Politik + Kultur
25. Februar 2010 von Claus-Dieter Stille
Löste sich die Türkische Republik von den Ideen ihres Gründers Mustafa Kemal Atatürk, zerstörten die heute in Ankara Regierenden dessen Erbe - das Land verlöre ganz sicher nicht nur die neue Identität, welche die moderne Türkische Republik gerade Atatürk verdankt. Nachdem nicht nur das einst mächtige Osmanische Reich - der “kranke Mann am Bosporus”, zerfallen war - sondern auch noch das verbliebene “Rumpfland” durch die Westmächte aufgeteilt werden sollte. Was Atatürk und seine Mitkämpfer vereitelte und 1923 die Türkische Republik gründete. Noch heute, so diagnostizieren Psychologen (der Literaturnobelpreisträger Orhan Pamuk beschreibt die Symptome ebenfalls sehr gut), leiden die Türken - bewußt oder unbewußt - an der Schmach, die dem Zerfall des Osmanischen Reiches folgte. Schwer vorzustellen wie es um das Land stünde, ereignete sich heute ein ähnlich tiefer Einschnitt, einhergehend nicht nur mit dem Verlust von Persönlichkeit stiftenden Werten, sondern auch mit politischer Instabilität!
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Politik + Wirtschaft
6. Februar 2010 von Claus-Dieter Stille
Das von neoliberaler Wirtschaftspolitik hervorgebrachte Gespenst der Privatisierung von Staatsbetrieben ist längst auch in der Türkei ganz real und treibt dort seit ein paar Jahren sein Unwesen. Die türkische Regierung wurde überdies noch massiv vom IWF bedrängt, Privatisierungen staatlicher Unternehmen ohne Verzug voranzutreiben. Die Hauptverlierer derartiger Privatisierungen sind bekanntlich in der Regel stets die Beschäftigten der betroffenen Betriebe.
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Kultur
31. Januar 2010 von Art Bleiglass
Ein Blick durch mein Fenster, in der Woche vom 26. - 1. Februar 2009
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Politik + Vermischtes
9. Januar 2010 von Claus-Dieter Stille
Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) hat sich bei seinem Antrittsbesuch in der Türkischen Republik in die Tradition seines sozialdemokratischen Vorgängers im Amte, Frank Walter Steinmeier (SPD), gestellt. Offenbar ist Westerwelle entschlossen, die von Steinmeier und wiederum von dessen Vorgänger Joschka Fischer (Bündnis’90/Die Grünen) vorgezeichnete Linie auch bezüglich der deutschen Türkei-Politik bruchlos fortzusetzen. Das mag im Grunde auch gar nicht so verwunderlich sein: Schließlich sind geschlossene Verträge nun einmal einzuhalten. Natürlich hätte der gelbe Außenminister in Ankara auch etwas weniger poltern können. Gemeint ist die Kritik am EU-Beitrittskandidaten Türkei. Mit der Westerwelle freilich in der Sache durchaus nicht verkehrt lag. Klar, denn die Türkei hat zweifelsohne noch Defizite in Sachen Meinungsfreiheit und Rechtsstaatlichkeit. Guido Westerwelle als oberster deutscher Diplomat hätte freilich auch etwas diplomatischer agieren können. Dann hätte er vielleicht den türkischen Premier Recep Tayyip Erdogan (der seinerseits oft etwas zu impulsiv vorprescht) nicht leicht verärgert.
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Politik
13. März 2009 von Claus-Dieter Stille
Wer kennt nicht Pinocchio? Die Kinderbuchfigur des italienischen Autors Carlo Collodi. An sich ein putziges Persönchen – gemacht aus einem Holzscheit - welches durch seinen geistigen Vater Carlo Collodi zum Leben erweckt, erstmals 1881 in einer italienischen Wochenzeitung unter dem Titel “Le Avventure Di Pinocchio: Storia Di Un Burattino” (Abenteuer des Pinocchio: Geschichte eines Hampelmannes) in ersten kleinen Fortsetzungsgeschichten von sich reden machte. Diese wurden damals so populär, dass Collodi 1883 ein Buch daraus zu machen (”Die Abenteuer von Pinocchio”) beschloss.
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Politik + Kultur
29. Dezember 2008 von Claus-Dieter Stille
Zu Beginn des Jahres 2009 geschieht etwas wirklich Außergewöhnliches in der Türkei. Ja, für viele womöglich sogar etwas Erstaunliches. Diejenigen, welche es vielleicht geringschätzen, bzw. als bloßes politisches Manöver der Regierung Erdogan (die vor den kommenden Kommunalwahlen selbstredend auch im Osten der Türkei (im Kurdengebiet) auf Stimmenfang ist) abtun, was da in der Türkischen Republik am Januar 2009 von sich reden machen wird (und schon macht), wissen einfach nicht um die Bedeutung dessen. Wie neben anderen Medien auch die Istanbul Post (ein deutschprachiges Internet-Nachrichten-Magazin, welches nebenbei bemerkt im neuen Jahr zusätzlich mit einer türkisch-deutschen Papierausgabe starten will) kürzlich meldete, bekommt die TV-Kanal-Familie des staatlichen türkischen Fernsehens ein neues Mitglied: TRT 6.
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Blog
15. Februar 2008 von Redaktion Readers Edition
Unser geschätzter Autor Holger Finn hat uns heute gar kuriose Neuigkeiten zu vermelden. Die “Klimakatastrophe verlängert das Leben“, heißt es in seinem kleinen Beitrag zu den neuesten Erkenntnissen britischer Forscher. Eine moderate Klimaerwärmung wirke sich demnach positiv auf die menschliche Gesundheit und vor allem auf die Lebenserwartung günstig aus. Ob die Ergebnisse dieser Untersuchung so stehen gelassen werden können, das vermögen wir nicht zu beurteilen. Doch eine Sache wissen wir sicher, die derzeit in weiten Teilen Deutschlands strahlende Sonne hat positive Auswirkungen auf unser Wohlbefinden. Fast scheint es, als würden die Lebensgeister zurückkehren. Energie und Elan machen sich breit. Auch auf der Readers Edition tat das “Wetterhoch” in dieser Woche sein Übriges. Zeigte sich doch die Autorenschar wieder einmal äußerst kritisch und diskussionsfreudig…
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Kultur
14. Februar 2008 von Martin Sachse
Ein Kommentar zur Pressekonferenz und Buchpräsentation im Museum für Islamische Kunst, Berlin: “Paul und die Weltreligion – Islam“
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Politik + Kultur + Wissenschaft
von Felix Kubach
Eine Langzeitstudie der Uni Würzburg zeigt eine zunehmende Integrationsbereitschaft bei Jugendlichen türkischer Herkunft. Professor Heinz Reinders, Projektleiter der Studie, dazu im Interview auf Readers Edition: “Wir finden bei fast einem Drittel der Jugendlichen eine faktische beste Freundschaft zu einem deutschen Jugendlichen und dort spielen ethnische Grenzen weniger eine Rolle.”
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Politik
13. Februar 2008 von Winfried Ziegert
Mein Großvater Verus gab mir das Beispiel der Milde und Gelassenheit, schreibt Marc Aurel, römischer Kaiser von 161 bis 180 im ersten Buch seiner “Selbstbetrachtungen“. Die braucht man auch, will man sich nicht angesichts der manigfaltigen Ankagen und überschäumenden Empfindlichkeiten eines türkischen Teils der Bevölkerung treiben lassen. Gewiss, Schlimmes ist passiert und es gab neun Tote und dutzende Verletzte bei einem Großbrand in Ludwigshafen am Faschingssonntag, dies ist zu beklagen. Gleichzeitig aber hat sich ein Hass Bahn gebrochen, auf alles, was im Gastgeberland Deutschland passiert. Wohlgemerkt Gastgeber für die, die in Gedanken in ihrem Herkunftsland leben und vielleicht auch planen dorthin zurückzukehren und Einwanderungsland für die, die angekommen sind und gerne hier leben.
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Politik
10. Februar 2008 von Heinz-Peter Tjaden
Ein wenig klingt es immer noch nach “deutschem Wesen”: Nach der Brandkatastrophe von Ludwigshafen ist der türkische Ministerpräsident in Deutschland zu Gast und “Bild am Sonntag” titelt heute: “Türkei-Premier Erdogan provoziert die Deutschen”. Die Deutschen? Mich auch?
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Politik
25. Januar 2008 von Metin Demirkaya
Das Kopftuchverbot an Universitäten in der Türkei wird wohl bald fallen, so zumindest hoffen Abgeordnete der Regierungspartei, Partei für Gerechtigkeit und Entwicklung (AKP), von Ministerpräsident Erdogan und der oppositionellen Nationalen Aktionsparte (MHP). Beide Parteien sind sich darüber einig, dass das Kopftuchverbot an Universitäten fallen müsse.
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Blog
von Redaktion Readers Edition
Kennen Sie das auch? Sie stehen im Supermarkt. Vor Ihnen eine prall gefülltes Regal mit den buntesten und erlesensten Süßigkeiten und Sie können sich einfach nicht entscheiden, nach welchen sie zuerst greifen sollen? Im übertragenen Sinne, steht die Redaktion bei der Auswahl für das heutige BEST OF vor dem gleichen Dilemma. Einiges war los in den vergangenen Tagen. DJ Tommek fliegt aus dem Dschungelcamp, Tom Cruise und Scientolgy machen wieder von sich reden, das Unternehmen Nokia ist in aller Munde und Roland Kochs Wahlkampf avanciert zum Dauerbrenner auf der Readers Edition. Wo anfangen, wo bitteschön aufhören? Starten wie also einen kleinen Versuch, dessen Auswahl jeglicher Vollständigkeit entbehrt…
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Politik
von Murat Piskin
Der griechische Premierminister Karamanlis ist für drei Tage zu Gast im großen Nachbarland seines Staates, der Türkei. Damit gelingt Erdogan und Karamanlis das, was die Staatchefs der letzten 50 Jahre nicht geschafft haben: Trotz der vielen historischen und auch aktuellen Konflikte der beiden Nationen sitzt man zusammen an einem Tisch. Bedenkt man die vielen Konfliktherde der beiden Länder ist es umso erfreulicher, dass die Premiers den ersten Tag mit dem Ziel beendet haben, die Ägäis, das Meer welches die beiden Staaten trennt, zu einem “Meer des Friedens” zu transformieren.
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Politik
19. Januar 2008 von Murat Piskin
Gerade einmal 26 Jahre jung ist die noch aktuelle Verfassung der Türkei - und doch ist sich die liberal-konservative Regierung unter Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan sicher, sie ändern zu müssen. Jedoch sträuben sich sowohl die republikanischen Oppositionsparteien als auch große Teile des Volkes gegen jegliche Abwandlung der Verfassung und des Strafgesetzbuches, welche 1982 nach einem Militärputsch von Generälen diktiert wurden. Sie beinhalten einige kontroverse Artikel, welche vor allem auch von ausländischen Institutionen und Medien bemängelt werden, allen voran den berühmten Artikel 301, welcher es unter Strafe stellt, das “Türkentum” zu beleidigen. Auch soll das Gesetz, nachdem es verboten ist religiöse Symbole in öffentlichen Gebäuden zu tragen, verworfen werden. In Zukunft soll es für gläubige Muslima möglich sein, Schulen und Universitäten zu besuchen, ohne ihre Kopftücher ausziehen zu müssen.
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