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Ku-Klux-Klan-Polizisten weiter in schwäbischen Diensten

Der NSU-Skandal ist nach wie vor heiß. Da macht eine andere Ungeheuerlichkeit die Runde: Schwäbische Polizisten waren Mitglieder eines Klu-Klux-Klan-Ablegers! Sie wurden disziplinrechtlich belangt. Aber dürfen im Amte bleiben. Ein Skandal! Aber die Medien köcheln ihn auf kleiner Flamme.

Ja, wo bleibt das Gute in diesen Tagen? Dass wird sich so mancher manches Mal fragen. Nicht, dass man nicht auch einmal etwas Positives vermelden möchte! Warum denn nicht? Nur, da muss man derzeit schon mit der Lupe suchen. Was nicht nur am Sommerloch liegt. Der Skandal um den NSU (Nationalsozialistischer Untergrund) ist ja nun wirklich allein schon ein Paukenschlag von ziemlichem Donner. Jahrelang konnten rechtsterroristische Buam und Madeln mordend durch die Republik ziehen. Die Sicherheitsorgane waren entweder auf dem rechten Auge blind, oder sie wurden – wie etwa die Polizei – geblockt oder gewaltig hinter die Fichte geführt. Es ekelt einen wirklich an. Der Inlandsgeheimdienst schützt nicht die Verfassung, wie er soll, sondern offenbar rechte Täter. Oder was soll man denn sonst für einen Eindruck bekommen? Wahrscheinlich relevate Akten wurden „versehentlich“ geschreddert. Ein Witz! Aber zum Heulen. Und die „Aufklärung“ jetzt in diversen Untersuchungsausschüssen lässt bislang auch zu wünschen übrig. Wetten, dass da nichts herauskommen wird? Es ist zum aus der Haut fahren! Es stinkt bestialisch zum Himmel. Und Innenminister Friedrich wechselt mal eben die obersten Polizistenköpfe aus. Ohne, das klar wird, warum genau.

Aber es geht immer noch schlimmer. Die Zeiten sind offenbar danach wie geschaffen. Wir tanzen ohnehin am Abgrund. Wundert man sich noch? Wie nun erst kürzlich herauskam und wie die „taz“ schrieb, dies „zufällig“ geschah, waren „zwei schwäbische Polizisten aus dem Kollegenumfeld der von den NSU-Terrorisiten ermordeten Polizistin Michéle Kiesewetter Mitglieder bei einem Ableger des rassistischen Ku-Klux-Klan (KKK)! Man muss schlucken: Neben der berühmten „schwäbischen Hausfrau“ nun auch schwäbische Ku-Klux-Klan-Polizisten. Au Backe! Dieser Ableger – ich muss gestehen noch nie etwas davon gehört zu haben – nennt sich wohl European White Knights of the Ku-Klux-Klan (EWK).

Nun ist es wahrlich schon schlimm genug und dazu furchtbar ekelerregend, zu erfahren, dass es derlei „Geschwirrl“ hierzulande überhaupt gibt. Aber die widerliche Tatsache, dass Polizisten die bei einer solchen „Vereinsmeierei“ erwischt wurden, noch weiter in Polizeidiensten bleiben dürfen, schlägt einen wirklich die Krone des übergelaufenen Fasses schmerzhaft ins Gesicht! Auf Anfragen hieß es lediglich seitens der dafür Verantwortlichen lapidar, die Staatsdiener in Uniform seien disziplinarrechtlich belangt worden. Wie bitte? Dass muss doch die Mehrzahl der wohl anständigen Polizistinnen und Polizisten auf den Plan rufen! Wie kann nur guten Gewissens mit solchen Typen in einer Truppe sein?

Vielleicht hat ja auch im Falle dieser Polizisten gut Ding Weile. Ich erinnere mich eines Falls in Österreich. Da hatten Polizisten einen Farbigen, den sie – na klar! – für einen Drogendealer gehalten hatten in ihren Streifenwagen „geladen“ und dann außerhalb der Stadt in einer aufgelassenen Werkshalle vermöbelt. Der Mann hätte das beinahe nicht überlebt. Auch diese Polizisten wurden disziplinarrechtlich belangt. Und Sie ahnen es: blieben im Dienst, im Innendienst. Obgleich selbst die Polizeiführung die Polizisten für nicht mehr tragbar hielten, blieben diese noch lange im Dienst. Erst dieses Jahr wurden sie endlich vor die Tür gesetzt. Ihre Pensionsansprüche sind sie ebenfalls los. So gehört das!

Im schwäbischen Fall glauben die Ermittler, dass es wirklich Verbindungen zum Mord Michéle Kiesewetter gibt. Man möchte es es wirklich hoffen. Wenn es tatsächlich so ist, dass Polizisten mit einem Geheimbund einließen, dessen Ziel „die Erhaltung der weißen Rasse in einem weißen Europa“ ist, dann ist das ein Riesenskandal. Doch in den Medien kommt der kaum vor. Da hat man sich jetzt erst einmal die Rostocker Ruderfrau Drygalla vorgenommen. Nein, das ist nicht hinnehmbar. Wo bleibt da die eiserne Hand des zuständigen Landesinnenminister und selbstverständlich des Bundesinnenministers? Dieser Skandal müsste eigentlich die ganze Nation mit Abscheu erfüllen. Da stimmt doch etwas im Staate Deutschland nicht (mehr). Bundeswehrsoldaten spielen mit Totenköpfen, Bundespolizisten posieren mit Kalaschnikows in Kabul und schwäbische Polizisten – na, irgendwie passt’s – schworen mit ihrem Blut auf eine rassische Organisation, die ein blütenweißes Europa anstrebt. Das neue Deutschland? Na, dann gute Nacht! Wo bleibt da das Gute? Jeder frage sich das selbst.

Kommentare

Dieser Artikel hat 4 Kommentare.

  1. Danke, Sie schreiben mir aus der Seele. Seit Tagen ärgert es mich zutiefst, dass die besagte ‘Drygalla-Lapalie’ von allen Medien zum Sommerlochfüller hochgebauschelt wird, während der wirkliche Skandal unter den Tisch fällt. Armes Deutschland. Rechte Gesinnungen scheinen im deutschen Beamtenleben eine wichtige Rolle zu spielen. In Nürnberg zb. (http://www.freie-radios.net/50063) fuhr der NPD-Tourbus mit 30km/h in die Sitzblockade der Gegendemonstranten, währen die Polizei selbigen mit Pferrspray ihr Demokratieverständnis demonstrierte. Der Beamten,- und Justizapperat ist nicht nur blind auf dem rechten Auge, ja sie sind Freunde rechten Daseins. Beispiele sind genug zu finden.

    ‘Lüge ist Wahrheit, Widerstand ist Terrorismus’ – Hans-Peter Friedrich

  2. Hat man meine ständigen Hinweise auf dieser Platform, vor der immer noch existenten Gefahr und latenten Gesinnung von braunem Nationalismus, für Populismus gehalten? Seit Jahren weise ich daraufhin, dass bei uns weder erkannte Kriegsverbrecher des 2. Weltkrieges verurteilt wurden, noch Prozesse gegen die sich selbst entnazifizierten SA Mitglieder die sich, nach dem politischen Neuanfang, in der FDP massiert versammelt hatten und die später sogar verrentet wurden; sie, die eigentlich ein “Viertes Reich” gründen wollten!
    Ich hatte zu den Hinweisen nie ein Feedback erhalten!

    Hierzulande wurde das “Teutonentum” noch bis in dfie späten 80er Jahre in subventionierten Vereinen gepflegt; man erinnere sich an den langen Weg bis zur Anerkennung der Oder- Weichsel (um nicht gar von der Memel zu sprechen!) Grenzangelegenheit, durch die “Landsmannschaften” (welchen Landes?). In der DDR waren es wohl die “Jungen Pioniere” und zu meiner Zeit die DJ als Vorstufe der HJ.
    Es gibt noch eine große Anzahl verkappter Gesinnungsgenossen, die ebenfalls im Lichte der Öffentlichkeit stehen und nicht der NPD angehören. Dort wird, vermutlich in Gedanken, noch die erste Strophe des Deutschlandliedes gesungen.
    Hier trauen sich scheinbar selbst die jüdischen Verbände in Deutschland nicht zu protestieren, weil sie deren Lobby und daraus resultierende Repressalien, fürchten müssten.
    Frau Drygalla ist hier wohl wieder ein Bauernopfer, mit dem man die Öffentlichkeit befriedigen möchte; das klägliche Gestammel der Verantwortlichen, spricht eine deutliche Sprache..

    Da diese Angelegenheit in die Olympia Hype fällt, möchte ich eine, zwischen mir und den Meinen kontroverse Diskussion anstossen und zwar über den enormen Tross von Funktionären, der die Menge der Aktiven scheinbar um ein Vielfaches übersteigt.
    Wäre Ihnen das nicht einer Recherche wert?

    • Ich meinte natürlich Oder – Neisse Linie; so weit nach Osten, wie angegeben, wollte ich eigentlich nicht gehen.

      Erstaunlich, dass bisher niemand darüber gefallen ist, wo doch viele immer die Flöhe husten hören. Möglicherweise ist auch die Unkenntnis inzwischen in die Pisa Studie eingeflossen.

  3. Firmenpolizei mit Spezialausbildung im Saarland mit automatischen Waffen unterwegs! Schutzgelderpressung ist ihr Geschäft! Unternehmer besaß Häuser im Millionenwert. Er muss wegen Mordabsichten Deuschland in den kommenen Tagen verlassen. Richter, Staatsanwälte und Rechtsanwälte wollten das Millionen-Vermögen. Mit Maschinengewehren kamen Sie und entsorgten daher die ganze Familie in die Psychiatrie! Anderen Unternehmern, die sich weigerten, erging es ähnlich. Seine Kinder wurden zusammengeprügelt, er und die Fau bewusstlos geprügelt.

    http://www.Kriminalstaat.de
    http://www.kriminalstaat.de/Interview/Interview-29.MP3