WISSENSCHAFT

Auch Tiere haben eine Seele

Sechster Sinn der Tiere, Schwarmintelligenz und Organisation im Insektenstaat. Generationen von Biologen haben vergeblich versucht, hierfür eine plausible Erklärung zu finden. Jetzt haben sie Unterstützung aus der Physik bekommen. All diese Effekte sind wahrscheinlich auf Quantenphänomene zurückzuführen.

Eigentlich habe ich nie daran gezweifelt, dass Tiere eine Seele besitzen. Als ich mich mit einem guten Bekannten einmal über dieses Thema unterhielt, vertraute er mir folgende erstaunliche Geschichte an:

„Vor einigen Jahren starb unsere Hündin, die wir einst aus dem Tierheim geholt hatten. Als sie 16 Jahre alt war, wurden ihre Wege auf Grund ihres schwachen Herzens zuletzt immer kürzer.

Etwa drei Wochen vor ihrem Tod bemerkte ich, dass ein eigenartiger Geruch von ihr ausging. Er war nicht unangenehm, er war einfach nur anders.

Eines Morgens wollte Sara entgegen ihrer Gewohnheit sehr früh in den Garten. Sie legte sich unter einen Baum, und ich spürte irgendwie, dass sie bald sterben würde. Ich nahm ihren Kopf und streichelte ihn. Dann bemerkte ich plötzlich, dass ihre Augen gebrochen waren.

Noch Wochen und Monate später nahm ich immer mal wieder sporadisch für etwa 30 Sekunden Saras Geruch wahr. Dabei hatte ich immer das Gefühl: Mensch – mein Hund ist ja noch irgendwie da! Mein Sohn, der damals sieben Jahre alt war, frotzelte darüber und meinte, es liege wohl an der Hunde-Ausgehhose, die ich trug. Die war natürlich längst gewaschen. Der Geruch tauchte immer wieder auf. Eines Tages war ich in einer 700 Kilometer entfernten Großstadt bei einem Geschäftspartner. Plötzlich – quasi mitten in einer Besprechung – spürte ich wieder den Geruch meiner Hündin in der Nase.

Als ich diese Geschichte einer Bekannten erzählte und sie fragte, ob sie eine Ahnung habe, warum ich meinen Hund immer nur riechen würde, sagte sie mir, dass das doch ganz logisch sei. Schließlich sei der Geruch für den Hund die wichtigste Sinneswahrnehmung. Und wenn er sich offenbart habe, dann natürlich über diesen Kanal.“

Im Prinzip bedienen sich Hunde eines uralten Kommunikationsprinzips. „Am Anfang allen Lebens stand die molekulare Erkennung auf der Basis der Geruchswahrnehmung“, unterstreicht Professor Dr. Dr. h. c. Wittko Francke von der Abteilung für Organomeereschemie an der Universität Hamburg. So habe es die chemische Kommunikation schon zu einer Zeit gegeben, als es noch gar keine höheren Lebewesen, geschweige denn Säugetiere gab. Zwar spiele dieser chemische Kanal beim Menschen nicht die primäre und tragende Rolle wie in der Tierwelt, dennoch komme er offenbar in bestimmten Situationen zur Entfaltung.

Mit anderen Worten: Obwohl wir uns fast ausschließlich durch Sprache verständigen, hat auch der Mensch die Möglichkeit, molekulare Duftbotschaften zu empfangen.

Eine andere, aber nicht minder erstaunliche Geschichte über einen Hund findet sich in einem Bericht aus dem frühen 20. Jahrhundert.

Gibt es eine telepathische Verbindung zwischen Mensch und Hund?

Im Jahre 1919 veröffentlichte der amerikanische Naturkundler William Long ein erstaunliches Buch mit dem Titel: How Animals Talk (Wie Tiere sprechen). Darin erzählt er, wie der Hund, den er als Junge hatte, auf seine Internatszeit reagierte.

„Ich ließ Don immer sehr ungern zurück, wenn ich zur Schule musste, und er schien immer zu wissen, wann ich wieder einmal auf dem Weg nach Hause war. Monatelang hielt er sich beim Haus auf und gehorchte meiner Mutter, die eigentlich nie einen Hund haben wollte, aufs Wort. Aber an dem Tag, wo man mich erwartete, verließ er das Grundstück, auch wenn es ihm verboten wurde, und suchte eine kleine Anhöhe hinter dem Heckenweg auf, von wo aus er die Hauptstrasse überblicken konnte. Und um welche Zeit ich auch immer ankommen mochte, mittags oder um Mitternacht, immer traf ich ihn dort an.

Einmal brach ich von meinem Schulort auf, ohne mich daheim anzukündigen. An dem Tag konnte meine Mutter Don nicht finden und rief ihn vergeblich. Einige Stunden später, als er nach vielem Rufen immer noch nicht erschienen war und sogar sein Mittagessen versäumte, ging meine Mutter auf die Suche und fand ihn erwartungsvoll auf seinem Aussichtspunkt ausharrend … Ohne den geringsten Zweifel, dass mein Zimmer bald gebraucht würde, ging sie wieder ins Haus und traf die Vorbereitungen. Hätte der Hund sich öfter dort oben herumgetrieben, so hätte man einen Zufallstreffer in der Sache sehen können. Aber er hielt sich dort nur an Tagen auf, an denen man mich erwartete. Einmal wurde beobachtet, dass er seinen Posten wenige Minuten nach der Abfahrt meines Zuges in der fernen Stadt einnahm. Anscheinend wusste er, wann ich nach Hause aufbrach.“

 

Skeptiker werden sofort dagegenhalten, dass es Tausende von Hunden geben dürfte, die dieses Verhalten nicht zeigen. Dessen ungeachtet gibt es aber zahlreiche Fallbeispiele, die für einen sechsten Sinn der Tiere sprechen, also für ihre Fähigkeit, Dinge wahrzunehmen, die nicht mit den üblichen fünf Sinnesorganen aufgenommen werden können. Man meint dann meist Psi-Fähigkeiten, also „außersinnliche“ Wahrnehmungen.

Biologen benutzen den Begriff „sechster Sinn“ allerdings zunehmend, um damit elektrische und magnetische Sinne von Tieren zu beschreiben, über die der Mensch nicht verfügt. So erkennen beispielsweise Zitteraale ihre Gegner im Dunkeln durch die Wahrnehmung von Änderungen elektrischer Felder, die sie selbst aussenden. Aus diesem Grund findet man in der heutigen Literatur für die Wahrnehmung paranormaler Phänomene häufig auch den Begriff „siebter Sinn“, was etwas verwirrend ist.

Warum spüren Tiere bevorstehende Naturkatastrophen?

Ganz gleich, ob sechster oder siebter Sinn: Augenzeugenberichte über ein eigenartiges Verhalten von Tieren ziehen sich wie ein roter Faden durch die Zeitgeschichte. Besonders häufig finden sich Beobachtungen, dass Tiere offenbar bevorstehende Erdbeben spüren. Ein aktuelles Beispiel liefert ein verheerendes Beben, das am 19. Mai 2008 die chinesische Provinz Sichuan heimsuchte. An dem Tag, als sich das Erdbeben ereignete, wurde der Zeitung Wuhan Evening Paper zufolge in der Mittagszeit bei Zootieren ein ungewöhnliches Verhalten beobachtet: Zebras schlugen ihre Köpfe gegen die Tür ihres Geheges, Elefanten schwenkten wild den Rüssel. Insgesamt 20 Löwen und Tiger, die sonst Mittagsschlaf halten, sollen unruhig umhergelaufen sein. Und wenige Minuten vor dem Erdstoß hätten Dutzende Pfaue zu kreischen begonnen, berichtete das Blatt.

Auch bei der Tsunami-Katastrophe, die am 26. Dezember 2004 große Küstenregionen Südostasiens heimsuchte, konnten sich, wie Augenzeugen übereinstimmend berichteten, Tiere dank ihrer übersinnlichen Fähigkeiten noch rechtzeitig retten. Unmittelbar nach der Katastrophe erklärte H.D. Ratnayaka, Vizedirektor der Naturschutzbehörde Sri Lankas: „Ich glaube, Tiere können Katastrophen spüren, sie haben einen sechsten Sinn“. Nachzulesen ist der ausführliche Beitrag unter anderem bei Focus Online vom 11. Januar 2005.

Regelrecht verblüffend war, dass nach der Tsunami-Katastrophe Helfer im Yala West National Park – einem der ältesten und bekanntesten Nationalparks auf Sri Lanka – keine toten Tiere vorfanden. Augenzeugenberichten zufolge wurden zahlreiche Tiere kurz vor dem Anbranden der Flut unruhig und bewegten sich von den Stränden weg ins Landesinnere. „Zahme Elefanten rissen sich plötzlich los und rannten panisch auf Anhöhen und Hügel“, hieß es in der lokalen Presse.

Der Tsunami suchte auch die im Indischen Ozen gelegenen Inselgruppen der Andamanen und Nikobaren heim. Auch dort wurden Tiere vor dem Eintreffen der Flutwelle verhaltensauffällig. Dadurch retteten sie sogar die dort lebenden Menschen.

Während die etablierte Wissenschaft dem Einsatz von Tieren als Frühwarnsystem bei bevorstehenden Naturkatastrophen skeptisch gegenübersteht, haben die Eingeborenenstämme der Andamanen und Nikobaren von ihren Vorfahren gelernt, die Signale der Tierwelt zu beachten. Als sie ein seltsames Gezwitscher der Vögel vernahmen und auch ein ungewöhnliches Verhalten von Eidechsen und Delfinen beobachteten, zögerten sie nicht lange, sondern flüchteten ins sichere Innere der Inseln und entkamen auf diese Weise der Katastrophe.

Berichte dieser Art könnten problemlos ein ganzes Buch füllen. Ich möchte den Reigen beeindruckender Beispiele an dieser Stelle aber nicht weiter fortführen, sondern vielmehr die Frage stellen, ob es zu der Theorie einer kosmischen Einheit, die über ein unsichtbares Band alles miteinander verbindet, überhaupt eine Alternative gibt. Bevor ich auf diese Frage näher eingehe, möchte ich ein weiteres Phänomen aus dem Tierreich erörtern.

Dokumentiert sich im Schwarmverhalten der Tiere ein Quantenphänomen?

Wenn ich den Urlaub gemeinsam mit meiner Familie in tropischen Gefilden verbringe, schnorcheln wir gern im Korallenriff, um uns an den farbenprächtigen Fischen und der bizarren Unterwasserwelt zu erfreuen. Dabei haben wir uns des Öfteren gefragt, weshalb die einzelnen Individuen eines Fischschwarms bei einer Störung quasi gleichgeschaltet reagieren und in Bruchteilen einer Sekunde als gut koordinierte Gruppe gezielt ihre Richtung ändern können. Sind beim Schwarmverhalten kleiner Tiere etwa Quanteneffekte im Spiel?

Die Schwarmintelligenz gehört zu den erstaunlichsten Phänomenen in der modernen Biologie. So kann ein Schwarm weitaus mehr als die Summe seiner Teile. Wissenschaftler fanden zum Beispiel heraus, dass ein einzelnes Bienengehirn mit einem Gedächtnis von sechs Tagen arbeitet, während der Schwarm als Ganzes mit einem Gedächtnis von drei Monaten operiert. Das ist dreimal so lang wie eine Biene im Durchschnitt lebt.

Wenn man sich ein Bienenvolk als einen einzigen Organismus vorstellt, kann man viel besser verstehen, wie der Bienenstaat funktioniert. Wissenschaftler wie Professor Jürgen Tautz vom Biozentrum der Universität Würzburg sprechen bereits von „dem Bien“, einem Superorganismus aus 30.000 bis 50.000 Bienen, dessen Zellen sich tagsüber trennen, ausfliegen, zurückkehren und nur in der Nacht und im Winter eine körperliche Einheit bilden. So wie Zellen in einem Körper verschiedene Aufgaben übernehmen, so unterwerfen sich auch die Bienen einer hoch spezialisierten Arbeitsteilung. „Das Bienenvolk ist wie ein Supercomputer. Zusammen haben die Bienen etwa fünf Milliarden Gehirnzellen, die Hälfte unseres Gehirns. Aber die Gehirnzellen der Bienen erkunden tagsüber die Welt und tauschen anschließend unendlich viele Informationen aus“, zieht Tautz Bilanz.

Fazit: Die einzige plausible Erklärung für die Schwarmintelligenz liefert das Verschränkungsprinzip der Quantenphysik.

Nicht nur Säugetiere und Fische, sondern auch Insekten wie Bienen oder Schaben verfügen möglicherweise über ein Bewusstsein. Diese Auffassung vertritt beispielsweise der renommierte Wissenschaftsjournalist Alun Anderson, der von 1992 bis 2005 Chefredakteur des Magazins New Scientist war.

Anderson hatte zuvor eigene Forschungen an den Sensorien von Insekten durchgeführt. Als Sensorien werden in der Medizin diejenigen Gebiete des Gehirns bezeichnet, in denen Sinnesreize wahrgenommen und verarbeitet werden.

Im Rahmen seiner Forschungen trainierte er Bienen so, dass sie zum Ansteuern einer Nahrungsquelle durch eine kleine Öffnung flogen. Zu seinem Erstaunen stellte Anderson fest, dass die Tiere die Raumausstattung bewusst wahrnahmen und auf Veränderungen verwirrt reagierten. Er schloss daraus, dass das Bienengehirn zu einer bewussten Vorstellung seiner Umgebung fähig ist. Damit befindet er sich im Widerspruch zur etablierten Wissenschaft, die nach wie vor davon ausgeht, dass das Bienengehirn, welches etwa über eine Million Neuronen verfügt, nur zu instinktiven Reaktionen befähigt sei.

Erstaunliche Entdeckung bei Zugvögeln

Ein weiteres bemerkenswertes Naturphänomen, das bereits Generationen von Wissenschaftlern beschäftigt hat, ist der ausgeprägte Orientierungssinn der Zugvögel. So fliegen Jahr für Jahr weltweit rund 50 Milliarden Zugvögel von ihren jeweiligen Brutstätten zu ihren Winterquartieren und wieder zurück, wobei zum Teil gewaltige Entfernungen von bis zu 15.000 Kilometern zurückgelegt werden. Doch wie funktioniert dieses biologische Navigationssystem, das auch Brieftauben zu erstaunlichen Leistungen befähigt?

Offenbar spielen hierbei mehrere Faktoren eine Rolle. Als unbestritten gilt, dass sich Zugvögel sowohl nach dem Stand der Sonne als auch nach den Sternen orientieren können. Den Sonnenstand sollen Zugvögel selbst noch bei geschlossener Wolkendecke wahrnehmen. Neueste Forschungsergebnisse sprechen zudem dafür, dass ihnen neben der Sonne und den Sternen auch das Magnetfeld der Erde als Orientierungshilfe dient.

Bei der Suche nach dem Zustandekommen des Magnetsinns tappten die Forscher bisher jedoch lange im Dunkeln. Der Physiker Iannis Kominis von der Universität Kreta glaubt jetzt, die Lösung gefunden zu haben. Seinen Untersuchungen zufolge ermöglicht es ein Quanteneffekt dem Erdmagnetfeld, eine chemische Reaktion in der Netzhaut der Vögel auszulösen, durch welche die Vögel die Information über die Richtung des Erdmagnetfeldes erhalten. Unterstützung findet die Theorie durch neue Forschungsergebnisse. Beispielsweise konnte nachgewiesen werden, dass bestimmte optische Nervenzellen der Vögel auf Richtungsänderungen von Magnetfeldern reagieren.

Übrigens: Dass auch Tiere eine Seele besitzen, steht bereits in der Bibel geschrieben. So finden wir im ersten Buch Mose 1:20, 21, 24, 25: „Gott sprach weiter: ,Die Wasser sollen ein Gewimmel lebender Seelen hervorbringen . . .‘ Und Gott ging daran, die großen Seeungetüme zu erschaffen und jede lebende Seele, die sich regt, die die Wasser hervorwimmelten, nach ihren Arten und jedes geflügelte fliegende Geschöpf nach seiner Art. . . . Und Gott sprach weiter: ,Die Erde bringe lebende Seelen nach ihren Arten hervor . . .‘ Und Gott ging daran, die wild lebenden Tiere der Erde zu machen nach ihrer Art und das Haustier nach seiner Art und jedes sich regende Tier des Erdbodens nach seiner Art.“

Ein ganz anderer Gedanke hierzu: In der Praxis des deutschen Strafrechts wird ein Tier immer noch als „Sache“ behandelt. Wäre hier nicht eine Neuorientierung der Rechtspraxis vonnöten? Dies musste ich in diesem Zusammenhang am Rande einmal loswerden.

 

Weitere Infos zum Thema liefert das Buch des Autors: „Die geheime Physik des Zufalls“, http://www.amazon.de/geheime-Physik-Zufalls-Quantenph%C3%A4nomene-Quantenphysik/dp/3833474203/ref=sr_1_6?s=books&ie=UTF8&qid=1348406324&sr=1-6

 

 

Kommentare

Dieser Artikel hat 2 Kommentare.

    • Das habe ich bereits getan. Er liefert einige sehr beeindruckende Beispiele. Im Gegensatz zu ihm bin ich allerdings der Meinung, dass wir keine neue Feldtheorie (morphogenetische Felder) aus dem Zylinder zaubern müssen. Die Quantenphysik eröffnet eine ausreichende Erklärung.