Der Unterschied zwischen Kopfsprung und Angst

Brandkatastrophe in Brasilien, französische Einheiten rückten auf Timbuktu vor – und auf der Bühne des Theaterdiscounter im ehemaligen Fernmeldeamt (Berlin-Ost) trägt der große Schmerz ein rotes Ballkleid. Er hört auf den Namen Gina. Mit einer Konfetti-Kanone schießt Gina auf die Kapitalismuskritik, die jedem anderen entgeht. Da sie nur in der Vorstellung existiert. Sozusagen im Kopf des Schmerzes.

George Clooney als verspätetes Debüt

„Das Dichten darf nicht aufhören“. Mit diesem Appell von Peter Suhrkamp aus der Frühzeit der alten Bundesrepublik begann ein Abend unter der frenetischen Überschrift „Suhrkamp muss Suhrkamp bleiben“ in der Berliner Literaturwerkstatt. Die Geschichte des Verlags ging in Berlin los, nun geht sie da weiter. -Und geht es nach den Autoren, dann so wie der Namensgeber es wollte: im Dienst einer nicht marktkonformen Literatur – und kompletter Werke.

Die Irren Europas

Das Amerika des 19. Jahrhunderts war ein Spielplatz der Anti-Psychiatrie. Die Irren Europas fluteten den Kontinent mit ihren Ideen. Sie fanden sich grandios und nannten sich Gentleman, obwohl es im großen Plan nie vorgesehen war, dem Bodensatz der Menschheit Gelegenheiten zur Nobilitierung aus schierer Selbstbegnadigung zu gewähren. In Amerika brach das Kartenhaus der Legitimation zusammen, während im Trubel der Selbstermächtigungen Identitäten Karussell fuhren.

Einem Schriftsteller, Maler, Fotograf, Regisseur und Schauspieler auf der Spur

Das Malschwein im Karton – Einar Schleef wird gesichtet

„Er reagierte auf alles unmittelbar“. In dieser Beobachtung von Susan Todd lief auch alles zusammen, was ein Abend zu Ehren von Einar Schleef (1944 – 2001) in der Berliner Galerie Parterre an Einsichten aufzubieten hatte. Folglich war alles Fülle. „Leute, die glaubten, vertraute Zugänge zu haben, wurden (nach seinem Tod) überrascht“.