VATIKAN

Beim letzten „Angelus“

Beim letzten „Angelus“ zur sonntäglichen Mittagsstunde in Rom, beim letzten „Engel des Herrn“ wird unser deutscher Papst sich vom Volk verabschieden. Als Papst wird er gehen und man wird ihn anschließend nicht mehr „Heiliger Vater“ nennen, vielleicht „Ex-Heiliger Vater“ oder „Heiliger Exvater“ oder einfach nur „Ex“ oder noch kürzer „X“?

Mein Gott, wo sind wir gelandet nach fast zweitausend Jahren Kirche? (Foto: Catholic Church (England and Wales)/flickr)

Mein Gott, wo sind wir gelandet nach fast zweitausend Jahren Kirche? (Foto: Catholic Church (England and Wales)/flickr)

Egal wie, es wird eine andere Zeit sein und dann werden wir sehen, ob sich etwas ändert innerhalb der Institution „Katholische Kirche“, dieser Weltkirche mit dem Anspruch auf die alleinige Wahrheit, wobei man sich fragt: quid est veritas? Oder wie sieht diese Wahrheit denn aus?

Man liest jetzt, dass heimliche Veröffentlichungen, Informationen über dies und das im Vatikan, was nicht dem Anspruch der Kirche genügen würde, ja ihr schaden könnte, dass also der Papst wegen so genannter „Vatileaks“ zurücktrete. Ich glaube, da ist mehr. -

Da ist viel mehr, denn selbst in den USA rumort es. Zum Beispiel Garry Wills, ein ehemaliger Novize des Jesuitenordens, der im Moment eine „Sowohl-als- auch“ Position einnimmt und sogar Dorothy Day, eine amerikanische Kommunistin, die abgetrieben hat und nunmehr als Vorbild des katholischen Lebens gilt, anpreist.

Da ist dann allerdings etwas im Busch, sollte man denken, wenn man so etwas liest. Und wenn man weiß, dass in den USA wegen der Kindesnötigungen unglaubliche Summen gezahlt wurden und die katholische Welt dort auf die Barrikaden geht, um ein anderes, ein besseres leben zu führen, dann ist das Aufbruch.

Garry Wills also, als ehemaliger strenger Verteidiger der konservativen katholischen Lehre (wie auch ich), wurde aber zum brutalen Kritiker der Enzyklika „Humanae Vitae“ und ist seitdem den katholischen aber auch andersgläubigen Lesern seiner kritischen Werke ein Rätsel, weil er immer noch seine katholische Stellung einnimmt obwohl er verkündet, dass die „Papstkirche als sündhaftes System der strukturellen Verlogenheit“ zu gelten habe(FAZ, „Wenn wir beten Seit`an Seit`“ vom 16. Februar 2013).

Das nenne ich wirklichen Mut und wirksame Handlungsweise und das kann als Vorbild für unsere gebeugte und schamhafte Art der Verarbeitung katholischer Missstände gelten.

So ist alles, was wir uns als Katholiken ersehnen, einem Geist ähnlich dem vom heiligen Paulus wunschgemäß zu unterstellen. Paulus, der die Menschen kannte und sie aufnahm, wie sie waren, als Menschen nämlich.

Einer märchenhaften Religionsverbreitung aber, die nur dem entspricht, was mystische Menschen sich wünschen und wo gestandene Männer als Bischöfe und Kardinäle sich bewegen, als wären sie gerne in Frauenkleidern, der werden wir in Zukunft äußerst misstrauisch begegnen müssen, auch wenn und gerade, wenn sie geheimes Material an die Päpste bringen mögen.

Mein Gott, wo sind wir gelandet nach fast zweitausend Jahren Kirche?

Auf den Knien beim Angelus, auf den Knien bei einer Wandlung, die der sorgsam genauen Erforschung bedarf oder bei der Realität, die „einen alten Mann in Rom“ Kopfschmerzen machte, sodass er den Bettel hinwarf?

 

Klaus Grunenberg

 

Kommentare

Dieser Artikel hat 5 Kommentare.

  1. “……. der Realität, die „einen alten Mann in Rom“ Kopfschmerzen machte, sodass er den Bettel hinwarf?” :

    22.02.2013 – Der Rückzug von Papst Benedikt XVI. muss im Zusammenhang mit kirchengeschichtlichen Weichenstellungen gesehen werden, deren weltpolitische Sprengkraft sich schon bald entladen dürfte.

    Was Ratzinger ebenso wenig verstand wie alle politischen Handlanger der “Hochfinanz”, ist, dass sich Unterwerfer auch dann schuldig machen, trotz treuester Absichten, wenn ihre Aussagen als “gesetzesfeindlich” interpretiert werden.

    2008 führte der Vatikan im Namen des Pontifex sieben neue Kategorien von Vergehen ein, die seither als Todsünden gelten:

    Handel und Konsum von Drogen,
    Missbrauch von Kindern und Jugendlichen,
    Umweltverschmutzung,
    Abtreibung,
    Genmanipulation,
    Profitgier, die andere Menschen in die Armut treibt,
    Exzessiver Reichtum.

    Diese Todsünden ziehen laut katholischer Lehre den “zweiten Tod” – die ewige Höllenstrafe – nach sich.

    Es war ebenfalls im Jahr 2008, als der mittlerweile weltweit bekannte Bischof Richard Williamson öffentlich machte, dass die “Protokolle der Weisen von Zion” echt seien. Das Geld der Welt soll gemäß den “Protokollen” bzw. nach den Regeln der globalistischen “Profitgier, die andere Menschen in die Armut treibt” und die Drahtzieher mit “exzessivem Reichtum” versorgt, von einer teuflischen Elite kontrolliert werden:

    “Die Sorge um das tägliche Brot zwingt die Menschen zu schweigen und macht aus ihnen unsere ergebenen Diener. Die Völker sind durch die Armut viel fester gekettet als einst durch Sklaverei und Leibeigenschaft…. Durch die Bestechlichkeit der Minister und durch die Unfähigkeit in Fragen der Geldwirtschaft haben die Regierungen ihre Länder derart in die Schuldknechtschaft unserer Banken gebracht, daß sie ihre Schulden niemals zahlen können.”
    http://euro-med.dk/?p=28242#comments

    Und genau diesen Vorgang, genau diese Methode erklärte der Vatikan 2008 zur Todsünde, da sie das den Völkern gestohlene Geld und Gut den Bestohlenen zu Wucherzinsen zurückleiht. Mit dieser Todsünden-Erweiterung wollten die reformatorischen Kräfte im Vatikan, vielleicht sogar der Papst, ohne dass er dazu gedrängt werden musste, damit beginnen, zur wahren Lehre Jesu Christi zurückzukehren.

    Doch das “Verbrechen aller Verbrechen” beging Benedikt XVI. mit der Rehabilitierung des SSPX-Bischofs Richard Williamson.

    Benedikt war über die Holocaust-Aufklärung von Bischof Williamson schon seit langem unterrichtet, also lange, bevor er ihn und drei weitere SSPX-Bischöfe zurück in den Schoß der Kirche Roms holte. Gleich nach der Rehabilitierung von Bischof Williamson verlangte das Machtjudentum von Benedikt, den SSPX-Bischof erneut zu exkommunizieren. Das lehnte Ratzinger aber ab.

    Um die Veröffentlichung der priesterlichen Auschwitz-Berichte mit einem Präventivschlag zuvorzukommen, setzte die “Synagoge” die Wunderwaffe “Kinderschändungen” mit dem Kalkül ein, dass man einer solchen Kirche keine aufklärenden Priesterberichte über Auschwitz mehr abnehmen würde.

    “Gift oder Abdankung”, kommentierte ein Priester mit Vatikanverbindungen lakonisch. Der einzig mögliche Racheakt, der ihm in seiner verbliebenen Amtszeit noch zur Verfügung stand, war die offizielle Überprüfung der Vatikan-Bank, da eine solche womöglich die Unterwerfung des Vatikan unter die Herrschaft der Wall-Street-Institute und unter die Freimaurer-Organisationen offenlegen könnte.

    Es besteht kein Zweifel, es geht jetzt um die totale Zerstörung des christlichen Ur-Erbes, des noch verbliebenen authentischen Rests der Evangelien sowie der kirchlichen Strukturen:

    “Der König Israels wird der wahre Papst der Welt, der Patriarch der internationalen Kirche sein…..Aus diesem Grunde müssen wir unbedingt den Glauben zerstören, die gundlegenden Anschauungen von Gott und dem heiligen Geist aus der Seele der Christen herausreißen und den Glauben durch materielle Erwägungen und Bedürfnisse ersetzen.”
    http://euro-med.dk/?p=28242#comments

    Eine Blütezeit göttlicher Einkehr in der Katholischen Kirche fand unter Papst Pius XII. statt. Jetzt aber hat der gesammelte Großangriff Satans, der gewaltigste Krieg, dem die Christenkirche je ausgesetzt war, begonnen.
    http://globalfire.tv/nj/13de/religion/papst-sturz.htm

    • alles viel zu martialisch,
      wer von “Menschlichkeit” redet,
      muss doch bitte einem alten und sichtbar schwachen Menschen doch bitte den Rückzug aus einem schweren Amt mehr als gönnen.
      Ich halte ihn aus Sicht seiner eigenen Kirche für einen guten und überzeugenden Papst, ungewöhnlich klug,
      der sich z.B. NICHT vor den Karren der Klimarettung spannen ließ,
      das heist schon was.
      Es war ein Schritt in die Realität, der sicher viele überrascht hat,
      kein Sturz! Wer macht denn heute noch freiwilligen Machtverzicht?
      Ich hoffe, zukünftigen Päpsten wird das auch gestattet.

      mfG