Sport
30. Juni 2008 von David Hermann
Es war ja auch zu schön um wahr zu sein… Der Traum, den vierten EM-Titel nach Deutschland zu holen, zerplatzte in der 33. Minute. Super platziert und reingekickt von Torres. Heißt: Kein 1972, 80, 96 und 2008. Schade…
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Vermischtes
von Holger Finn
Nach Hegel ereignen sich alle Dinge in der Weltgeschichte zweimal, nach Marx einmal als Tragödie und einmal als Farce. Um zu beweisen, dass der große alte Talibanbart des Weltkommunismus manchmal rechter hat als mancher Altlinke heutzutage noch glaubt, organisierten DFB, ARD und ZDF gemeinsam mit allen anderen Fernseh- und Radiosendern der Republik zum Abschluss der Fußball-EM eine Dankeschön-Veranstaltung am Brandenburger Tor.
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Vermischtes
von Holger Finn
Zu viel Sommer, zu wenig Märchen. Was alle glauben, trifft nicht ein, weil das ja auch zu einfach wäre. Allerdings sind die White Stripes wirklich Europameister geworden: Vor dem Turnier war “Elephant”, das fünf Jahre alte Album mit dem Kurvenhit “Seven Nation Army”, auf Platz 709 der Amazon-Verkaufscharts notiert.
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Sport
von ascola
Nach dem verlorenen Endspiel suchte Jogi Löw im ARD-Interview mit Monika Lierhaus nach Erklärungen für die insgesamt deutlich schwächer als erwartet ausgefallene Leistung des deutschen Teams bei der EM. Ob es der hohe Druck gewesen sei, der bei einigen Spielern ausschlaggebend gewesen sei, ob andere Faktoren der Grund waren, dass man die Leistungen der Qualifikationsspiele nur stellenweise hatte wiederholen können, da mochte er sich so kurz nach dem Turnier noch nicht fest legen.
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Kultur
von Josef Bordat
Wenn mich in 20 Jahren jemand fragen wird, was mir von der EM 2008 in Erinnerung geblieben ist, dann werde ich antworten: Sportler, die sich nicht über den Erfolg der eigenen Mannschaft freuen können, weil sie zu sehr damit beschäftigt sind, die Trauer über die Niederlage des Gegners zu verarbeiten. Sportler, die hin- und hergerissen sind zwischen ihrer Heimat und dem Land, für das sie spielen oder umgekehrt. Sportler, die Soziologen als “Menschen mit Migrationshintergrund” bezeichnen, entweder weil sie der Generation nachfolgten, die einst ihre Heimat verließ, um in Mitteleuropa, vor allem in Deutschland, zu arbeiten, oder weil sie selbst im europäischen Ausland arbeiten – in Spanien, Italien, Großbritannien, Portugal.
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Kultur
29. Juni 2008 von Josef Bordat
Bilbao, Nordspanien. Eine Arbeitskollegin meiner Frau schenkt ihrem siebenjährigen Sohn das rote Auswärts-Trikot des DFB, ein Mitbringsel aus Deutschland. Der Kleine, der sich das weiße Heim-Trikot gewünscht hatte, ist sauer und weigert sich, das nicht ganz billige Textil anzuziehen. Auf die Frage, warum er das Trikot nicht mag, rot sei doch auch sehr schön, kommt die unmissverständliche Antwort: “Darin sehe ich ja aus wie die Spanier!”
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Sport
von Margareth Gorges
Es ist Sonntagnachmittag. Der dritte Tag ohne Fußball. Und keine NachDenkSeiten heute. Heute ist das Endspiel. Deutschland hat es mal wieder geschafft – wie auch immer. Ich verstehe gut den Frust der Nationen, die besseren Fußball spielen als wir und trotzdem ausgeschieden sind. Allen voran die Holländer, Kroaten und Portugiesen.
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Sport + Vermischtes
von Heinz-Peter Tjaden
Basken und Katalanen sträuben sich zwar weiter dagegen, dass die spanische Nationalhymne einen Text bekommt, aber eine tolle Fußballmannschaft haben sie während der Euro 2008 bei jedem Spiel auf den Rasen bekommen. Damit wäre wieder einmal bewiesen, dass Fußball etwas Verbindendes hat.
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Politik + Sport
von Andreas Lindinger
Wir schreiben den Juni des Jahres 2008 als sich inmitten der demokratischen und neutralen Staaten Österreich und Schweiz ein quasi diktatorischer Staat namens UEFA EURO 2008 eingenistet hat und unter Ausnutzung seiner bedingungslosen Allmacht seine Vorstellungen des globalisierten, kapitalistischen Fußballs in die weite Welt tragen will. Eine Vorstellung, die auf mehren Säulen aufgebaut ist und mit Fortschreiten des Turniers die Kohärenz der einzelnen strategischen Elemente immer präsenter werden ließ.
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Sport
27. Juni 2008 von Martin Betzwieser
Frankfurt am Main: Am Donnerstag nach dem denkwürdigen Halbfinalespiel Deutschland Türkei (3:2) war ich nach der Arbeit in meinem Lieblingsfreibad. Ich hatte ein Deutschland-T-Shirt an und hatte dort an diesem Nachmittag eine unangenehme Begegnung mit einer Gruppe türkischer Jugendlicher (neudeutsch: “eine Gruppe millieugeschädigter Jugendlicher mit Migrationshintergrund” – auf diese sprachlichen Stilblüten gehe ich später ein).
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Sport
von Holger Finn
Es muss irgendwann zwischendrin passiert sein. Plötzlich waren deutsche Fußballer nicht mehr deutsche Fußballer, sondern “unsere” Fußballer. Plötzlich trugen Reporter nicht mehr Hemd und Hose, sondern Hose und Nationalmannschaftstrikot, so als seien sie Teil der Mannschaft. Plötzlich hießen Trainer Jogi, plötzlich schrien jungen Frauen bei erzielten Treffern lauter als ihre Männer, plötzlich hatten ältere Damen deutsche Fahnen an ihren Fiat-Kleinwagen hängen.
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Politik
von andré marty
Die schönste Nebensache der Welt, gell. Kanzlerinnen sitzen wenn immer möglich im Stadion, oder in Brüssel vor der Glotze, auch wenn der EU-Rat tagt, grüssen artig Mannen, die sie kaum kennen (in Basel war’s der amtierende Schweizer Bundespräsident in zugegebener Maßen diskutabler violetter Kravatte); springen auf, jubeln.
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Sport
26. Juni 2008 von Julian Beck
Gedanken zum bevorstehenden EM-Finale
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Sport + Vermischtes
von perpetuummobile
Natürlich: Ehrlichkeit ist nicht gleich Offenheit. Wenn Jogi Löw sich in seinem vor fremden Blicken sicher geglaubten Kabüffchen ein Glas Wein gönnt und sich eine Stress-Fluppe anzündet, dann ist das für den grundschuligen Fußballfan bereits ein Anzeichen dafür, dass nicht alles so ist, wie es scheint.
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Politik
von Holger Finn
Ist das Volk im nationalen Taumel, weil elf junge Männer in kurzen Hosen von Sieg zu Sieg eilen, regiert es sich mit leichter Hand. Seit dem ersten Spiel bei der Europameisterschaft haben Bundesregierung und Parlament, die sonst um Visionen und Reformen einen großen Bogen machen, allerlei mutige Beschlüsse gefasst.
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