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Berlinale: Dauerkrieg in Afrika – Eine kleine Hoffnung inmitten des Wahnsinns

Irgendwo in Afrika: Angebliche Rebellen kämpfen gegen angebliche Regierungssoldaten. Jeder schießt auf jeden. Inmitten der rekrutierten Kindersoldaten ist Komona (Rachel Mwanza). Sie bekommt ihre erste Kalaschnikow in die Hand gedrückt, um ihre Eltern zu erschiessen. Denn der regellos grausame Krieg verlangt das Kappen aller Bindungen zugunsten der einen an den jeweiligen Führer.

Auch in diesem Jahr ist die Readers Edition wieder hautnah in der Hauptstadt dabei. (Foto: blogging dagger/flickr)

Berlinale: Die Zweitfrau – Vom Übergang der einen Kultur in die andere

“Die verschissenen Türken”, sagt der Wiener Türke verzweifelt in KUMA (Zweitfrau), dem Film des österreichischen Filmemachers Umut Dag, der das Programm der Berlinale-Sektion PANORAMA eröffnete. Die Berlinale mit ihren fast 400 Filmen segmentiert seit Jahren ihr Programm, um dessen Fülle zu bewältigen. Und während der Wettbewerb, die heilige Kuh des Festivals, mit einem läppischen Textil-Film eröffnet wurde (siehe weiter unten), tischte das PANORAMA-Programm gleich zu Beginn schwere Kost auf, kein Film zum Liebhaben, eher zum Nachdenken.

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Lesung in der Berliner Akademie der Künste

Sehen und schreiben: Von einem der nirgends hingehört

Wie ein funkelnder Stein, wie ein verstecktes Geheimnis lässt Michael Ondaatje seinen Roman “Katzentisch” anfänglich aufschimmern, als sei er eigentlich nicht für die Augen seiner Leser bestimmt, eher ein privater Brief, nur für wenige bestimmt, der zögernd und langsam einer Öffentlichkeit übergeben wird, von der Ondaatje nicht sicher ist, ob sie das Geschenk verdient hat.

Als wisse man im Bunker, wie das System funktioniere... (Foto: mr172/flickr)

Führungsbunker: Ungebremst in den Abgrund

An der Willy-Brandt-Straße, am Rand des Berliner Tiergartens, mit Blick auf die Spree, liegt die Beton gewordene Machtphantasie des Kanzler Kohl: Das Bundeskanzleramt. Heute wird die geronnene Imponiergeste von Kohls ehemaligen “Mädchen” benutzt, von Angela Merkel, die in den ärmeren Ländern Europas längst zum Hass-Objekt geworden ist. Die von den deutschen Medien aber zur “eisernen Lady” stilisiert wird. Eisern? Mag sein, jener Teil auf dem sie sitzt. Den hat sie von ihrem Zieh-Vater geerbt, der das Aussitzen zur hohen Kunst der Politik erklärt hatte.

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Deutsche Zustände: Die Rette-sich-wer-kann-Gesellschaft

Zur Arbeit der Wissenschaft fragt Wilhelm Heitmeyer in seinem zehnten und letzten Band “Deutsche Zustände”, für wen sie denn Erkenntnisgewinne bereithalten solle. Eine Frage, die in Zeiten des Umbaus der universitären Forschung zum betriebswirtschaftlichen Instrument, zunehmend mehr schlechte Antworten erhält. Heitmeyer und seinen Mitschreibern darf man attestieren, dass sie ihre Erkenntnisse der Gesellschaft widmen und ihrer sozialen Verantwortung als Intellektuelle gerecht werden.