Aktuelle Entgeltgrenzen 2013

Neue Jahresarbeitsentgeltgrenze Versicherungspflichtgrenze 2013

Die Versicherungspflichtgrenze 2013, auch bekannt unter dem Begriff Jahresarbeitsentgeltgrenze, steigt im Vergleich zur Entgeltgrenze 2012 deutlich. Die vorläufigen Daten wurden kürzlich vom Bundesministerium bekannt gegeben. Da die Versicherungspflichtgrenze als Voraussetzung für die Befreiung von der Krankenversicherungspflicht besteht, wird es für fest angestellte Arbeitnehmer schwieriger, von der gesetzlichen in die Private Krankenversicherung zu wechseln.

Versicherungspflichtgrenze im Unterschied zur Beitragsbemessungsgrenze

Die Versicherungspflichtgrenze darf nicht mit der Beitragsbemessungsgrenze verwechselt werden. Die Versicherungspflichtgrenze ist auch unter der Bezeichnung Jahresarbeitsentgeltgrenze bekannt, und sie steht für die Einkommensgrenze, ab der man als Arbeitnehmer nicht mehr der gesetzlichen Krankenversicherung unterliegt. Wer ein Einkommen oberhalb der Versicherungspflichtgrenze verdient, darf sich entweder freiwillig gesetzlich oder privat versichern. Dazu muss das Bruttoeinkommen pro Jahr die Jahresarbeitsentgeltgrenze einmalig überschreiten, und es muss auch zukünftig aller Voraussicht nach oberhalb der Versicherungspflichtgrenze liegen.

Krankenversicherungspflicht in Deutschland

Seit dem 01. Januar 2009 gilt in Deutschland eine Versicherungspflicht in der Krankenversicherung. Deshalb muss jeder eine Krankenversicherung haben, Ausnahmen gibt es nicht mehr. Über 90 Prozent der Bevölkerung sind in der gesetzlichen Krankenversicherung pflichtversichert. Sie beziehen entweder ein Einkommen unterhalb der geltenden Versicherungspflichtgrenze, oder sie sind im Rahmen der Familienversicherung kostenfrei mitversichert. Freiwillig gesetzlich oder privat versichern darf sich dagegen jeder, dessen Einkommen pro Jahr brutto über der aktuellen Versicherungspflichtgrenze liegt. Außerdem haben Selbständige, Beamte und Studenten unter gewissen Umständen diese Wahlfreiheit. Bei diesen Personengruppen kommt keine Versicherungspflichtgrenze zur Anwendung.

Die Jahresarbeitsentgeltgrenze wird jährlich neu angepasst, sie richtet sich nach der aktuellen Lohn- und Gehaltssumme. Wenn die Löhne und Gehälter aufgrund der konjunkturellen Situation steigen, ist auch mit einer Anhebung der Versicherungspflichtgrenze zu rechnen. Sie wird den Zugang zur privaten Krankenversicherung erschweren und die Masse derer, die gesetzlich versichert bleiben und damit Beiträge in die gesetzliche Krankenversicherung einzahlen, erweitern. Letztlich steigen damit die Einnahmen der gesetzlichen Krankenkassen. Die vorläufige Bekanntgabe zeigt eine Erhöhung der Versicherungspflichtgrenze 2013 um 1350 Euro im Jahr.

Wechsel in die Private Krankenversicherung

Wer dagegen einmalig ein jährliches Bruttoeinkommen oberhalb der Versicherungspflichtgrenze bezieht, kann in die Private Krankenversicherung wechseln. Allerdings will dieser Schritt gut überlegt werden. Hat man sich erst einmal entschieden, eine private Krankenversicherung abzuschließen, ist der Weg zurück in die gesetzliche Krankenkasse nur unter sehr eingeschränkten Bedingungen möglich. Zum einen muss das Jahreseinkommen wiederum unter die Versicherungspflichtgrenze sinken, zum anderen ist der Wechsel ab 55 Jahren fast gar nicht mehr möglich, da sich die gesetzlichen Krankenkassen keine potenziell älteren und kranken Versicherten unter Vertrag nehmen wollen. Steht also der mögliche Wechsel in die PKV zu Diskussion, muss mindestens der familiären und der gesundheitlichen Umstände Rechnung getragen werden. Sie sollten bei der Entscheidung für oder gegen die PKV ausreichend berücksichtigt werden.

Jahresarbeitsentgeltgrenze bzw. Versicherungspflichtgrenze 2013

Im Jahr 2012 lag die Versicherungspflichtgrenze noch bei 50.850 Euro. Für das Jahr 2013 wird sie voraussichtlich bei 52.200 Euro liegen. Diese Angabe wird von der Bundesregierung im Herbst des Jahres noch einmal bestätigt. In die Berechnung des jährlichen Bruttoarbeitsentgelts gehen zunächst die monatlichen Lohn- und Gehaltszahlungen und regelmäßige Einmalzahlungen wie Weihnachts- oder Urlaubsgeld ein. Auch vermögenswirksame Leistungen oder Arbeitsentgelte aus versicherungspflichtigen Nebenbeschäftigungen gehören dazu. Somit müssen Angestellte im kommenden Jahr ein nochmals höheres Einkommen erzielen, um in die private Krankenversicherung wechseln zu können, meldet das Verbraucherportal test-private-krankenversicherungen.de/

Kommentare

Dieser Artikel hat 6 Kommentare.

  1. Guten Tag. Ich brauche Rat.
    Ich verstehe folgendes nicht.
    Es heisst: Wenn man mit dem Jahreseinkommen wieder unter der Versicherungspflichtgrenze sinkt dann muss man wieder in die Gesetztliche Krankenversicherung.
    Habe aber gelesen dass: Bestand bereits am 31 dez 2002 eine private Krankenversicherung, weil die Versicherungspflichtgrenze ueberschritten wuerde, gilt die besondere Versicherungspflichtgrenze von 3825 Euro/Monat.
    Ich bin seit 2000 Privat Krankenversichert.
    Was passiert mit mir weil ab 2013 ich gerade nicht genug verdiene werde?
    Danke. Peter.

    • Wenigstens der Autor hätte Ihnen antworten können. Er scheint das nicht nötig zu haben.

      Ich kann auch keine genaue Auskunft geben, würde mich aber bei beiden Krankenkassen erkundigen. GKV sowie PKV.

    • Hallo Peter,
      wer von der so genannten Jahresarbeitsentgeltgrenze “eingeholt” wird, hat die Möglichkeit sich von von der Versicherungspflicht befreien zu lassen. Die Konsequenzen sollte man schon bedenken. Details bzw. Formalia sind mit dem Versicherer zu klären. Im Idealfall hättest du einen unabhängigen Versicherungsmakler deines Vertrauens an der Seite. Der würde solche Dinge für dich regeln.

  2. … ist das nicht ein (für die Reichen) wunderbares System?

    Wer zuviel verdient, der bekommt seinen Beitrag “gedeckelt”:
    die sog. “Beitragsbemessungsgrenze”, die nichts weiter ist als ein Betrug am Geringverdiener, da der Vielverdiener ab der eben genannten “Grenze” von dem Verdienten keinen Beitrag mehr zahlen braucht – damit finanziert der Geringverdiener PROZENTUAL mit einem deutlich höheren Anteil seines Einkommens die Krankheitskosten des Vielverdieners mit!

    Wo tragen da “die starken Schultern” ihren höheren Anteil? Das Gegenteil ist der Fall…

    Und damit die (scheinbar) Reichen in der (zumindest bis zum Alter von 55 Jahren) “lukrativen” Privatversicherung schön “unter sich” bleiben, wird dann eine sog. Versicherungspflichtgrenze eingeführt, die fein säuberlich öfters mal angehoben wird (was bei der sog. Beitragsbemessungsgrenze viel seltener passiert) und die nur wirkliche “Gutverdiener” in die PKV einläßt…

    Geht es noch unsozialer?

    • es ist auch unsozial,
      wenn man viel raucht und trinkt und sich einen ordentlichen Speckbauch zulegt und viel krank feiert.
      Und es ist unsozial,
      wenn man einen ehemaligen PKV – Kunden, der eben NICHT mehr reich genug für diese ist, nicht mehr in die GKV aufnimmt,
      weil er über 55 ist!

      mfG

      • @Hans Speck
        Erst denken, dann schreiben:
        Ein Vielverdiener mit 15 % KV-Beitrag (inkl. AG-Anteil) zahlt – gerechnet auf 50.000 Euro – 7.500 Euro in die Krankenkassen ein.
        Ein Wenigverdiener mit 20.000 Euro /Jahr zahlt 3.000 in die Kassen ein. Wer bitte finanziert da wen mit???
        Krankheitskosten prozentual umzurechnen ist Schwachsinn, weil die Leistung (oder auch die Krankheit an sich) ja nicht prozentual zu- oder abnimmt (wie z.B. bei Arbeitslosengeld). Hier zählt nur die Summe – und die ist nun mal bei Vielverdienern deutlich höher (oder glauben, dass Vielverdiener grundsätzlich 2,5 mal so hohe Krankheitskosten haben?)
        Bei Rechtschutzversicherungen o.ä. gibt es grundsätzlich nur Einheitsbeträge, da wird gar nicht prozentuel umgerechnet. Für eine bestimmte Leistung wird halt ein bestimmter Betrag gezaht. Warum sollte es auch anders sein?
        (ich liege übrigens deutlich unter der Beitragsbemessungsgrenze).