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2. März 2010 von Holger Finn
Fast wäre er wirklich noch wie geplant in Vergessenheit geraten, der große Todesanschlag auf den Passauer Polizeichef Alois Mannichl. Die Sonderkommission aufgelöst, der zum Jahrestag des erschütternden Ereignisses heraufbeschrorene “Streit um die Ermittlungen” (dpa) beigelegt, der Täter über alle Berge - so sah es aus. Zuletzt hatte der seinerzeit kurz vorm Weihnachtsfest von einem gesichtstätowierten Rechtsextremisten oder Rechtsradikalen mit einem Lebkuchenmesser spurlos überfallene Mannichl eine Beschwerde gegen die Staatsanwaltschaft Passau zurückgezogen, in der er sich gegen deren Behauptung verwahrte, er habe “in einigen wesentlichen Punkten” zu unterschiedlichen Zeiten unterschiedliche Darstellungen zum Tatablauf und zur Herkunft der Tatwaffe abgegeben.
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26. November 2009 von Holger Finn
Kurz vor dem ersten Gedenktag an das Messer-Attentat auf den Passauer Polizeichef Alois Mannichl meldet nun auch die Qualitätszeitung Die Zeit “mehrere Pannen” bei den Ermittlungen. Direkt nach der Tat hatte unser kleines Privatermittlerboard PPQ zwar schon auf die Ungereimtheiten hingewiesen, jetzt aber gab der Ermittlungsleiter zu, “sein Team habe kein DNA-Material bei dem Opfer gesichert” (Zeit). Obwohl Mannichl angegeben hatte, “er habe mit dem Täter gerangelt”, sei es versäumt worden, DNA-Material unter den Fingernägeln des Opfers zu sichern, schreibt “Die Zeit”.
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11. November 2009 von Holger Finn
Acht Wochen drehte sich die Republik wie im Hamsterrad, was Uniform trug, suchte nach einem Riesen mit grüner Gesichtstätowierung, die gute alte Erzwingungshaft wurde wiedereingeführt und ein bayerischer Innenminister entdeckte eine neue Qualität rechtsextremer Gewalt, wo noch gar kein Täter gefunden war.
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11. Juni 2009 von Holger Finn
So schnell geht es, dass aus ehrlicher Empörung und der Angst um den Weiterbestand des demokratischen Gemeinwesens, aus einer “neuen Qualität rechtsradikaler Gewalt” und einer der größten Sonderkommissionen aller Zeiten eine dpa-Meldung wird, die niemand mehr druckt. Der Fall Mannichl, hier bei PPQ schon in den ersten Stunden der lustigen Tragödie höchst amüsiert beklatscht, gilt den Staatsdichtern der einzig amtlichen deutschen Verkündigungsagentur sechs Monate danach nur als halbwegs taugliche Vorlage für “einen spannenden Fernsehkrimi” (dpa). Einen ohne Happy End allerdings, denn “während die TV-Verbrecherjagd regelmäßig mit einer Festnahme endet, ist bei dem Mordanschlag auf den ehemaligen Passauer Polizeidirektor Alois Mannichl auch nach einem halben Jahr nichts klar”, schreibt der diensthabende Praktikant mit einer schönen Portion verdächtigen Täterwissens: Mordanschlag? Woher weiß der das?
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21. Mai 2009 von Holger Finn
Es war kalt in Deutschland, damals, kurz vor Weihnachten 2008, als der Passauer Polizeichef Alois Mannichl von einem riesenhaften, kahlgeschorenen und mit einer Schlange im Gesicht tätowierten Rechtsradikalen mit einem zufällig herumliegenden Lebkuchenmesser beinahe erstochen wurde.
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6. Mai 2009 von Holger Finn
Kommende Woche wird gefeiert bei der Sonderkommission Lebkuchenmesser, die dann seit genau fünf Monaten “in alle Richtungen” ermittelt haben wird, um den mutmaßlichen Mörder des Passauer Polizeichef Alois Mannichl zu ergreifen. Der Täter, nach Beschreibung seines Opfers ein “großer Glatzkopf mit Leberflecken oder Tätowierungen, nach Ansicht einer Nachbarin aber ein mit einer grünen Schlange tätowierter Kinderschreck, ist immer noch auf der Flucht.
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3. April 2009 von Holger Finn
Das Bundesverfassungsgericht macht den Opfern des Anschlages auf den Passauer Polizeidirektor Alois Mannichl neue Hoffnung darauf, dass der Täter bald gefunden werden kann. In einer Präzedenzentscheidung hat das Gericht gestern die Beschwerde zweier Kläger gegen die Operation Mikado abgelehnt, mit der die Betroffenen nachträglich hatten verhindern wollen, dass Ermittlungsbehörden ohne konkreten Tatverdacht auf Daten zugreifen können, um Tatverdächtige ausfindig zu machen.
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12. März 2009 von Holger Finn
Sie waren 50 Mann auf des beinahe toten Mannes Kiste, wie es im Seeräubergesang heißt, und sie suchten vergebens nach dem wahren Täter im Fall des beinahe ermordeten Passauer Polizeichefs Alois Mannichl. Konsequent sammelten die Fahnder der Sonderkommission vier Wochen nach der Tat Zigarettenkippen und Kleinteile am Tatort, konsequent folgten sie der von einer Nachbarin ausgedachten falschen Spur des “Schlangenmannes”, konsequent ließen sie unmittelbar nach dem Zuheilen der Stichwunde ein Gutachten über den Stichkanal anfertigen, konsequent fanden sie an der Tatwaffe zuerst “keine Spur von DNA” und Wochen später dann, wahrscheinlich nachdem die Waffe bei einer zünftigen bayerischen Brotzeit im Polizeipräsidium Verwendung gefunden hatte “eine Vielzahl von DNA-Spuren”.
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4. März 2009 von Holger Finn
Ein Mann geht seinen Weg, unbeirrt und unbelehrbar. Eben dachte das Publikum noch, es würde nie mehr etwas hören vom sagenhaften Nazi-Überfall auf den Passauer Polizeidirketor Alois Mannichl. “500 Spuren führen ins Nichts”, vermeldete die Heimatzeitung des engagierten Beamten Ende Februar - und das war die letzte Wasserstandsmeldung aus einem Verfahren, in dem “50 Beamte” der Sonderkommission Lebkuchenmesser seit nunmehr beinahe drei Monaten versuchen, einen 1,90 großen, glatzköpfigen Rechtsradikalen mit bayerischem oder österreichischem Dialekt zu finden, um mit seiner Hilfe die NPD zu verbieten.
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von Holger Finn
Olaf Sundermeyer arbeitet als freier Autor für die F.A.Z. und verschiedene Fernsehmagazine von WDR und RBB, komischerweise hat er auf npd-blog.info dessen ungeachtet einen bemerkenswerten Text geschrieben, der den von Urinstinkten und medialen Reflexen geprägten Umgang von Politik und Medien mit den “Kampf gegen rechts” (Angela Merkel) thematisiert.
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18. Februar 2009 von Holger Finn
Gibt es schon nichts Neues vom Fall Alois Mannichl, weil die mutmaßlich rechtsextremen Täter immer noch auf der Flucht vor der 50-köpfigen Sonderkommission “Lebkuchenmesser” sind, so weiß die “Tagesschau” immerhin Angegrautes von den rechtsextremen Straftaten im Allgemeinen zu berichten.
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13. Februar 2009 von nicole oppelt
Für manch Zeitgenossen ist Freitag der 13. eine Art „Glückstag“. Für andere dagegen wird er ganz besonders heute rabenschwarz sein. Erst zu Wochenanfang tönten schlechte Nachrichten aus dem Hause Holtzbrinck. Nun, pünktlich zum Wochenende, rauschen die nächsten Schlagzeilen aus Stuttgart herein: Nach zoomer.de trifft es jetzt “20cent Saar” und “20cent Lausitz” - beide Jugendzeitungen werden eingestampft. Auch hier sei die Schuld bei rückläufigen Anzeigen zu finden, so Holtzbrinck. Peter Turi bringt die derzeitige Lage auf den Punkt und meint: “Offensichtlich lässt sich die Erosion des klassischen Verlagsgeschäfts auch mit mutigen Konzepten nicht ohne weiteres aufhalten.” Er mahnt: “Kein Grund zur Schadenfreude”! Die Leser bangen: Wer ist als nächstes dran?! Ein Patentrezept zur Rettung angeschlagener Medien hat wohl aktuell keiner parat. Und so widmen wir uns an dieser Stelle lieber den Lesetipps fürs Wochenende. Doch glauben Sie nicht, dass es dort weniger besorgniserregend zu geht.
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12. Februar 2009 von Holger Finn
Seit vier Wochen rekonstruierten Spezialisten des LKA den Stich, den ein Unbekannter Anfang Dezember letzten Jahres mit Hilfe eines Lebkuchenmessers ausführte, um den Passauer Polizeipräsidenten Alois Mannichl feige zu ermorden. Aus der verheilten Wunde erhofften sich die 50 Fahnder der Sonderkommission Lebkuchenmesser “Rückschlüsse auf den Ablauf des Verbrechens und den Täter”. Wie jetzt bekannt wurde, konnten dennoch keine Fingerabdrücke im Fleisch gesichert werden, wie das im Fernsehen gelegentlich gelingt. Das Gutachten zu den vom Messer im Körper hinterlassenen Spuren widerspreche dem von Mannichl geschilderten Hergang aber nicht, erklärte der Leiter der Sonderkommission, Gerhard Zintl, allerdings bestätige es die Darstellung des Opfers genausowenig.
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7. Februar 2009 von Holger Finn
Langsam wird es eng für den “Beinahe”-Mörder des Passauer Polizeipräsidenten Alois Mannichl. Nachdem es der 50-köpfigen Sonderkommission nch Angaben der SZ, die sie von der “tz” übernahm, die sie ihrerseits aus einer österreichischen Boulevardzeitung abgetippt hat, gelungen ist, über die Handydaten aller Verwandten und Bekannten des Opfers Bewegungsprofile zu erstellen, die die Anwesenheit von deren Mobiltelefonen am Tatort zum Tattag ausschließen, zieht sich die Schlinge um den mutmaßlichen Täter unaufhaltsam weiter zu.
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5. Februar 2009 von Holger Finn
Erst hatte er nur Sekundenbruchteile, die nicht einmal reichten, nach der “Schuhgröße des Täters” (Alois Mannichl) zu schauen. Dann fiel dem Passauer Polizeipräsidenten doch noch ein, dass er seinen Attentäter mit in der Brust steckendem Lebkuchenmesser bis auf die Straße hinaus verfolgt habe. Knapp zwei Monate nach dem Messeranschlag, der nach dem Willen von Bayerns Ministerpräsidenten Horst Seehofer eine “völlig neue Qualität rechtsextremistischer Gewalt” (Innenminister Hermann) markieren sollte, ist der Fall dennoch im Begriff, dem Vergessen anheimzufallen.
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