Heute, vor einem Jahr - KW29/2008
Ein Blick durch mein Fenster, in der Woche vom 14. - 20. Juli 2008
Ein Blick durch mein Fenster, in der Woche vom 14. - 20. Juli 2008
„May I help you“?, sagt der Herr und packt auch gleich zu. Packt den schweren Koffer der Dame und schleppt ihn zum Schalter. Madame, sichtlich und sprichwörtlich erleichtert, sagt: „Toda, are you Israeli?“ Der Herr lächelt – und schweigt.
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Riemer Brouwer (->Interview) und Jeha (->Interview) konnten mit ihren Aussagen bereits einen anderen, vielleicht nicht alltäglichen Blickwinkel auf die Situation im Libanon liefern. Nun durfte ich Bob von Bob´s blog interviewen, der kommentierend auf die vorangegangen Aussagen Bezug nimmt. Auch er blickt sorgenvoll in die Zukunft - nach der ersten Euphorie herrsche im Land vorrangig Apathie, so Bob, insbesondere unter der Jugend.
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Nachdem uns in der vergangenen Woche ein Blogger aus dem Libanon seine Sicht auf die gegenwärtigen Ereignisse dort schilderte, fasst nun ein weiterer seine Empfindungen in Worte: Jeha* von Jeha´s Nail. Schwer enttäuscht von politischen Fehlern der eigenen Führung sowie einer “westlichen Welt, die nicht über den nächsten Öl-Tanker hinaus denken kann”, sieht er die Zukunft seines Landes wenig rosig, ohne jedoch die Hoffnung auf den neu gewählten Präsidenten Suleiman ganz aufgeben zu wollen.
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In den letzten Wochen mussten wir den schlimmsten Gewaltausbruch im Libanon seit Ende des Bürgerkrieges 1990 erleben. Die anschließenden Verhandlungen zwischen Libanons politischen Führern in Doha lösten plötzlich die 18 monatige Blockade zwischen Regierung und Opposition. Am Sonntag dann wählte das Parlament einen neuen Präsidenten… Riemer Brouwer, Blogger aus Beirut, im Interview:
Als die Kämpfe im Stadtinnern von Beirut plötzlich offen eskalierten, war Andreas Wischnat, Student an der American University of Beirut (AUB), unfreiwillig live dabei. Seine Eindrücke schilderte er in einem schockierenden Erlebnisbericht “Notizen am Abgrund”. Mittlerweile hat sich die Lage etwas beruhigt und ich konnte ihn zur gegenwärtigen Situation in Beirut befragen.
Freitag, 9. Mai: Als wäre es Gottes Zorn, ist nun ein Sturm ausgebrochen. Aufgezogen aus dem Nichts. Es ist 2.20 Uhr morgens. Die ersten Blitze mit kurz darauf folgenden Donnerschlägen hielten wir noch für Explosionen. Wir wunderten uns nur, warum es derart hell aufleuchtete. Dann begann es zu regnen und mein erster Gedanke war es: welch Gnade Gottes. Wird der Irrsinn der Feuergefechte im Regen ein Ende finden?