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Die Hintergründe des Atomtests in Nordkorea

Die Demokratische Volksrepublik Korea ist ein kleines Land in Ostasien. Nordkorea grenzt im Norden an die Volksrepublik China. Im weiteren nordöstlichen Verlauf des Landes besteht auch eine Grenze zu Russland. Im Süden bildet die entmilitarisierte Zone auf der Halbinsel die Grenze zu Südkorea. Die Teilung des Landes wurde nach dem Zweiten Weltkrieg vorgenommen.

Korea wurde in eine US-amerikanische und eine sowjetische Besatzungszone eingeteilt. Im Jahre 1948 wurden zwei unabhängige Staaten gebildet. Die Staatsführung in Pjöngjang unterhält freundschaftliche Beziehungen gegenüber den Nachbarländern Russland und China. International steht Nordkorea in der Kritik wegen gravierender Menschenrechtsverletzungen.

Atom-TestsAtom-TestsNordkorea besitzt die Aufmerksamkeit der Weltöffentlichkeit seit dem ersten Kernwaffentest im Jahr 2006. Im April 2012 nahm Nordkorea eine Änderung in der Verfassung vor und bezeichnet sich seitdem als atomare Macht. US-amerikanische Satelliten fanden ab Dezember verstärkte Hinweise für Aktivitäten im Atomwaffentestgelände. Wissenschaftler schlossen daraus einen unmittelbar bevorstehenden Kernwaffentest. Im Januar 2013 verdichteten sich die Informationen. Am 12.02.2013 bestätigte Nordkorea offiziell einen unterirdischen Atomtest. Der Test wurde mit enormer Sprengkraft ausgeführt und verursachte ein künstlich erzeugtes Erdbeben.

Nordkorea droht mit sogenannten harten Aktionen

Der kommunistische Staatschef Kim Jong Un bestreitet seit Dezember 2011 eine diktatorische Führung Nordkoreas. In dem Land leben etwa 24 Millionen Menschen. UN-Schätzungen zufolge sind viele Einwohner von Armut und Hunger bedroht. Trotzdem finanziert das Regime Streitkräfte im Umfang von mehr als einer Million Soldaten. Das Land investiert außerdem viel Geld in sein Atomwaffenprogramm.

Nordkorea hatte einen Atomtest und weitere Raketentests im Januar aus Protest gegen UN-Sanktionen angekündigt. Ein unterirdischer Atomtest mit enormer Sprengkraft folgte.
Kurz nach dem Atomwaffentest kündigte Nordkorea bei Bedarf härtere Aktionen an. Dies wurde an die Adresse der USA gerichtet. Die offizielle nordkoreanische Nachrichtenagentur KCNA verbreitete, dass der Atomwaffentest nur ein erster Schritt gewesen sei, bei dem Zurückhaltung geübt wurde. Ungeachtet aller Warnungen hatte die Führung in Nordkorea die Drohung wahr gemacht und einen neuen Atomwaffentest durchgeführt. Seismologische Institute registrierten ein künstliches Erdbeben der Stärke 5,1 auf der Richterskala. Die Stärke des Bebens lässt vermuten, dass die nukleare Explosion eine Stärke von etwa sieben Kilotonnen gehabt haben könnte. Die Atombombe, die von den USA über Hiroshima im Jahre 1945 abgeworfen wurde, besaß vergleichsweise eine Sprengkraft von etwa 15 Kilotonnen. Der Atomtest sei zum Schutz der nationalen Sicherheit und Souveränität durchgeführt worden, meldete die nordkoreanische KCNA.

Als Reaktion auf Atombombentest in Nordkorea plant die Regierung in Seoul, das Programm zur Entwicklung von neuartigen Raketen voranzutreiben. Jedes militärische Ziel im Nachbarstaat sollte greifbar sein. Der Test verursachte verurteilende Reaktionen auf der ganzen Welt.

Entschlossene Verurteilung durch die Weltöffentlichkeit

Der neue Atomtest veranlasst eine Abkühlung in den Beziehungen zwischen Nordkorea und China. Die Kluft vergrößerte sich schon seit dem Raketenstart im Dezember letzten Jahres.
Der Staatschef Kim Jong Un setzte sich über die Bedenken von China hinweg und zündete einen nuklearen Sprengsatz. Die Volksrepublik China engagierte sich bisher, um gute Beziehungen zu Pjöngjang zu erhalten und die Zusammenarbeit zu erweitern. Das isolierte und verarmte Nordkorea sollte zu Reformen und zur Öffnung bewegt werden. China verschärft jetzt zunehmend den Druck auf das Regime Nordkoreas. In China wächst das Unverständnis über den Nachbarn. Einige kritische Bemerkungen gab es in der vergangenen Zeit schon in Chinas Staatsmedien. Chinas Unterstützung für Nordkorea könnte in der Zukunft geringer ausfallen.

Die Weltgemeinschaft ist durch den Test in erneute Alarmbereitschaft versetzt worden In Südkorea und in Japan treffen sich die nationalen Sicherheitsräte zu Krisensitzungen. Südkorea versetzte seine Armee in Alarmbereitschaft.

Der Atomwaffentest sorgte international für empörte Kritik. Der deutsche Außenminister Guido Westerwelle verlangte den Einsatz zusätzlicher Sanktionen gegen Nordkorea. Die internationale Staatengemeinschaft müsse zu einer transparenten Einstellung kommen. Die Strafmaßnahmen gegen die nordkoreanische Regierung müssten aktuell überprüft werden. Guido Westerwelle führte aus, dass sich die Außenminister der EU-Staaten mit dieser speziellen Thematik in der nahen Zukunft befassen werden. Die USA, Großbritannien, Frankreich, China und Russland kritisierten den Atomtest.

UN-Sicherheitsrat plant Sanktionen gegen Pjöngjang

Die Provokation aus Nordkorea wurde vom UN-Generalsekretär entscheidend verurteilt. Der UN-Sicherheitsrat erwägt weitere Sanktionen. Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen wird in New York zu einer weiteren Dringlichkeitssitzung zusammentreten. Der UN-Generalsekretär Ban Ki Moon verurteilte den nordkoreanischen Atomtest. Es stelle einen klaren und schweren Verstoß gegen die geltenden UN-Resolutionen dar. Es sei äußerst bedenklich, dass Pjöngjang die Grundregeln für das Zusammenleben in der internationalen Gemeinschaft nicht einhalten könne. Er forderte das Land auf, weitere provokative Schritte zu unterlassen. Der UN-Sicherheitsrat wird angemessene Maßnahmen ergreifen.

Auch der Nato-Rat verurteilte den Atomwaffentest als eine ernsthafte Bedrohung des internationalen Friedens, der Sicherheit und der Stabilität. Nordkorea verstoße weiterhin gegen die Resolutionen des UN-Sicherheitsrates. Der Nato-Rat fordert die Regierung Nordkoreas auf, provozierenden Handlungen zu unterlassen und die UN-Resolutionen zu respektieren.
Der amtierende US-Präsident Barack Obama bezeichnete den Atomtest als einen provokativen Akt, der die Stabilität der Region gefährdete. Die USA fühlten sich durch Nordkorea bedroht und werden auch weiterhin Schritte einleiten, um sich zu verteidigen.

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