Der FC Bayern und sein neuer Trainer

Bringt Guardiola richtig Pepp?

Jetzt freuen sich alle beim FC Bayern München auf ihren neuen Trainer. Der Pep kommt im Sommer. Pep Guardiola hat sich für Bayern München als neuen Verein entschieden. Doch kann er halten, was er verspricht?

Er hat dem FC Barcelona ein Gesicht gegeben.  Es war seine Idee vom “Tiki-Taka”, dem schnellen Zirkulieren des Balles, mit dem der FC Barcelona unter Josep Guardiola – Spitzname: Pep – als Trainer unter anderem 2 Champions League-Titel gewonnen hat. Nicht zu vergessen die ganzen nationalen Titel, mit denen er sich beim FC Barcelona unsterblich machte.

So einen wollen wir haben, sagten sich die Bayern-Bosse, und verhandelten mit Wissen ihres derzeitigen Trainers Jupp Heynckes mit Guardiola in New York. Obwohl, der Jupp wollte eigentlich noch gar nicht aufhören. Schließlich ist er erst 67 Jahre alt, was heutzutage ja kein Alter ist. Muss ja nicht jeder in Rente mit 67. Vor allen Dingen nicht, wenn man mit Bayern München alles gewinnen kann. Und das kann der Jupp in dieser Saison: In der Bundesliga (sicher), im DFB-Pokal (möglich) und in der Champions League (nicht unmöglich). Warum sollte das nicht auch in der nächsten Saison funktionieren? Der Spielerkader der Bayern ist exquisit und das Geld wird so schnell nicht ausgehen.

Aber wird sich Guardiola mit diesem hochkarätig besetzten Kader zufrieden geben? Wegen des Geldes ist er ja – wie man immer wieder hört – nicht zu Bayern gekommen. Chelsea London oder Manchester City offerierten das Doppelte. Oder mehr. Wobei 17 Millionen Euro, so das kolportierte Jahresgehalt von Guardiola bei den Bayern, ja auch nicht zu verachten sind. Warum also heuert dieser großartige Trainer bei den Bayern an?

Der deutschen Sprache ist er nicht mächtig. Bis jetzt. Das könnte er ändern. Auch in New York, wo Guardiola sich während seiner einjährigen Auszeit nach seinem ruhmreichen Engagement beim FC Barcelona derzeit aufhält, gibt’s sicher auch den einen oder anderen Deutschkurs an der Universität. Die besucht er seit einiger Zeit zur Fortbildung, wenn man Medienberichten glaubt. Dennoch erinnere man sich auch an Giovanni Trappatoni, der doch sehr mit der deutschen Sprache auf Kriegsfuß stand. (“Was machen Strunz?”, “Wie Flasche leer”) Kann er in einem halben Jahr so gut Deutsch lernen, dass die Spieler Guardiola verstehen? Vielleicht.

Durchgesickert ist, dass Guardiola zwei neue Assistenztrainer bei den Bayern zur Seite gestellt bekommt. Im Gespräch ist Stefan Effenberg als einer von beiden, der andere könnte ein “Eigengewächs” der Bayern sein, Mehmet Scholl. Dieser hat sich besonders durch seine flapsigen Einwürfe als Fußballkommentator bei der ARD hervorgetan: Bayern Mittelstürmer Mario Gomez wird sich erinnern (und das auch so schnell nicht vergessen). Ansonsten trainiert Scholl die 2. Mannschaft von Bayern München in der vierthöchsten (!) deutschen Spielklasse, der Regionalliga. (P.S. Scholl hat bereits wegen seines – beim FC Bayern hoch umstrittenen – Engagements als Kommentator bei der ARD angekündigt, nach Ende der Saison 2012/2013 den Verein zu verlassen) Von Effenberg ist bekannt, dass Guardiola viel von ihm hält. Hat er nennenswerte Erfahrung als Trainer? Leider Fehlanzeige.

Egal, man nehme einen internationalen Erfolgstrainer, der bisher nur eine Mannschaft trainiert hat, den FC Barcelona, mit dem er auch als Spieler seine einzigen Erfolge gefeiert hat – zugegeben ganz schön viele – und verpflanze ihn zu den Bayern nach München, damit er seinen ganzen Pepp an die Bayern-Spieler weitergeben kann. Hoeness, Rummenigge und Sammer, sie alle lachen sich heimlich ins Fäustchen, dass sie den Engländern diesen Trainer weggeschnappt haben. Wird Bayern jetzt ein zweiter FC Barcelona? Das nun nicht. Wenn man sich in der Bundesliga umschaut, gibt es nur eine Mannschaft, die schon heute immer wieder mit dem FC Barcelona verglichen wird: Borussia Dortmund. In dieser Mannschaft zirkuliert der Ball, dass es eine Freude ist, auch wenn die Spieler manchmal vor lauter Spielfreude vergessen, wo das Tor steht. Wie wäre es mit einem zweiten Real Madrid? Das schon eher.

Pep Guardiola muss den Anspruch haben, dem FC Bayern München eine eigene Spielphilosophie zu verpassen.

Sonst würde sein Kommen keinen Sinn machen. Doch welche? Real Madrid ist dafür bekannt, dass es teure Spieler verpflichtet für die Offensive. Und sich einen Jose Mourinho leistet, der sich für den weltbesten Trainer hält. Madrid hat einen Pepe und einen Ramos in der Defensive, das muss reichen. Bayern hat Lahm, aber auch Badstuber, van Buyten und Boateng. Da werden sich einige wohl bald auf der Ersatzbank oder bei einem neuen Verein wiederfinden. Denn das ist wahrscheinlich der Grund, warum sich Guardiola für Bayern München entschieden hat: Der Uli (Hoeness) wird die Schatulle mit dem Festgeld öffnen und der Pep (Guardiola) kriegt die Spieler, die er will. Sie sollen sich übrigens ganz prima verstehen, der Uli und der Pep. Doch gerade bei den Bayern gilt: Bei verlorenen Spielen hört die Freundschaft auf. Der Jupp und der Uli verstehen sich übrigens auch ziemlich gut: Sie sollen Freunde sein. Na, da können die Bayern ja nur hoffen, dass der Pep und der Uli auch gute Freunde werden. Sonst könnte es mit dem Pepp, den die Verpflichtung dieses  – wie man hört – sympathischen und bescheidenen Menschen dem FC Bayern bringen soll, bald vorbei sein.

 

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