Gewalt an behinderten Menschen in den Nachkriegsjahrzehnten – nur an Kindern?

Mit einer Arbeitsgruppe arbeiten wir seit 7 Jahren die Gewalt an behinderten Kindern in den Nachkriegsjahrzehnten in einem Heim auf. Waren es nur Kleinkinder und Kinder, die psychische, physische und sexuelle Gewalt in allen Facetten erleben mußten? Dieser Frage gehe ich ebenfalls seit 7 Jahren nach. Gestern traf ich meinen Freund Werner wieder (Namen und Orte sind anonymisiert, um juristische Schritte gegen Werner zu vermeiden) und wir sprachen über seine Zeit in einem Heim für körperbehinderte Männer.

Die vergessenen Gequälten

„Soviel du brauchst“ – Misshandelte Heimkinder brauchen wenig

„Soviel du brauchst“. Diese Formulierung in Anlehnung an den Bibelvers aus dem 2. Buch Mose, Kapitel 16, 18 (1) war das Motto des Kirchentags 2013 in Hamburg. Phoenix-TV zur Thematik: „So viel du brauchst – dahinter steht die Frage: Was brauchen wir eigentlich, um gut zu leben? Wir als Gemeinschaft, aber auch jeder Einzelne? Haben wir noch Wünsche? Ist mehr besser? Wann sind wir zufrieden? Und wie viel ist genug? …“ (2)

Ca. 4700 Euro pro Opfer –Kniefall vor der ehemaligen Vorsitzenden des Rundes Tisches?

Kaum Interesse am Opferfonds für ehemalige „Heimkinder“ – 700 „Vereinbarungen“ in NRW

Unter der Überschrift „Ein Jahr Beratung für Betroffene der Heimerziehung“ teilt der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) in seiner Pressemitteilung vom 13.03.2013 bemerkenswertes zum Opferfonds für misshandelte Heimkinder in den zwei Nachkriegsjahrzehnten mit: „Seit dem 1. Januar 2012 haben sich über 850 Betroffene an die Anlaufstelle beim LWL gewandt, um Beratung und Unterstützung zu bekommen.“

Vergessene Heimkinder

Auch 2013 Menschen zweiter Klasse: Behinderte Heimopfer

Ein Hörgerät hatte er beim Landschaftsverband Rheinland (LVR) beantragt. Bei der Anlaufstelle für Heimopfer der zwei Nachkriegsjahrzehnte im Rheinland. Dort können Leistungen aus dem Opferfonds von Bund, Ländern und Kirchen beantragt werden. Der Zuschuss der Krankenkasse reicht nicht. Darum schilderte er dem LVR seine Erlebnisse in der damaligen “Hölle von Volmarstein“.

Ein „richtig glücklicher, ausgeglichener und zufriedener Mensch“?

Nachruf auf das ehemalige Heimkind Marianne Behrs

„Ich bin ein richtig glücklicher, ausgeglichener und zufriedener Mensch“, meinte Marianne Behrs im Februar dieses Jahres in einem langen Gespräch. Wenig zuvor hatte sie eine schwere Krebserkrankung mit großen Operationen überstanden und galt als tumorfrei. Heute Morgen, um 10 Uhr hat sie den Kampf gegen neue Tumore verloren. Ihr größter Wunsch ging jedoch in Erfüllung: Sie starb nicht einsam; ihre Assistentinnen hielten ihr die erkaltenden Hände bis zum letzten Herzschlag.