FIKTION

Til Schweiger wird Russe – Auf der Flucht vor der Filmkritik: Asyl bei Putin

Der Film-Schauspieler und Produzent Til Schweiger will seinem französischen Kollegen Gérard Depardieu, der schon über einen russischen Pass verfügt, ins Moskauer Exil folgen. Wir sprachen mit dem sensiblen Künstler über die Gründe seiner Flucht.

(Foto: gdcgraphics/flickr)

(Foto: gdcgraphics/flickr)

Herr Schweiger, Sie wollen in den nächsten Tagen nach Moskau übersiedeln. Was ist der Hauptgrund für diesen Schritt?

Sehen Sie, immer wenn ich einen meiner tollen Filme auf den Markt bringe, fällt die Meute der deutschen Kritik über mich her. Ich habe es satt, dass meine Filme immer nur verrissen werden. Das wird mir in Russland nicht mehr passieren, da sorgt schon mein Freund Putin für. Der wird auch nicht kritisiert. Und wenn doch, dann nicht mehr lange!

Aber Sie lassen doch schon seit Jahren keine unbequemen Kritiker mehr in die Pressevorführungen ihrer Filme . . .

. . . trotzdem gibt es immer wieder Kritikerstrolche, die dann was Schlechtes drüber schreiben. Mit mir nicht mehr!

Werden Sie denn die üppige deutsche Filmförderung nicht vermissen, die Sie seit Jahr und Tag einstreichen?

Das ist ja der Skandal. Immer wieder werde ich mit Millionen Steuergeldern gezwungen Filme zu drehen. Dann kommen die Verrisse. Das ist doch kein Menschenrecht, ist das.

Gestatten Sie eine eher privat Frage: Wie entstand die Freundschaft zu Wladimir Putin?

Nun, wir haben vieles gemeinsam, wir haben beide Töchter , einen gut gestylten Oberkörper und er spricht genauso gut Deutsch wie ich . . .

. . . aber er knödelt nicht so wie Sie . . .

. . . wenn Sie mich beleidigen wollen, dann breche ich das Interview ab.

Nein, nein, wir finden ihren Knödelakzent ganz toll! Wie sind denn Ihre Pläne, haben Sie neue Projekte?

Als erstes werde ich mit meinem Freund Gérard Depardieu eine Fortsetzung der Obelix-Serie drehen. Wir haben schon festgelegt, dass ich den Idefix, den Hund, spiele. Ich immer auf dem Arm von Obelix, das ist der Traum!

Aber die Obelix-Rechte liegen doch nicht bei Depardieu?

Das macht nichts. Die Figur wird Olbelixow heißen, der Hund Idefixsky, oder so. Und Putin spielt den Asterixow. Das kommt total gut.

Wollen Sie denn ihre erfolgreichen Liebeskomödien wie “Keinohrhasen” und “Zweiohrküken” nicht fortsetzen?

Doch, doch, ich denke an Filmtitel wie “Schwarzeaugen-Bärchen” oder “Kalinka-Mäuschen”, gerade in der russischen Folklore steckt jede Menge Anregung für mich.

Trotz der interessanten neuen Projekte: Ihnen ist schon klar, dass Putin kein lupenreiner Demokrat ist, oder?

Ja, und? Dafür wird mit Sexualstraftätern in Russland kurzen Prozess gemacht. Nicht wie bei uns. Wie ich schon damals im Gespräch mit Markus Lanz gesagt habe: Es muss eine Meldepflicht für Sexualstraftäter geben, das wird in Deutschland von diesen Gutmenschen verhindert.

Was wird denn nun mit ihrem neuen Tatort-Projekt, als Russe können Sie doch schlecht einen deutschen Kommissar spielen.

Putin und ich planen schon einen super Spionagefilm. Er bringt jede Menge KGB-Erfahrungen mit und ich habe diese Afghanistan-Erfahrungen aus meinem letzten Film. Mir schwebt schon so ein Titel vor wie “Opium fürs Volk”, dann nehme ich ein Automatikgewehr und mache alle fertig. – Aber da fällt mir auf, an so ein Gewehr kommt man auch prima in den USA, und die sind ja zur Zeit in Afghanistan und die haben schon lange die Meldepflicht für Sexualstraftäter, vielleicht sollte ich doch lieber einen US-Pass beantragen, oder?

Herr Schweiger, wir bedanken uns für das Gespräch.

Kommentare

Dieser Artikel hat 3 Kommentare.