KOMMENTAR

Quietscheentchen auf hoher See und die Meeresforschung

Am 10. Januar 1992 geriet ein Frachtschiff in einen schweren Sturm. Zwölf Container gingen bei dem Sturm über Bord. Einer der Container öffnete sich und der Inhalt wurde von der Meeresströmung erfasst. 29.000 Enten, Schildkröten, Frösche und Biber aus Plastik, die unter erniedrigenden Zuständen aus einer chinesischen Fabrik nach Seattle gebracht werden sollten, haben dadurch ihre grundgesetzlich garantierte Freiheit wieder erlangt und sind eine abenteuerliche Weltreise angetreten.

Dieses Ereignis weckte große Schadenfreude nicht nur bei den Kindern, sondern auch bei den Anhängern der Meeresforschung. Die befreiten Plastiktiere boten den Meeresforschern die Möglichkeit, die Wege der freiheitsliebenden Plastiktiere sorgfältig zu verfolgen, um damit etwas mehr über die Strömungen auf den Meeren und Ozeanen zu erfahren. Und sogar der Hersteller des Spielzeugs verhängte ein Kopfgeld von 100 Dollar für jedes entlaufene Tierchen, um die Forschung damit zu unterstützen.

Das erste Hindernis und der Golfstrom am Ende

Als erstes Hindernis stellte sich den Tierchen der subarktische Meereswirbel in den Weg – ein gigantisches Wasserkarussell, das von starken Winden und der Erdrotation angetrieben wird. Es drehen sich insgesamt fünf von solchen Wirbeln an den Ozeanen und in ihrem Zentrum sammelt sich verschiedenes Treibgut vor allem aus Plastik in gigantischen Mengen, so dass diese Meereswirbel oft als Müllstrudel bezeichnet werden.

Um nicht auf dem Müll zu landen, mussten die Plastiktierchen große Anstrengung aufbringen, um auf verschiedenen Wegen die Meere und Ozeane zu erobern. Wenn man sich auf der Karte die Wanderwege der Tierchen detaillierter anschaut, dann stellt man mit Überraschung fest, dass die mutigen Plastiktierchen vom Norden gegen den mächtigen Golfstrom Richtung Süden schwammen.

Strömungen und deren Ursachen

Die Strömungen der Luft und des Wassers in den Meeren und Ozeanen haben zwei gemeinsame Ursachen: Erstens die Erdumdrehung, der das Wasser und die Luft nicht ganz freiwillig folgen und deshalb gegen die Drehrichtung der Erde strömen. Die zweite gemeinsame Ursache für die Strömungen in Luft und Wasser ist die sogenannte Temperaturkomponente, welche die Thermohaline Zirkulation verursacht.

Darüber hinaus wird auch stark vermutet, dass auch die Winde dass Wasser der Meere und Ozeane zum Strömen bringen. Das deswegen, weil die Strömungen des Wassers an den Meeren und Ozeanen mit der Strömung der Winde oft übereinstimmt. Wenn aber die Strömungen der Winde und Ozeane bereits zwei gemeinsame Ursachen haben – die der Erdumdrehung und die der thermohalinen Zirkulation, dann müssen sie auch gewisse Gemeinsamkeiten aufweisen.

Was wollen uns die Quietscheentchen sagen?

Die Quietscheentchen wurden auf ihren abenteuerlichen Reisen durch zwei Strömungen angetrieben – durch die Strömungen der Meere und Ozeane und durch die Windströmungen. Und wir können noch lange darüber streiten, welche von diesen Strömungen die stärkere war, die dominantere – ob die Wege der Quietscheentchen vornehmlich durch die Wasserströmung oder durch die Windströmung bestimmt wurden. Der Streit über diese Frage wird um so wichtiger, wenn die Strömungen an den Meeren und Ozeanen mit den Windströmungen nicht ganz übereinstimmen oder sogar gegensätzlich sind.

Auch eine Treibboje, die der Meeresforschung dient, wird oft von den Winden angetrieben, wenn sie auf der Wasseroberfläche schwimmt. Deswegen versuchen die schlauen Forscher die Bojen unter Wasser zu verstecken, wenn sie ausschließlich die Strömungen im Wasser untersuchen wollen.

Bei unserer Debatte ums Versiegen des Golfstroms muss zwangsweise ein Durcheinander entstehen, das einerseits durch unberechenbare Strömungen in der Luft und im Wasser verursacht wird, andererseits durch die verschiedenen Meinungsströmungen. Und in diesem Durcheinander werden uns weder die Klimaforscher noch die Meereskundler den richtigen Weg weisen können. Wir sollten eher dem Vorbild der Quietscheentchen folgen und uns aus dem Container der festen Überzeugung befreien, selbst wenn wir noch lange auf den befreienden Sturm warten müssen. Dann aber die Gelegenheit nutzen!!!

Kommentare

Dieser Artikel hat 9 Kommentare.

  1. Wenn man sich auf der Karte die Wanderwege der Tierchen detaillierter anschaut, dann stellt man mit Überraschung fest, dass die mutigen Plastiktierchen vom Norden gegen den mächtigen Golfstrom Richtung Süden schwammen.

    Nö, die sind aus der Arktis dem Ostgrönlandstrom und dann dem Labradorstrom Richtung Süden gefolgt. Dort sind sie dann auf den Golfstrom getroffen und wurden über den Nordatlantikstrom Richtung Europa transportiert.

    http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/1/1f/Friendly_Floatees.png

    http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/1/16/Ocean_current_2004.jpg

  2. Als erstes Hindernis stellte sich den Tierchen der subarktische Meereswirbel in den Weg – ein gigantisches Wasserkarussell, das von starken Winden und der Erdrotation angetrieben wird. Es drehen sich insgesamt fünf von solchen Wirbeln an den Ozeanen

    Der subarktische Meereswirbel gehört nicht zu denen von Ihnen fünf gezeigten/ verlinkten Meereswirbeln.

    http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:Oceanic_gyres.png&filetimestamp=20080405024730

    Bei den fünf von Ihnen gezeigten/ verlinkten Meereswirbeln handelt es sich um die fünf subtropischen Meereswirbel der Weltmeere. Dazu gehört nicht der subarktische Meereswirbel. Sagt doch schon der Name. Hier der subarktische Meereswirbel:

    http://ars.els-cdn.com/content/image/1-s2.0-S0079661199000142-gr1.gif

    • Das überrascht mich, dass Sie nun aufgeben, @Krüger. Sie schreiben doch genauso absichtlich genauso verworren. Nicht nur in Ihren Artikeln, sondern auch in Ihren Kommentaren. Daher müssten sie darin gute Übung haben. Sie müssten das Verworrene gut beherrschen können…

          • Sehr geehrter Herr Krüger!
            Nachdem Sie den Forscher Rahmstorf durch neue Messungen widerlegen wollten, sind Sie nicht bereit, auch andere Annahmen und Theorien vieler anderen Forscher in die Frage zu stellen.
            Ich bin dazu bereit.
            Als freund der Windenergie weiß ich, dass die Windparks am offenen Meer am effektivsten sind, deswegen werden sie dort auch mit großem Aufwand errichtet. Die Effektivität kommt davon, dass die Winde durch die Reibung mit der Wasseroberfläche am wenigsten ausgebremst und damit geschwächt werden. Die Winde geben also auf die Wasseroberfläche SEHR WENIG ENERGIE AB.
            Um das Wasser der Meere und Ozeane zu bewegen, ist eine gewaltige Kraft notwendig. Ein einziger Quadratmeter des Wassers in die Tiefe von 10 cm wiegt grob geschätzt 100 Kilo. Um diesen Quadratmeter zu bewegen, müssen Sie natürlich auch mit dem Widerstand des umliegenden Wassers rechnen.
            Wie überträgt der Wind seine Energie auf das Wasser? Die kinetische Energie des Windes wird von den Molekülen des Windes auf die Moleküle des Wassers übertragen. Es trifft also ein sehr leichtes Massenkörper auf ein sehr schweres.
            Was passiert dabei???
            Die Windmoleküle, die auf das Wasser treffen, werden sehr stark ausgebremst. Sie rollen viel langsamer AUF DEM WASSSER und wegen der mangelnden Energie können sie nicht “weg springen”. Sie werden durch die anderen Windmoleküle, die darüber hinweg strömen, auf der Wasseroberfläche festgehalten. Also rollen die ausgebremsten Luftmoleküle über das Wasser und die Energie des übrigen Windes erzeugt vor allem DRUCK auf diese Moleküle und damit auch auf das Wasser mit sehr geringer BEWEGUNGSENERGIE. Durch diesen Druck entstehen die Wellen auf der Wasseroberfläche.
            Schon als kleiner Junge habe ich einen toten Fisch beobachtet, der unter der Wasseroberfläche schwamm. Dabei sah ich, wie die Wellen über den Fisch treiben, den Fisch jedes mal anheben, dann wieder fallen lassen um weiter zu “strömen”, während der Fisch immer noch auf der gleichen Stelle schwamm. Ich habe schon damals sehen können, was ich erst später begreifen konnte: Dass sich die Wasserwellen als DRUCKWELLEN über den Fisch und die Wasseroberfläche bewegten, die von einem Wassermolekül auf das andere übertragen wurden. Dass Wasser kam aber nicht wirklich zum Strömen, es blieb an der Stelle stehen wie der tote Fisch…

  3. @aa

    “Ein einziger Quadratmeter des Wassers in die Tiefe von 10 cm wiegt grob geschätzt 100 Kilo.”

    Welche Höhe hat ein Quadratmeter Wasser?