BERLINALE: GANZ GROSSES KINO – Nachtzug nach Lissabon

Nach Tagen der Festival-Ödnis, nach vielen Filmen, die wollten aber nicht konnten, nach Mädchen auf Diät, Russen im Western, Goldsuchern in der Bärenfalle und Lesben, die der Falle auch nicht entrinnen konnten, nun ein Film, ein richtiger Film: Nachtzug nach Lissabon in der Regie von Bille August. Eigentlich hätte ein Film über ein Buch, das von einem Buch handelt, wenig Chancen auf Spannung und Leidenschaft haben dürfen. Literaturverfilmungen sind selten tauglich für das Massenphänomen Kino. Erst recht, wenn sie nach einem so reichen, vielfältigen und 500 Seiten starken Buch wie jenem “Nachtzug” von Pascal Mercier geschneidert werden. Doch Bille August und seinen Drehbuchautoren Greg Latter und Ulrich Herrmann ist ganz, ganz großes Erzähl-Kino gelungen.