Heute, vor einem Jahr - KW47/2008
Ein Blick durch mein Fenster, in der Woche vom 17. - 23. November 2008
Ein Blick durch mein Fenster, in der Woche vom 17. - 23. November 2008
Gudrun Harrer, das Geld sprudelt wieder einmal, die internationale Staatengemeinschaft beglückt Teile der Palästinenser mit Zusagen von 4.9 Milliarden Dollar. Zufrieden?
Nach den Wahlen in Israel herrscht in Europa Besorgnis über den dabei stattgefundenen Rechtsruck. Für den deutschen Journalisten und Nahost-Spezialisten Ulrich W. Sahm ist diese Sorge zum Teil unverständlich. Seiner Ansicht nach existieren weit dringlichere Problemfelder, so etwa die Teilung der Palästinenser oder die Aufrüstung von Hisbollah und Hamas durch Iran. Die Chancen zur Verwirklichung eines palästinensischen Staates beurteilt er im Interview so: “Keine israelische Regierung dürfte wohl jemals einem völlig souveränen palästinensischen Staat zustimmen, und so dürften die Palästinenser kaum zufrieden zu stellen sein.”
So, jetzt ist’s sie’s also tatsächlich. Nicht das, was sie eigentlich wollte. Aber immerhin, Nummer zwei ist ja für die zweite Wahl auch nicht schlecht.
In den USA ist ein Schwarzer zum Präsidenten gewählt worden - in Deutschland ein gebürtiger Türke zum Parteichef der Grünen. Barack Obama und Cem Özdemir haben gezeigt, dass es geht. Zuvor war eine weitere Bürde der politischen “No-Go’s” gefallen: Frauen in den mächtigsten Ämtern der Welt.
Im Schutz der beginnenden Europameisterschaft, die kaum Papier übrig ließ, dass sich mit Analysen der Situation vor den US-Präsidentschaftswahlen hätte bedrucken lassen, hat sie nun endlich den Ruf des deutschen Volkes nach einem neuen Führer Marke Kennedy erhört und das “Handtuch geworfen” (Badische Zeitung). Hillary Clinton, die sich ihren Mietvertrag für das Weiße Haus seinerzeit durch ihre besonnene Reaktion in der Lewinski-Zigarren-Affäre ihres Mannes Bill unterschrieben zu haben glaubte, wird nun doch nicht kandidieren, sondern ihrem Konkurrenten “Onkel Barack” (taz) Obama den Vortritt lassen.
Die Kommentatoren sind sich einig: Es war eine der besten Reden, die Hillary Clinton jemals gehalten hat. Am Samstagabend, 18:30 Uhr (MEZ), wurde die Senatorin im Washingtoner “National Building Museum” teils mit Buh-Rufen, aber vor allem mit viel Applaus empfangen. Viele Unterstützer warteten schon seit den frühen Morgenstunden auf diesen Moment.
Barack Obama hat sich nach den letzten Vorwahlen zur Nominierung des Präsidentschaftskandidaten der Vereinigten Staaten in Montana und South Dakota mit großen Worten zum Sieger dieser Wahlen erklärt. “… das Ende einer historischen Reise und den Beginn einer anderen - eine Reise, die neue und bessere Tage für Amerika bringen wird.” verkündete er in einer Rede vor seinen Anhängern in St. Paul (Minnesota). Damit geht für ihn ein Traum in Erfüllung, der vor 16 Monaten begonnen hat und der nach harten politischen Kämpfen mit seiner Rivalin Hillary Clinton jetzt mit der Aussicht, der erste afro-amerikanische Präsident der USA zu werden, gekrönt wurde.
Am vergangenen Dienstag wurde noch heftig spekuliert, angeheizt und dann wieder dementiert. Dann endlich sprach Hillary Clinton in New York vor ihren Anhängern und Unterstützern. Nach einem Aufgeben, so wie es gestern Gerüchte in den Medien andeuteten, sah dies allerdings nicht aus: “Wir sind bereit für die letzte Runde für das Weiße Haus”, erklärte sie in ihrer Rede entschieden. Die Nachricht “Clinton will Niederlage bei Vorwahlen eingestehen”, kann demnach erst einmal ad acta gelegt werden. Das Rennen zwischen den Demokraten Obama und Clinton wird also voraussichtlich erst im August beim Parteitag der Demokraten in Denver sein endgültiges Ende finden.
Nun endlich hat sich das Wahlkampfgewirr in den USA entheddert. Wie die “Welt” soeben in einer Eilmeldung bekannt gibt, wird sich Hillary Clinton im Vorwahlkampf der Demokraten um das Präsidentenamt heute abend geschlagen geben. So heißt es:
Klimaskeptiker von der Seite Grassfire.org haben genug davon, dass an Starkregen und Hagenschauern, Schnee und Wüste, Sonnenschein und Nachtfrost immer nur der Klimawandel schuld sein soll. Mit einer Petition gegen den “Klima-Alarmismus” von Al Gore, US-Präsident Bush und den drei Präsidentschaftsbewerbern McCain, Obama und Clinton wollen sie gegen verbindliche Klimaziele protestieren, die in ihren Augen nur Geld kosten. Die Initiatoren des “Klimaverschwendungstategs” sind der Meinung, dass immer noch nicht genügend wissenschaftliche Beweise dafür existieren, dass die von Menschen verursachte Klimaerwärmung katastrophale oder auch nur negative Folgen haben könne.
Noch sind nicht alle Stimmen bei den Vorwahlen zur Präsidentschaftskür der demokratischen Partei in den USA abgegeben und vor allem haben noch nicht alle sogenannten Super-Delegierten ihre Stimme abgegeben. Und nur aus dem Grund ist offiziell noch kein Sieger gekürt worden.
Der Wonnemonat Mai ist eingeläutet. Heerscharen von gut ausstaffierten Frauen und Männern – letztere aber wohl hauptsächlich – zogen durch die Lande, um den “Tag der Arbeit” beziehungsweise ihren Vatertag zu begehen. Doch während hie und da gefeiert wurde, war die Stimmung andernorts alles andere als friedlich. Auch auf der Readers Edition ging es am gestrigen Donnerstag äußerst rege zu – herzlichen Dank allen Autorinnen und Autoren. Damit aber nicht genug, denn eine ereignisreiche Woche liegt wieder einmal hinter uns…
Dass Wahlkämpfe auch selbstzerstörerisch sein können, haben in Deutschland die parteiinternen Duelle zwischen Lafontaine und Schröder, Strauß und Kohl oder Möllemann und Westerwelle hinlänglich bewiesen. Aber was wir zurzeit in den USA zwischen Hillary Clinton und Barack Obama erleben, übertrifft alles, was wir uns bisher vorstellen konnten.