„Religiöse Hetze“ gegen Putin

Gebete von „Pussy Riot“ gegen Putin wurden nicht erhört

Sie sangen in der Moskauer Christ-Erlöser-Kathedrale vergeblich: “Heilige Mutter, gesegnete Jungfrau, erlöse Russland von Putin!“ (Siehe „Pussy-Riot müssen bis Januar in U-Haft bleiben“, spiegel.de, 20.7.2012.) Ihr frommer Gesang wurde stattdessen als „religiöse Hetze“ gegen den Allerheiligsten dargestellt.

Seine hilfreichen und machtbesessenen Popen sehen den Satan am Werk. Beide sehen es als Sakrileg gegen ihren Glanz und ihre Gloria. Auch den „christlichen“ und orthodoxen Profiteuren dient der Missbrauch des Religiösen stets zur Sicherung ihrer Macht und zur Bereicherung der Staat und Religion steuernden Kräfte.

Putin kann solche Demonstrationen nicht mehr verhindern mit seinem scheinbar unerschöpflicher Kapitaleinsatz zur Übernahme der großen manipulativen Medien und ihrer gekauften Meinungsmacher (sh. Wikipedia: “Medien in Russland”) . Jetzt sind die russischen Gerichte und andere Büttel am Zuge.

Wie das funktioniert, zeigen die Prozesse gegen Michail Chodorkowski. Er hielt sich nicht an das unausgesprochene Stillhalteabkommen zwischen Putin und den neuen russischen Milliardären, die sich das russische Volksvermögen angeeignet haben, oft mit Erpressung, Raub und Mord, die aber frei herumlaufen dürfen, solange sie Putins Macht nicht in Frage stellen. Auch die Hintermänner der Mörder von Anna Politkowskaja, Natalja Estemirowa und von anderen Regimekritikern werden nicht gefunden und wohl auch nicht ernsthaft gesucht. (Siehe Journalistenmord in Russland – Rätsel um den Tod von Anna Politkowskaja“, sueddeutsche.de, 6.10.2011.)

Schröder-Freund Putin  (sh. rossaepfel-exkurse.de: Schroeders-Freunde.htm) gibt sich vor dem Schauprozess nachsichtig. Selbst die Popen lenken ein, nachdem man das luxuriöse Leben ihres Patriarchen unter die Lupe genommen hat. Zu den Umtrieben dieses frommen und Putin-gefälligen Mannes nach Art mittelalterlicher Päpste fragte man sich: „Braucht ein ergebener Diener Gottes so viele kostbare Uhren, Immobilien und Luxuskarossen?“ (Siehe „Prozess gegen „Pussy Riot“ – Unverschämt vor Gericht“, taz.de, 30.7.2012.)

Gegen solche unverschämte Komplizenschaft war das Happening in seiner pompösen Kirche nur eine bunte Meinungsäußerung.
Aber die angebliche Nachsicht von Putin und seinen Popen kann nicht überzeugen. Die ferngelenkten Richter wissen, was man von ihnen erwartet in Putins „lupenreiner Demokratie“, in der nicht nur das Parlament und die hilfreichen Medien, sondern auch die Gerichte weitgehend gleichgeschaltet sind.

Vielleicht war  das Bitt-Gebet der „Drei Engel gegen Putin“ mit einer Minute für eine Erhörung zu kurz geraten. Dafür wollen die Büttel von Putin und den Popen jetzt auch die jungen Mütter  jahrelang in den Knast werfen.

 

Kommentare

Dieser Artikel hat 2 Kommentare.

  1. Ich denke, dass die Prozesse gegen Putin auch nicht aufhören werden. Dafür ist der Frust der russischen Gesellschaft schon zu stark angestiegen. Wie es von Alexander Lapin schon beschrieben wurde: “So ehrgeizige Ziele Putin außenpolitisch auch verfolgt, im Land selbst gibt es noch viel zu tun…”

    Quelle: http://die-russische-frage.de/