Kommentar

Friedensnobelpreisträger Obama und das Déjà vu des Monsieur Rainer

US-Präsident Barack Obama hat betreffs Syriens Bedenken, dass chemische und biologische Waffen des Landes in falsche Hände geraten können. Falsche Hände, die man vielleicht selbst zu Kräften hat kommen lassen?

Den Friedensnobelpreis kann man sich nicht einfach aussuchen. Wohl auch nicht der Präsident der USA. Wäre es möglich gewesen ihn auszuschlagen? Ach, sich darüber noch Gedanken zu machen, wäre gewiss dasselbe wie sich über vergossene Milch zu beklagen. Dennoch: Barack Obama ist ein kluger Kopf. Um viele Längen klüger als sein Vorgänger, der bedauerlicherweise noch immer in Freiheit befindliche Anwärter für einen Kriegsverbrecher-Prozess George W. Bush.

Ein US-Präsident und der Friedensnobelpreis

Überdies dürfte Obama nicht nur in Juristerei ausgewiesener Maßen bewandert sein.  Sondern sicher auch in puncto Weltgeschichte – sagen wir mal: nach 1945 und die (vielfach unrühmliche, um nicht zu sagen: kriegerische) Rolle seines Landes darin – gut im Bilde sein. Will sagen: dann hätte Obama in Sachen avisierter Friedensnobelpreis eigentlich freundlich aber bestimmt abwinken können. Warum? Ganze einfach deshalb, weil es für einen US-Präsidenten (siehe Geschichte) nun einmal rasch nötig werden kann, einen Krieg zu inszenieren. Bestimmte, nicht ganz arme,  US-Amerikaner wissen schon warum so etwas an sich sinnloses wie ein Waffengang ein erklecklicher Nutzen abgewonnen werden kann. Und so wissen sie auch dank ihrem Einfluss entsprechenden Druck aufzubauen, damit er auch bestimmt kommt. Und US-Präsidenten wissen ebenso gut, dass so eine Amtszeit schon mal früher als geplant und wenig natürlich zu Ende gehen kann. Also was machen? In sich gehen vielleicht, wie es Obama kürzlich seinen Landsleuten nach einem Massaker empfahl, um diese vielleicht künftig vermeiden zu können? Ich stelle mir mal vor, ein US-Präsident, der in sich gegangen wäre, hätte dem Nobelpreiskomitee diskret mitgeteilt: Danke für die mir zugedachte Ehre! Aber Sie müssen verstehen, ich bin Präsident der USA, also …

Syrien-Konflikt: Obama warnt die “Spieler in der Region”

Nun empfahl Barack Obama abermals eine Art des In-sich-Gehens. Es richtete sich diesmal nicht an seine Landsleute. Sondern in puncto Syrien-Konflikt in der Version einer Warnung an „alle Spieler in der Region“. Er drohte Syrien mit einem Militärschlag. Für den Fall, dass das Assad-Regime chemische oder biologische Waffen einsetzen oder deren Einsatz vorbereiten sollte. Bis jetzt, gab er am Montag vor Journalisten in Washington vorerst noch den verständigen US-Weltpolizisten, habe er kein militärisches Engagement im Syrien-Konflikt angeordnet. Vergaß aber geflissentlich zu erwähnen, dass der CIA dieses schon fleißig vorbereitet und den Rebellen für ihren Terror jegliche Hilfe zuteil werden lässt.

Hat Washington nichts aus dem Debakel Afghanistan gelernt?

Aber, wurde Obama dann deutlicher, seine „Kalkulationen“ würden sich „erheblich ändern“, wenn die Gefahr bestünde, dass in Syrien eine Situation entstünde, „in der chemische oder biologische Waffen in die Hände der falschen Leute fallen“. Falsche Leute – wen meint er damit? Könnten das nicht gerade die „Aufständischen“ sein, die Washington bereits einige Zeit mit Rat, Tat und Dollars unterstützt?

Obamas Bedenken müssen unter Umständen ernst genommen werden. Aber sollte man derlei nicht vorher einer Betrachtung unterziehen? Des US-Präsidenten Worte belegen einerseits, dass dies offenbar nicht geschehen ist und anderseits, dass man aus dem Debakel Afghanistan nichts aber auch gar nichts gelernt hat. Sprich: Muhadscheddin. Die Geister, die man erst rief und dann nicht mehr loswurde als sie sich von „Freunden“ zu Feinden der USA wandelten. Washington ist augenscheinlich nicht lernfähig.

Obama machte dem Regime von Präsident Baschar al-Assad und „jedem Spieler in der Region unmissverständlich klar [...], dass es eine rote Linie für uns wäre, es enorme Konsequenzen hätte, wenn wir an der Chemiewaffenfront Bewegung oder einen Einsatz sehen“. Eine solche Situation beträfe „unsere engen Verbündeten in der Region, einschließlich Israel“. Obama betonte, „die Vereinigten Staaten beobachteten die Situation sehr sorgfältig“. Man habe „eine Reihe von Eventualplänen zusammengestellt.“ Weil die Frage der Chemiewaffen nicht nur Syrien betreffe, kündigte Barack Obama an, im Fall der Fälle würde das „enorme Konsequenzen“ zeitigen.

Was ist mit dem “Spieler” Israel?

Obama warnte also „alle Spieler in der Region“. Einen Spieler der Region in aller Form strengstens zu (ver-)warnen geböte der Ernst der Lage besonders: Israel. Die rechtskonservative Regierung Netanjahu drängt beinahe täglich forcierter auf einen Angriff auf Erzfeind Iran. Wenn es denn sein muss, auch ohne grünes Licht des großen zahlenden Bruders USA. Sogar die möglichen Opfer dieses „30-Tages-Krieges“ sind zynischerweise schon berechnet. Selbst pensionierte Mossad-Leute und nun auch Israels Präsident Shimon Peres sind gegen diesen Krieg. Netanjahu ficht das nicht an. Ein gefährlicher Spieler, dieses Netanjahu-Israel. Auch Präsident Obama dürfte das so sehen. Doch diesem gefährlichen Spieler zu früh auf die Finger zu klopfen, muss er sich wohl zähneknirschend verbeißen, bis dessen Wiederwahl als US-Präsident in Sack und Tüchern ist. Eine vorzeitige Obama-Kritik an Israel nützte womöglich dem republikanischen Herausforderer Mitt Romney. Einem anscheinend ähnlichen Intelligenzbolzen aus der Art George W. Bushs. Aber es könnte freilich auch sein, dass die Menschheit dann längst andere Probleme haben wird. Und die Region, deren Spieler Obama nun noch mehr oder weniger warnte bereits voll in Brand steht. – Sind eigentlich die Totenzahlen dafür schon ausgerechnet?

Das Déjá vu des Monsieur Rainer

Nichts ist gut. Und wenn wieder einmal von Chemiewaffen die Rede ist, sollten alle Alarmglocken schrillen. Beim erfahrenen Journalisten und Schriftsteller Rainer Kahni (eigentlich Kähni) ist das in diesen Tagen geschehen. Auf seinem Blog „Monsieur Rainer“ – so wird das Mitglied von Reporters sans frontières in Frankreich genannt – schreibt Kahni: „Nun kommt mein ganz persönliches déjà vu Erlebnis: Der US – Präsident fabuliert von chemischen und biologischen Waffen des Regimes in Assad und droht mit einem Angriff. Hatten wir das nicht schon einmal als Vorwand für einen verbrecherischen Angriffskrieg gegen den Irak von einem US – Präsidenten gehört? Mir schwant nichts gutes! Meine Freude am arabischen Frühling weicht dem nackten Entsetzen!“ Weiterlesen hier.

Die Last der Friedensnobelpreis-Trägers

In der Tat verheißen die neuesten  Nachrichten kaum etwas Gutes. Brandbeschleunigung wo man nur hinsieht. Friedensstifter dringend gesucht! Wo seid ihr? Einen Friedensnobelpreis macht noch keinen Frieden. Barack Obama ist der lebende Beweis dafür. Einen Friedensnobelpreis kann man sich nicht aussuchen. Auch ein US-Präsident kann das nicht. Aber Obama hat ihn angenommen. Hätte er ihn doch bloß freundlich abgewinkt!  Wie steht er nun da: Ein Friedensnobelpreisträger, der keinen Frieden gebacken kriegt. Nicht einmal im eigenen Lande. Vielleicht bald noch um einiges schlimmer: Ein Friedensnobelpreisträger, der im Falle des von ihm nun skizierten Falles Krieg führen muss, um Präsident zu bleiben, damit nicht wieder ein  schlimmer republikanischer Finger, ähnlich einem George W. Bush, Präsident der USA wird. Wie lebt ein Friedensnobelpreisträger damit? Trägt er daran schwer?

Photo: Petra Bork via Pixelio.de

Kommentare

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  1. Es ist ja klar, daß Obama auch nur eine Marionette der Pluokraten in USA ist, ohne die Gelder von Goldman Sachs und die “Intelligence” eines Mr. Brzesinski und der Strategie, die schwarzen Wählerschichten und Afrika hinter sich zu bringen, im Hintergrund wäre der Mann mit der gefälschten Geburtsurkunde doch auch nie gewählt worden. Der Besatzungs- und Ausbeutungskrieg des Empire im Nahen und Mittleren Osten mithilfe der Militärmaschine USA läuft doch auch immer mit den selben Lügenmaschen ab. Wie sollte eine iranische Atombombe auch gefährlich sein, wenn der Westen gleichzeitig in Israel, Pakistan und Indien eine laufende Atomwaffenproduktion unterstützt? Und was können wir Deutschen auch groß an diesem Feldzug gegen den Islam ändern, wenn uns jede ehrliche Kritik unter Freunden an US-rael als “antiamerikanisch” oder “anitsemitisch” ausgelegt wird und schließlich der Vatikan praktisch nichts gegen diesen Feldzug unternimmt? Als Machtmücke müssen wir Deutschen leider auch zuschauen und mitansehen, wie die Machtmammuts USA, Israel, EU und Arabische Welt sich erstmal in Krieg, Diktatur, Ölabhängigkeit, Globalismus und Konsum-Fanatismus verrennen, bis sie ausgeblutet sind und erkennen, daß es Freiheit nur im Recht und in kleinen staatlichen Einheiten gibt. Unterdessen können wir nur darauf hinarbeiten, dass wir möglichst wenig bei diesen Verbrechensfeldzügen mitmachen und inzwischen eine neue Verfassung für echte Staaten ausarbeiten, in der Plutokratie, Bänkstertum, aggressive Räuberkriege, Lügeneliten, Inflationspolitik, Sozialstaatsabbau, abhängige Medien(mogule) und nukleare false flag 911s von vornherein verboten und verunmöglicht sind.