Politische Spuren der Eurokrise

Das mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnete „Europäische Projekt“ verliert immer mehr Rückhalt unter der europäischen Bevölkerung. Die ist wenig verwunderlich angesichts z.B. einer Arbeitslosenquote in Griechenland, die im sechsten Jahr der Rezession auf 27% kommt, während die Jugendarbeitslosigkeit sogar 64,4% erreicht. In Portugal steigt die Arbeitslosigkeit im ersten Quartal auf 17,7% nach 16,9% im Schlussquartal 2012.

Optimismus mit der Brechstange

Verdächtig oft wird in der letzten Zeit die Eurokrise für beendet erklärt. Zuletzt geschehen am Drei-Königs-Tag. Da hat der Chef der EU-Kommission, Barroso, das Ende der Eurokrise ausgerufen – endgültig und unwiderruflich. Die Investoren hätten nun verstanden, dass es die europäischen Führer ernst meinten, alles zum Schutz des Euro tun zu wollen. Zudem habe die EU-Kommission wirkungsvolle Konzepte entwickelt, um die verbliebenen marginalen Probleme in der Eurozone zu lösen, sagte er.

Teure Brüsseler Träume

Nach 12-stündigem Gegacker stellte sich Eurogruppen-Chef Juncker am frühen Brüsseler Mittwochmorgen vor die Presse, um das “Ergebnis” einer Sitzung der Finanzminister hinsichtlich Freigabe einer weiteren Kredit-Tranche für Griechenland zu verkünden: “Wir sind kurz vor einer Übereinkunft, aber es müssen noch technische Verifikationen erfolgen, Kalkulationen durchgeführt werden und wirklich nur aus technischen Gründen war es zu dieser Morgenstunde nicht möglich, das ordentlich zu tun und so unterbrechen wir die Zusammenkunft und kommen nächsten Montag wieder zusammen.“ Und: „Es gibt keine größeren politischen Widersprüche.“ Wenn es ernst wird, muss man lügen, hatte Juncker mal gesagt.