (Siehe auch den Artikel in der Istanbul Post dazu)

Am Sendetermin nämlich gedachten nämlich Aleviten weltweit des Pogroms von Maras vor 29 Jahren. In der südostanatolischen Stadt hatten orthodox-sunnitische und nationalistische Türken am 21. Dezember 1978 ein alevitisches Wohnviertel angegriffen. Dabei waren hundert Aleviten zu Tode gekommen, andere schwer verletzt worden. Später im Jahre 1993 erfolgte ein Brandanschlag auf ein Hotel in Sivas, worin sich alevitische Intellektuelle aufhielten. 37 Menschen kamen unter den Augen der nahezu untätigen Polizei und der Feuerwehr, die viel zu spät zu löschen begann, qualvoll zu Tode.

Die Aleviten damals zu dem Krimifall:  “Dieser Tatort gibt dem uralten sunnitischen Vorurteil, die Aleviten begingen Inzest an ihren Kindern, neue Nahrung.”  Generalsekretär Toprak zeigte sich verärgert. „Genau der Vorwurf des Inzests wurde und wird bis heute als Rechtfertigung für solche Übergriffe wie in Maras genutzt“, sagte er damals der Netzzeitung.

„Jeder Türke, jeder Muslim kennt dieses Standart-Vorurteil! Unsere Kinder zum Beispiel werden in den Schulen immer wieder von anderen sunnitischen türkischen Kindern genau damit beleidigt!“ Diese Vorurteile existieren bereits seit Jahrhunderten. Die Sunniten begründen sie damit, dass die Aleviten ihre religiösen Rituale gemeinsam mit Frauen und Kindern ausführen.

Deniz Han von der Alevitischen Gemeinde Deutschland sah durch den Film die Aufklärungsarbeit ihres Vereins um Jahre zurückgeworfen.

Was den „Tatort“ von damals betrifft: Gewiss war da kein Vorsatz im Spiele, die Aleviten zu beleidigen. Wohl aber eine gewaltige Portion von Unkenntnis. Auch mögen die Verantwortlichen damit gerechnet haben, vonseiten der allgemein als friedlich und besonnen geltenden Aleviten wenig Gegenwehr zu erfahren. Was wäre wohl los erst gewesen, wenn der Vater im Film anderer Konfession gewesen wäre? Obgleich selbstredend Gläubige welcher Konfession auch immer keineswegs vor dem Begehen welcher Verbrechen auch immer gefeit sind. Mehr Sorgfalt und Fingerspitzengefühl ist also stets am Platze …

Aleviten wurden und werden nach wie vor verunglimpft

Wer verstehen will, warum die Aleviten so scharfe Kritik an dem Film übten, hieß es, seinerzeit, müsse den Blick in Richtung Türkei wenden. Noch immer nämlich sehen sich die Aleviten dort unterdrückt, verunglimpft und verfolgt. In der Türkei sollen zirka 20 Millionen Menschen Aleviten leben. Als übelste und niederträchtigste Beleidigung gegen die Aleviten gilt das so genannte „MUM SÖNDÜ“ (Die Kerze ist erloschen). Von orthodoxer sunnitischer Seite wird in der Türkei seit Jahrzehnten die Geschichte von einem Ritus kolportiert, wonach bei den Aleviten die Familie zusammenkäme, das Licht dann gelöscht würde, und dann in einer Orgie Vater und Tochter, Mutter und Sohn, Bruder und Schwester miteinander Geschlechtsverkehr ausübten. Diese „kranken und widerlichen Phantasien“ geben nach Ansicht von Aleviten „viel über diejenigen Preis, die sie in die Welt setzen und nicht müde werden, sie zu wiederholen.“

Machtwort seitens der türkischen Regierung nötig

Um nicht falsch verstanden zu werden: Vorurteile gegenüber wen und was auch immer gibt es allerorten. Allerdings ist es besonders dann, wenn diese Vorurteile gemeingefährlichen Charakter annehmen, Aufgabe der jeweiligen Gesellschaft dagegen unmissverständlich Flagge zu zeigen. Und in erster Linie sind da die Sicherheitsorgane gefragt. So eben auch zur Zeit des Ramadan in der Türkei. Zumal sich diese „Vorfälle“ alljährlich wiederholen und demzufolge zur Genüge bekannt sein dürften. Es würde also für mehr Sicherheit sorgen, wenn türkische Polizei und Gendarmerie ein wachsames Auge auf potentielle Übeltäter hätten. Vordem müsste selbstverständlich die türkische Regierung ein unüberhörbares Machtwort sprechen und solche Angriffe auf eine religiöse Minderheit – sei sie nun offiziell anerkannt oder nicht – unmissverständlich verurteilen. Ertappte Täter muss die volle Härte des Gesetzes treffen. Ob in der Türkei eine „Pogromstimmung“ gegenüber Aleviten herrscht, wie es Sevim Dagdelen nennt – und dies Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan gewiss entrüstet von sich weisen würde – vermag ich von hier aus nicht einzuschätzen. Eines ist jedenfalls klar: Schon der leiseste Verdacht dahingehend muss Konsequenzen nach sich ziehen.

Kommentare

Dieser Artikel hat 20 Kommentare.

  1. Alle Jahre wieder. Es liegt doch vollkommen auf der Hand das hier Terroristen z.B die PKK diese Situation Nutzen um die Türkei zu destabilisiern.
    Da laufen irgendwelche PKK Kurden Aleviten rum und beschmieren Türen mit Aufschriften die gegen sich selbst gerichtet sind.
    Das wäre so als ob ich in Deutschland als Türke rumlaufe und Terror und Hasstiraden gegen Türken auf das Konto der Nazis geben würde.

    Es gibt nichts was es nicht gibt.
    Wer darauf rein fällt ist Opfer dieser Terroristen.

    • Ahnung müsste man haben: In der Türkei sind neben Kurden auch Zaza Mitglieder der alevitischen Religion. Aber natürlich gibt es jede Menge sunnitischer Kurden. Auch und gerade in der Türkei. Dass die syrische Führung um Assad der alevitischen, nicht-kurdischen, Minderheit angehört macht die Sache für Gemüter wie Bozkurtz nicht einfacher. Guter Rat: Vor Klappe öffnen, schlau machen.

    • Ihr Name (Bozkurt(z)* = Grauer Wolf) scheint ja bei Ihnen Programm zu sein.

      *Wikipedia: Graue Wölfe (türkisch Bozkurtlar, auch Bozkurtçular) ist die Bezeichnung für Mitglieder der rechtsextremen türkischen Partei der Nationalistischen Bewegung („Milliyetçi Hareket Partisi“, MHP), die 1961 von Alparslan Türkeş gegründet wurde.

    • Diese Argumentation kann auch nur von Faschisten gebracht werden, die dieses wunderschöne Land für ihre kranken Zwecke missbrauchen. Es ist leider Fakt, dass Übergriffe auf Minderheiten in der Türkei ständig passieren. Dies kann nicht bestritten werden. Dafür mussten viele ihr Leben lassen (wie in Corum, Maras und Sivas geschehen!). Selbst Berichterstattungen werden zensiert. Die Türkei ist und bleibt leider ein faschistisches Land!

  2. na klar, 1993 war auch selbst inzieniert. wen wilst du was vormachen. das es probleme gibt in der türkischen gesellschaft, liegt auf der hand.
    das sehe und spüre ich doch jedes jahr
    die türkei ist so ein unglaublich reiches land, reich an kultur, an vielfältigkeit. das wird leider nicht gesehen und nicht als reichtum wargenommen. an der paranoia vieler türken und die daraus resuktierende unterdrückung der minderheiten wird das land immer angreifbar bleiben. das ist fakt. und es spitzt sich jedes jahr weiter zu, habe ich das gefühl. doch spätestens in der nächsten wirtschaftskrise, und die wird früher oder später kommen, wird es brenzlich.

    die türkei will ihre regionale macht weiter ausbauen, das wird sie aber nur können wenn sie im inneren befriedet ist und geeint.

    sicher die türkei wird oft schlecht gemacht in den deutschen medien. immer wieder. es gibt fortschritt, aber immer nur ein wenig,
    bis zur einer richtigen demokratie sind es noch viele schritte.

    es liegt an den menschen

  3. @Bozkurtz aber allein dein username “Bozkurtz” sagt doch schon alles über dich aus. menschen mit genau deiner gesinnung werden die türkei in den ruhin treiben. so oder so, früher oder später.

    • sehe ich auch so,Bozkurt heißt grauer Wolf, aber wen Nazis was schlechtes machen,ist das geschrei groß…für mich ist dass das gleiche…ich möchte hier keinen beleidigen,ich vertrette nur meine Meinung…Christiane die Christin :)

  4. Kurden? Aleviten? PKK?

    Aleviten sind vornehmlich Türken, Ihre Religion stammt aus Nordost-Iran und Türkmenistan.
    Viele Aleviten gaben sich Anfang des 20. Jahrhunderts als Kurden aus, da sie stark verfolgt wurden und immer noch werden, währenddessen hatten die Kurden eine gute Beziehung zum Türkischen Reich, kämpften Sie doch gemeinsam gegen Armenien, die große Teile von der heutigen Nordost und Osttürkei besetzt hatten und z.B in der Stadt Trabzon, alle Bewohner ermordet hatten. Die irreguläre Kurdische Armee hatte hohes Ansehen erlangt, so gaben sich die Aleviten als Kurden aus, bei manchen ist es so geblieben. Kurden sind aber zu über 80% Sunniten der Safistischen Richtung, 5-10 % sind Yesiden, die nichts mit dem Islam zu tun haben, sondern eine Religion ist, die älter als das Judentum ist, man glaubt an den Erzengel Pfau und den heiligen Geist etc. Sie werden ebenfalls verfolgt.

    Aleviten üben sicher den Islam zu lax aus, was aus Unwissenheit geschieht, den auch der Aleviten sollte fasten, was bestimmte Gruppen im Raum Erzincan auch tun, andere, der Großteil meinen, es wäre unnötig, was falsch ist

    • zitat von Kerem

      “Aleviten üben sicher den Islam zu lax aus, was aus Unwissenheit geschieht, den auch der Aleviten sollte fasten, was bestimmte Gruppen im Raum Erzincan auch tun, andere, der Großteil meinen, es wäre unnötig, was falsch ist”

      wer schreibt denn vor wer und wie stark man an den islam zu glauben hat. warum überlest man es nicht jedem menschen selbst?

      womit z.b. nimmst du dir das recht zu behaupten das es falsch wäre.

      aleviten sind genau so türkisch wie sunniten. kein alevite will das land teilen. völliger schwachsinn.

    • untollerante Menschen gibt es überall,leider. Wen ich zu dir sage,du darfst dies nicht mehr essen und nur noch das Auto fahren,diese Kleidung tragen,wie würdest du dich fühlen…lass doch die Leute so leben wie sie möchten,du kannst doch nicht sagen was falsch ist oder was richtig,das bestimmt jeder für sich selber…

      • Nochmals zur Info, natürlich ist es jedem selbst überlassen, nur sollte man sich nicht Alevite nennen und sich dann mit irgendwelchen Kauderwelsch unglaubwürdig machen, darunter leiden wir, die echten Aleviten, die sich an die Regeln des Propheten gebunden fühlen, wir sind eine friedfertige Unterform der Schiiten. Die kurdischen Aleviten und vom Weg angekommenen machen denen, die diese Religion in die Türkei gebracht, das Leben schwer! Meine Familie sind Aleviten, wir fasten, wir beten 5 Mal am Tag und halten uns zusätzlich an die alevitischen Regeln, verpönen allerdings vieles auch. Mein Onkel, selbst Gelehrter/ Geistlicher, sagt immer, die Aleviten in der Türkei kennen Ihre Bräuche nicht, sind zu Lax, was ein Fakt ist. Ich schäme mich für manch Aleviten-Mädchen, die es mit der Freiheit des Alevitentum abtun, dass sie vorehelichen Sex haben und viele andere sehr dumme und unwissende Aussagen treffen.

        Unsere Familie kennt ihren Stammbaum, wir sind aus dem Nordosten Irans ins Türkische Reich umgesiedelt, haben Land erworben, Land auf dem niemand gelebt hat. Unser Nachbardorf war ebenfalls alevitisch, unsere Sprache Türkmenisch/ Persisch, ein anderes Dorf 30 km weiter war wiederum armenisch, das Miteinander immer gut. Anfang des 20. Jahrhundert kamen erste Bewöhner in unser Dorf, es waren Kurden, die wir offen aufgenommen haben, der Großteil war sunnitischen Glaubens und ein kleiner Teil gar Christen, ja es gibt christliche Kurden. Mit der Zeit verteilten sich immer mehr Kurden in unser Gebiet, zogen auch in die armenischen Dörfer, es folgten Yesidische Familie.
        Alsbald kam es zwischen sunnitischen Kurden und Armeniern zu Konflikten und zu einigen Scharmützeln, ständig ging es um Land. Die Armenier und Kurden bekämpften sich immer mehr. Als zum Krieg zwischen Russland und dem Türkischen Reich kam, schlugen sich Kurden auf Seiten der Türken, Armenier zu den Russen, wir hielten uns zurück. Was dann geschah war barbarisch von allen Seiten, man übte Massaker auf beiden Seiten aus, zeitweise war das Land von der armenischen Armee besetzt, sie verfolgten sunnitische Kurden, uns Türkmenen ließ man in Ruhe, daher fingen erste Kurden bzw. auch Zazas sich als Aleviten auszugeben, ihnen folgten sogar Yesiden, die wiederum von allen verfolgt wurden, es entstand ein Wirrwarr, der alevitische Glauben war plötzlich eine Zirkusveranstaltung, weil jeder etwas rein Interpretierte. Der Glaube ist ein großes Durcheinander geworden, 90% üben ihn komplett falsch aus. Dabei sind wir nichts anderes als ein Zweig der Schiiten, nur friedfertiger, humaner, Menschen die Krieg und Mord verpönen.

  5. Aleviten sind ein Volk und keine Religion. Das Problem gerade in der Türkei ist, dass Aleviten das Recht finanzielle Unterstützung für Ihrer Gebetshäuse beanspruchen. In einem Land wo Muslime die Mehrheit haben ist das ein unding. Das ist für Aleviten untragbar, dass Ihrer selbsternannte Religion nicht akzeptiert wird. Bezüglich der Nachtruhe gebe ich Ihnen zwar recht, aber das ist ein Brauch die es schon in der Osmanischen Reich gegeben hat. Seit Jahren sind Sie still und plötzlich gehts nicht mehr. Der Grund ist ganz einfach. In Syrien, Irak liefern Aleviten große Gefechte gegen die Sunniten, dass versucht man in die Türkei zu übertragen. Zusätzlich die Kurden, so versuchen Sie ein auf Jugoslawien die Türkei zu spalten. Ich appelliere an alle Aleviten, akzeptiert das die Mehrheit der sunniten und deren Bräuche. Sonst kann bei solchen Hetzen es schnell passieren, dass das Militär eingreift. Nicht mal sunniten sind dann sicher.

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  7. Ich habe lange bei einer Alevitischen Familie gelebt, da gab es nie übergriffe von Vater zur Tochter,oder vom Bruder zur Schwester…es waren ganz tolle Menschen,die mir mehr als eine Familie waren.Sie waren in meinen Augen tollerant,hilfsbereit und sehr sehr menschlich.Ich bin in keiner guten Familie aufgewachsen,hatte wenig Liebe erfahren,doch diese Familie,hat mir sehr viel Liebe und Aufmerksamkeit geschenkt.Liebe Gülyeter und lieber Ismail Dogan,ich werde euch immer in meinem Herzen tragen,ihr wart für mich Mutter und Vater…möget ihr in Frieden ruhen…eure Almann Emine

    • @Christiane: Was sie schreiben kann ich aus eigner Erfahrung bestätigen. Aleviten sind in der Regel sehr tolerant. Auch was die Erziehung der Kinder – hier auch: der Mädchen – angeht. Nichts selten habe ich türkische Aleviten getroffen, die politischer eher links verortet sind oder Kemalisten sind.

  8. An die Kommentatoren!

    Es gibt sehr wohl kurdische und kirmacische Aleviten. Gerade weil die kurdischen und kirmacischen Aleviten unterdrückt worden sind, ist es in der Diaspora zu einer Erstarkung der Aleviten gekommen. Das ist aber ein typisches Phänomen für Völker bzw. Gemeinschaften, die in ihren Herkunftsländer unterdrückt worden sind. Durch den Liberalismus in Europa, der eine Idee der Aufklärung war, können die Aleviten sich frei entfalten, ohne die Freiheiten anderer zu beschränken. In Deutschland arbeiten türkische, kudische und kirmancische Aleviten ohne politische oder kulturelle Vorurteile harmonisch miteinander. Die Aleviten sind nicht seit gestern dem türkischen Staat kritisch gegenüber stehend, sonder schon im Osmanichen Reich waren die Aleviten die einzigen Oppositionelle des osmanisch-sunnitischen Regimes. In der Türkei versuchen nationalistische Historiker, die international keine Anerkennung genießen, die Aleviten zu spalten, unter anderem versucht es der MHP-Abgeordnete Yusuf Halacoglu…

  9. HZ Ali hat den Muhammed geliebt! Hz Ali war ein treuer Diener Muhammed’s! Er hat in der Moschee gebetet (namaz!), er hat gefastet (oruç), er hat alles bestens getan was ISLAM an Gebeten befohlen hat!
    Aber heutzutage behaupten manche Leute, die behaupten den Hz ALi sehr zu lieben, Ali hat nicht gebetet; lalso gehen sie nicht in die Moschee! Ali hat nicht gefastet; also fasten sie nicht! Aber sie behaupten dass sie Moslem seien!
    Ne ne!
    Wer Muslim ist muss Gebete (namaz) verrichten; sowie andere 4 Saeulen des Islams ausüben! Wer das nicht tut, ist Muslim auf dem Papier! Auf dem Personalausweis! Ja, die Alewiten sind meist Armenier von gestern!

    • Wer entscheidet darüber, wer ein “Muslim” ist – der Allah oder die Menschen? Wer urteilt darüber, wer ein “guter” Muslim ist – der Allah oder die Menschen?

      Und wer urteilt darüber, wer ein guter Mensch ist?

      Natürlich darf sich jeder Mensch ein Urteil bilden. Kein Mensch darf sich aber einbilden, dass sein Urteil dem Urteil Allahs gleich ist. Und kein Mensch darf sich einbilden, dass sich Allah nach dem menschlichen Urteil richten wird…

  10. @naklar
    Wer sagt, wie stark und oft Aleviten beten müssen?

    Zur Info, meine Familie sind Aleviten, wir fasten, wir beten 5 Mal am Tag und halten uns zusätzlich an die alevitischen Regeln, verpönen allerdings vieles auch. Mein Onkel, selbst Gelehrter/ Geistlicher, sagt immer, die Aleviten in der Türkei kennen Ihre Bräuche nicht, sind zu Lax, was ein Fakt ist. Ich schäme mich für manch Aleviten-Mädchen, die es mit der Freiheit des Alevitentum abtun, dass sie vorehelichen Sex haben und viele andere sehr dumme und unwissende Aussagen treffen.

    Unsere Familie kennt ihren Stammbaum, wir sind aus dem Nordosten Irans ins Türkische Reich umgesiedelt, haben Land erworben, Land auf dem niemand gelebt hat. Unser Nachbardorf war ebenfalls alevitisch, unsere Sprache Türkmenisch/ Persisch, ein anderes Dorf 30 km weiter war wiederum armenisch, das Miteinander immer gut. Anfang des 20. Jahrhundert kamen erste Bewöhner in unser Dorf, es waren Kurden, die wir offen aufgenommen haben, der Großteil war sunnitischen Glaubens und ein kleiner Teil gar Christen, ja es gibt christliche Kurden. Mit der Zeit verteilten sich immer mehr Kurden in unser Gebiet, zogen auch in die armenischen Dörfer, es folgten Yesidische Familie.
    Alsbald kam es zwischen sunnitischen Kurden und Armeniern zu Konflikten und zu einigen Scharmützeln, ständig ging es um Land. Die Armenier und Kurden bekämpften sich immer mehr. Als zum Krieg zwischen Russland und dem Türkischen Reich kam, schlugen sich Kurden auf Seiten der Türken, Armenier zu den Griechen, wir hielten uns zurück. Was dann geschah war barbarisch von allen Seiten, man übte Massaker auf beiden Seiten aus, zeitweise war das Land von der armenischen Armee besetzt, sie verfolgten sunnitische Kurden, uns Türkmenen ließ man in Ruhe, daher fingen erste Kurden bzw. auch Zazas sich als Aleviten auszugeben, ihnen folgten sogar Yesiden, die wiederum von allen verfolgt wurden, es entstand ein Wirrwarr, der alevitische Glauben war plötzlich eine Zirkusveranstaltung, weil jeder etwas rein Interpretierte. Der Glaube ist ein großes Durcheinander geworden, 90% üben ihn komplett falsch aus. Dabei sind wir nichts anderes als ein Zweig der Schiiten, nur friedfertiger, humaner, Menschen die Krieg und Mord verpönen.