LITERATUR

Auf den Spuren der Literatur – Teil 57

Auf den Spuren der Literatur heute mal zu Besuch bei einem noch lebenden Dichter, der uns daran erinnert, dass endlich der ökonomischen Berechnung ein Ende gesetzt werden sollte, dass immer ein ganz bestimmter Teil der Menschheit alles dazu hergeben muss, damit die Ökonomie überhaupt läuft.

(Foto: privat)

(Foto: privat)

Neues Jahr

 

Und immer wieder ein neues Jahr, das schützt uns die

Armut, bereitet den Reichtum und trotzig geht ihren

Weg die Zeit.

 

Bis anhält ein gütiges Wort diesen Lauf und beendet den

Marsch in die Irre und aufsteht der Mensch und abschüttelt,

was ihn hindert.

 

Dann schützt die Not nicht mehr Armut

und Reichtum macht sich nicht stark,

weil anders verteilt jetzt das gültige Wort

die Werte, doch nicht wegen Gerda, die es

im Landtag versprach und nicht wegen Richard,

der es verhieß in seiner letzten Weihnachtsansprache.

 

Klaus Grunenberg

 

Interpretation

 

Auf den Spuren der Literatur heute mal zu Besuch bei einem noch lebenden Dichter, der uns daran erinnert, dass endlich der ökonomischen Berechnung ein Ende gesetzt werden sollte, dass immer ein ganz bestimmter Teil der Menschheit alles dazu hergeben muss, damit die Ökonomie überhaupt läuft.

Und man meint fast, die Macher halten den Prozentsatz dieses Menschenanteils immer gerade so hoch, dass ihre ökonomische Rechnung wirklich aufgehen muss. Nun aber zum Gedicht selbst.

Das gütige Wort, heißt es hier; dieses Wort soll uns retten? Wo hehre Worte uns lange schon beruhigen und mehr und mehr die Wege der Menschen auseinander gehen, in Krieg und in Not sich entfernen vom Paradies der Vergangenheit, das erst wieder erstehen wird in Zukunft.

Aber nicht in dieser Welt, heißt es in heiliger Aufschrift und schon sind wir wieder beunruhigt. Nicht in dieser Welt? Das gültige Wort wird dann im zweiten Teil dieses Gedichtes gefordert. Gütig und gültig, nur durch einen Buchstaben von einander getrennt und doch haben beide Worte eine eigene Bedeutung für uns, einen Wert, den wir gerne aufsaugen. Beide Worte klingen nämlich nach Rettung, nach Ausgleich, nach gerechter Verteilung der Güter auf unserer Erde.

Ein Schelm, wer Böses dabei denkt und Neid vorschiebt und so die Diskussion von Anfang an verdirbt. Wir Menschen haben ein Gespür dafür, was gerecht ist und was nicht. Das wurde uns eingegeben, vermacht und wer weiß es schon genau, von wem. Sokrates zum Beispiel wusste es, aber der war ein Athener und wurde auch getötet.

Abgeordnete und politisch Verantwortliche aber sollen es wissen, was wir von ihnen halten, deswegen sind sie gefordert, nicht nur Reden zu halten.

Auf ein Neues also, auf ein wirklich Neues und prosit!

Inzwischen tanzt, meine Lieben, seid unruhig, singt und setzt euch nicht zu oft vors Fernsehgerät, auch wenn es HD- Qualität ausstrahlt, und genießt lieber gelegentliche Sonnenuntergänge, wie diesen von vorgestern zum Beispiel.

 

Klaus Grunenberg

 

 

 

Kommentare

Dieser Artikel hat 2 Kommentare.

    • Wenn der Dumme wegen seiner Lernschwäche von niemandem lernen kann, dann bleibt ihm halt nichts anderes übrig, als alles besser zu wissen. Die einen geben mit ihren Muskeln an, die anderen mit ihrer Intelligenz und der Dumme weiß halt alles besser…
      Albert Albern