“Wie Arbeitgeber Gehälter schleifen”
Gruppe Die Linke: “Arbeitsmarkt = Sklavenmarkt” titelt seit heute morgen RE-Autor Rolf Ehlers. Seit dem vergangenen Wochenende setzen sich bereits die VZ-Diskutanten mit dem Thema “Schlecker” auseinander.
Gruppe Die Linke: “Arbeitsmarkt = Sklavenmarkt” titelt seit heute morgen RE-Autor Rolf Ehlers. Seit dem vergangenen Wochenende setzen sich bereits die VZ-Diskutanten mit dem Thema “Schlecker” auseinander.
Aufreger Schlecker: Die Falschheit in Politik und Medien schlägt immer tollere Purzelbäume. Jetzt regt sich alle Welt künstlich über das unsoziale Verhalten des Drogerieriesen Schlecker auf, der allein im letzten Jahr 1000 seiner engen kleinen Filialen schloss, die unbefristeten Arbeitsverträge mit den Mitarbeitern kündigte und parallel rund 300 neue Großdrogerien eröffnete, für die er sich saumäßig bezahlte, leicht kündbare Leih-Zeitarbeiter von seiner eigens hierfür gegründeten Zeitarbeitsfirma Meniar (”Menschen in Arbeit”) holte. Damit will Schlecker zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen. Zum einen will er im äußeren Image nicht mehr den weit großzügigeren Märkten seines Hauptkonkurrenten “DM” von Professor Werner hintan stehen. Er will auch wie die Konkurrenz mehr Bedienung bieten. Bisher war ja in seinen prall mit Waren gefüllten billigen kleinen Ladenschläuchen meist nur eine Frau an der Kasse zu sehen, die zugleich die Regale auffüllen und die Kunden beraten musste. All dies will Schlecker aber ohne großen Mehraufwand haben.
Gruppe Die Linke: Unter dem Thread-Titel “Schwarz-gelber Raubüberfall: Arbeitslose und Beitragszahler werden für Steuergeschenke an Reiche zu Kasse gebeten” diskutieren die StudiVZler über die Feiertage eine Meldung der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen.
Gruppe Die Linke: “Verbreite das Weihnachtsgefühl!”, tönt es vom Coca-Cola-Edelprofil auf StudiVZ. Ob lustige Motive für die eigene Präsenz oder passende “Weihnachtsgadgets”, der Konzern, der aktuell 7760 Sympathisanten hat, glitzert und funkelt quer durch das soziale Netzwerk - ganz zum Leidweisen einiger VZ-Nutzer.
Politik + Wirtschaft + Klimawandel
Vor einiger Zeit sah ich eine sehr interessante Reportage im Fernsehen. Die Sendung nannte sich “Das Leben ist Hartz” und handelte von der mangelhaften Implementierung der Hartz-IV-Gesetze und den zum Teil menschenverachtenden Konsequenzen der Gesetzgebung für die Menschen an der untersten Sprosse der sozialen Leiter. Zwei junge Frauen simulierten dabei unter anderem für eine Woche das Leben als Hartz-IV-Empfänger und gingen zum Beispiel einkaufen.
Politik + Wirtschaft + Kultur
Wie einige Medien (unter anderem DIE WELT) diese Woche berichteten, kam es bundesweit zu einer Serie von Razzien in Chinesischen Restaurants durch Polizei und Zoll. Mit der Aktion sollte gegen chinesische Menschenhändler vorgegangen werden, die ihre Angestellten wie rechtlose Sklaven halten. Doch auch hierzulande gelten insbesondere im Niedriglohnsektor kaum noch faire Spielregeln für Arbeitnehmer. Disziplinargespräche im Fall von Krankschreibungen, Lohnbetrug und Ausbeutung sind auch für deutsche Arbeitnehmer Alltag.
Workfare bedeutet Sozialfürsorge mit der Pflicht zur Gegenleistung. Mit dieser aus Amerika stammenden Idee möchten die Christdemokraten gemeinsam mit der FDP unseren Sozialstaat beenden.
Der französische Filmregisseur, Filmproduzent und Autor, Luc Bessons, hat eine beeindruckende kritische Dokumentation über den Zustand der Erde gedreht. Am 5. Juni, dem internationalen Umwelttag, stellte Bessons seinen Film “Home” vor, der auf YouTube in voller Länge unter www.youtube.com/homeproject abgerufen werden kann. Christine WichtHome ist weltweit zeitgleich in den Kinos und auf YouTube angelaufen, ein Novum in der Filmvermarktung. Film-Ausschnitte, Interviews und Blicke hinter die Kulissen des Filmdrehs sind unter www.youtube.com/homeproject zu sehen. Der 90-minütige Film entstand unter der Regie des Fotografen Yann Arthus-Bertrand, der sich mit folgenden Worten zum Dokumentationsfilm äußerte:
Über 300 Menschen verbrachten die Nächte zwischen Neujahr und dem 5. Januar in einem Zeltlager im Hibiya Park [en] in der Stadtmitte Tokios, genannt 年越し派遣村 [ja] (toshikoshi hakenmura oder wörtlich „Neujahrsdorf für Zeitarbeiter“). Die Menschen in Hakenmura waren Zeitarbeiter (派遣社員, haken shain): Japanische Männer und Frauen unterschiedlichsten Alters mit Arbeitserfahrung in verschiedenen Bereichen, denen die Zeitarbeitsverträge in den letzten Monaten gekündigt worden waren (es gibt Schätzungen, nach denen zwischen vergangenen Oktober und März dieses Jahres 85012 Zeitarbeiter gekündigt wurden und noch werden [en]), teils wegen der Weltwirtschaftskrise [en], und teils wegen der schlechten Organisation [en] des Rechtssystems, das für Zeitarbeit gilt [ja].
Margareth Gorges hat am 5.7.2008 im RE-Beitrag “Ideologische und herrschaftliche Hintergründe der “Ein-Euro-Jobs“” zusammen mit einer überzeugenden Rede gegen die erbarmungswürdige Ausnutzung von Arbeitslosen durch den 1-Euro-Job eine großartige Analyse von Christian Girschner über die Hartz IV - “Reformen” präsentiert.
Die Ein-Euro-Job-Ökonomie ist ein gigantisches Wohlfahrtsprogramm für die Beschäftigungsträger, privaten Arbeitsvermittler und für die finanziell ausgebluteten Kommunen, aber vor allem für die sozialen wie kulturellen Träger und Wohlfahrtskonzerne darstellt. Diese eignen sich die Arbeitsleistungen der Erwerbslosen kostenlos sowie die bundesstaatlich mitgesponserten „Verwaltungspauschalen“ für die Beschäftigung der Erwerbslosen gewinnbringend an.
Schon in den Siebziger Jahre dachte ich über die Emanzipation nach. Politisch schien mir das einfach zu lösen. Man könnte nur die Hausfrauenarbeit arbeitstechnisch berechnen und von Staats wegen entlohen. Hausfrauenarbeit hätte dann eine Bemessungsgrundlage gehabt, wie im Handwerk die Gewerke.
Mahmad Murod Safarov trinkt seinen Tee aus. Er spricht ein kurzes Gebet und streicht mit seinen Händen übers Gesicht und erhebt sich. Die übrigen Männer falten das Tuch, auf dem soeben noch Brot und Tee serviert wurden, zusammen und folgen dem achtundsechzigjährigen Sprengmeister zu jenem Felsen, der die Arbeiten an der Straße ins Jaghnob-Tal behindert. Seit über zehn Jahren bauen sie daran. Acht Männer und ein Bulldozer, der aus Zeiten stammt, als das unabhängige Tadschikistan noch nicht im Bruderkrieg um Macht und Geld versunken war. 24 Kilometer sind geschafft. Bis zum ersten Dorf, Tagi-Tschanor, sind es noch vier.
Manchmal ist es einfach vertrackt. Jeder weiß, dass viele Manager großer Firmen im In- und Ausland, die obwohl sie beileibe nicht immer Spitzenleistungen erbringen “Spitzenmanger” genannt werden, unverdient hohe Gehälter erhalten.