KULTUR

“Ostern reisen wir zum Papst” – wie der Papst dem Tourismus hilft

Events und Audienzen im Vatikan sind für Rom ein wichtiger Teil der Tourismusindustrie – Benedikt XVI. als „Magnet“ für Besucher aus Deutschland.

„Wir sind Papst“ hatte eine Boulevardzeitung getitelt, als Josef Kardinal Ratzinger im kurzen Konklave vom 18. und 19. April 2005 zum Papst gewählt wurde. Nach über fünf Jahrhunderten saß damit wieder ein Deutscher auf dem Stuhl Petri. Er wurde damals von den Christen rund um den Globus frenetisch gefeiert und fast wie ein Heilsbringer empfangen. Inzwischen hat sich die Euphorie, die Papst Benedikt XVI. unmittelbar nach seiner Wahl hervorrief, zwar ein wenig abgekühlt. An Anziehungskraft haben er und sein Amt dennoch nicht verloren. Jedes Jahr pilgern Millionen Gläubige zum Petersdom und hoffen, wenn schon nicht auf eine Audienz, dann wenigstens darauf, den obersten Hirten leibhaftig zu Gesicht zu bekommen. Einen ersten Besucherrekord gab es im Jahr 2006. Rund 18 Millionen Menschen kamen damals nach Rom, so viele, wie nie zuvor. Umgerechnet ergab das einen Zustrom von etwa 50.000 Menschen am Tag. Nicht alle, aber sehr viele davon haben den Vatikan als einen der Höhepunkte ihrer Reise im Programm.

Besucherliebling Vatikan

Die unermesslich wertvollen Kunstschätze des Vatikans ziehen Touristen 365 Tage im Jahr an. Gläubige Pilger aber kommen vor allem zu den großen christlichen Festen in Scharen an den Tiber. Wenn der Papst in diesem Jahr am Ostersonntag (31. März) um 10.15 Uhr die Ostermesse zelebriert und um 12 Uhr den „Urbi et Orbi“-Segen erteilt, dann wird der Petersplatz schwarz vor Menschen sein. Wie viele es genau sein werden, das weiß niemand. Wohl aber, wie viele Menschen der Platz maximal verkraftet. Als Anfang April 2005 die Beisetzungsfeiern für Papst Johannes Paul II. stattfanden, drängten sich dort etwa 300.000 Gläubige. Hunderttausende mehr verfolgten die Zeremonie auf den Zufahrtsstraßen zum Vatikan sowie im Petersdom selbst.

Italienische Namensinspiration

Ganz so eng wird es wohl zu Ostern nicht werden. Benedikt XVI. mobilisiert dennoch erhebliche Massen – vor allem und zunehmend auch Gläubige aus Deutschland. Für die Deutschen ist Italien ohnehin das Sehnsuchtsreiseland Nummer eins; ein deutscher Papst im Vatikan setzt da sozusagen für viele „noch einen drauf“. Zumal der einstige Josef Kardinal Ratzinger sich auch einen italienischen Papstnamen gegeben hat. Sein Vorbild Benedikt XV. kam 1854 in Genua, das damals noch zum Königreich Sardinien gehörte, als Giacomo della Chiesa und Spross einer Adelsfamilie zur Welt. Seine Amtszeit war vom Ersten Weltkrieg geprägt. Benedikt XV. initiierte diverse, leider erfolglose Friedensverhandlungen und organisierte umfangreiche humanitäre Hilfsaktionen. Seine Bemühungen trugen ihm den Beinamen „Friedenspapst“ ein. Er starb im Januar 1922 in Rom.

Flug, Hotel und Papstaudienz

Dass der Vatikan und mit ihm der deutsche Papst echte Wirtschaftsfaktoren sind, wissen natürlich die Staatsgewalten Italiens und Roms. Sie investieren seit fünf Jahren in ein großes Programm zur Aufwertung des römischen Umlandes. Die Gemeinden dort sollen einerseits vom römischen Boom profitieren, andererseits die Stadt natürlich auch ein wenig von den Menschenmassen entlasten. Doch auch der Vatikan selbst weiß um die eigene Anziehungskraft und macht damit gute Geschäfte. So können etwa deutsche Veranstalter pauschal Pilgerreisen nach Rom anbieten, in denen die Karten für eine Audienz beim Papst gleich inbegriffen sind.

 

Kommentare

Dieser Artikel hat 2 Kommentare.

  1. “Dass der Vatikan und mit ihm der deutsche Papst echte Wirtschaftsfaktoren sind, wissen natürlich die Staatsgewalten Italiens und Roms.”

    Aber jetzt :

    13.02.2013 – Schwerer Vorwurf: Papst soll Millionen auf geheimen Bankkonten gebunkert haben
    http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2013/02/13/vorwurf-der-geldwaesche-papst-soll-millionen-auf-geheimen-bankkonten-gebunkert-haben/comment-page-1/#comments

    Kommentar:

    Krisenzeiten sagt: “Welches Interesse kann ein CIA-Mitarbeiter haben, in dieser weltweiten Wirtschaftskrise einen Papst anzuschuldigen …”

    3. Februar 2013 um 17:36
    Ihr Kommentar muss noch moderiert werden.

    Tommy Rasmussen sagt:

    CIA? oder Mossad? :

    07.03.2012 – Israel schreibt den USA die Außenpolitik vor – per Gesetz!
    http://derhonigmannsagt.wordpress.com/2012/03/07/aipac-israel-schreibt-den-usa-die-ausenpolitik-vor-per-gesetz/

    “Der König Israels wird der wahre Papst der Welt, der Patriarch der internationalen Kirche sein…..Aus diesem Grunde müssen wir unbedingt den Glauben zerstören, die gundlegenden Anschauungen von Gott und dem heiligen Geist aus der Seele der Christen herausreißen und den Glauben durch materielle Erwägungen und Bedürfnisse ersetzen.”
    http://euro-med.dk/?p=28242#comments

    Gleichgültig, ob die Protokollen ganz oder teilweise fiktiv sind oder ob sie echt sind: Sie geben die Herrschafft Rothschilds und die Zionisten über die Welt korrekt wieder.

    Die Geschäfte des Heiligen Römischen Imperiums wird durch Rotschilds geführt.
    http://www.fundinguniverse.com/company-histories/n-m-rothschild-sons-limited-history/

    12.02.2013 – Reformer kritisierten die Annäherung an die Piusbrüder. Unter anderem hatte der Vatikan die Exkommunikation mehrerer Pius-Bischöfe aufgehoben. Darunter war auch der Holocaust-Leugner Richard Williamson.
    http://derstandard.at/1360161506204/Streit-im-Vatikan-koennten-Papst-zum-Ruecktritt-bewogen-haben

    30.01.2010 – Williamson bleibt dabei: Holocaust ist “eine Riesenlüge” – es sei durch dadurch “eine ganz neue Weltordnung aufgebaut worden”.
    http://derstandard.at/1263706354772/Pius-Bruderschaft-Williamson-bleibt-dabei-Holocaust-ist-eine-Riesenluege