Wilde Zeiten – Von der Hoffnung auf die Revolution

Seltsam distanziert wirken die Protagonisten im Film “Die Wilde Zeit” des Regisseurs Olivier Assayas, der im Original “Après Mai”, nach dem Pariser Mai 1968, heißt. Die damalige, jähe Hoffnung auf eine französische oder gar europäische Revolution war in den Siebzigern in Wahrheit schon vorbei. Die Fraktionen in der Linken, Anarchisten, Trotzkisten, Maoisten und die traditionellen Kommunisten grenzten sich in dieser Zeit schon schärfer als zuvor voneinander ab. Aber die Fiktion einer Revolution, die man herbeiführen könne, hält sich hartnäckig bei den jungen Leuten, die uns der Film nahe bringt.

Das Ende des Kibbuz : Amos Oz zu den Anfängen Israels

Damals, so erzählt Amos Oz in seinen Geschichten über die Kibbuzim der 50er Jahre, damals war alles noch besser. In einer fiktiven israelischen Arbeits- und Lebensgemeinschaft, dem Kibbuz Jikhat, über dessen Begebenheiten der große, alte israelische Meister in seinem Buch “Unter Freunden” erzählt, spürt man die Begeisterung des Neuanfangs, eines Lebens unter genossenschaftlichen Bedingungen, in Siedlungen, in denen man Marx las und interpretierte, in denen allen fast alles gehörte und wo eine sozialistische, friedliche Zukunft nicht fern schien.

Kardinal Meisner: Rocktragen kann zur Geschlechtsumwandlung führen

Langes Rocktragen kann zu Geschlechtsumwandlung führen. Der Beweis? Der Kölner Kardinal Meisner: Seit mehr als 50 Jahren trägt der Mann Soutane, jetzt plädiert er, gegen die Familienpolitik der Kanzlerin gewandt, energisch dafür, dass Frauen “zu Hause zu bleiben und drei, vier Kinder auf die Welt bringen.” Und da nur einer Frau zusteht über das Gebären zu rechten, weil nur die Frauen das Verfügungsrecht über ihren Bauch haben, wird Joachim Kardinal Meisner wohl inzwischen zur Frau mutiert sein.

Euro-Wahl-Contest: Ganz große Koalition: Drei-Prozent-Klausel

Die ganz große Koalition hat wieder zugeschlagen. CDU-SPD-FDP-GRÜNE sind sich mal wieder einig: Bei künftigen Europa-Wahlen soll es in Deutschland eine Drei-Prozent-Hürde geben. Obwohl das Bundesverfassungsgericht sich bereits 2011 sehr eindeutig gegen die Fünf-Prozent-Hürde als “verfassungswidrig” ausgesprochen hatte und Hürden dieser Art generell als Beeinträchtigung der Chancengleichheit begriff, wollen es die Großkoalitionäre erneut versuchen. Vielleicht lässt das Gericht ja mit sich handeln, denken die Parteien. Und außerdem: Konkurrenz ist nicht gut für das Geschäft.