Der Waltz geht weiter - in die Closed Zone
Fast hätte er den Oscar geholt, fast. Gereicht hat’s dann immerhin für den César als bestem ausländischem Film.
Fast hätte er den Oscar geholt, fast. Gereicht hat’s dann immerhin für den César als bestem ausländischem Film.
Manch ein Zeitgenosse fordert mehr Dialog im Nahen Osten. Dabei wird vergessen, dass es ganz entscheidend ist, wer den Dialog führt und über was.
Während die Friedensgespräche zwischen Israel und den Libanesen zeitweise wieder zum Erliegen gekommen sind, scheint israelische Musik dennoch beim libanesischen Volk nicht an Beliebtheit zu verlieren. Ein Beispiel hierfür sind die israelische transsexuelle Sängerin Aderet und DJ Dvir Halevi. Beide schafften es mit “Say no more” auf die Top-Plätze des libanesischen Radiosänders Beirut Nights, der seinen Zuhörern vor allem elektronische Musik anbietet. Die jetzt 32-jährige Aderet wuchs in einer religiösen Familie in Jerusalem auf. Während ihres Armeedienstes vor mehr als zehn Jahren vollzog sie eine Geschlechtsumwandlung.
„May I help you“?, sagt der Herr und packt auch gleich zu. Packt den schweren Koffer der Dame und schleppt ihn zum Schalter. Madame, sichtlich und sprichwörtlich erleichtert, sagt: „Toda, are you Israeli?“ Der Herr lächelt – und schweigt.
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Riemer Brouwer (->Interview) und Jeha (->Interview) konnten mit ihren Aussagen bereits einen anderen, vielleicht nicht alltäglichen Blickwinkel auf die Situation im Libanon liefern. Nun durfte ich Bob von Bob´s blog interviewen, der kommentierend auf die vorangegangen Aussagen Bezug nimmt. Auch er blickt sorgenvoll in die Zukunft - nach der ersten Euphorie herrsche im Land vorrangig Apathie, so Bob, insbesondere unter der Jugend.
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Nachdem uns in der vergangenen Woche ein Blogger aus dem Libanon seine Sicht auf die gegenwärtigen Ereignisse dort schilderte, fasst nun ein weiterer seine Empfindungen in Worte: Jeha* von Jeha´s Nail. Schwer enttäuscht von politischen Fehlern der eigenen Führung sowie einer “westlichen Welt, die nicht über den nächsten Öl-Tanker hinaus denken kann”, sieht er die Zukunft seines Landes wenig rosig, ohne jedoch die Hoffnung auf den neu gewählten Präsidenten Suleiman ganz aufgeben zu wollen.
Amos, bewegt sich was im Nahen Osten – oder sind die jüngsten indirekten Gespräche zwischen Israel und Syrien, aber auch die neue Einheitsregierung im Libanon keine wirklichen Veränderungen?
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In den letzten Wochen mussten wir den schlimmsten Gewaltausbruch im Libanon seit Ende des Bürgerkrieges 1990 erleben. Die anschließenden Verhandlungen zwischen Libanons politischen Führern in Doha lösten plötzlich die 18 monatige Blockade zwischen Regierung und Opposition. Am Sonntag dann wählte das Parlament einen neuen Präsidenten… Riemer Brouwer, Blogger aus Beirut, im Interview:
Die Welt schaut wieder mal hin. Genauer gesagt, ein bisschen. Und zwar auf den Libanon. Vor zwei Wochen noch war die Frage: Bürgerkrieg? Heute lautet die Frage: Jetzt alles paletti?
“Libanon steht kurz vor dem ‘point of no return’“, war diese Woche auf der Readers Edition zu lesen. Andreas Wischnat, Student an der American University of Beirut, gibt mit seiner Einschätzung wenig Anlass zur Hoffnung. Auch wenn sich die Lage mittlerweile wieder etwas beruhigt hat – Friede scheint noch lange nicht in Sicht. Seine bewegenden Schilderungen aus Beirut, die er uns am vergangenen Wochenende zukommen ließ, haben einen nachhaltigen Eindruck im fernen Deutschland hinterlassen. Denn während hierzulande nun wieder Grill und Würstchen ausgepackt werden, sieht es in anderen Teilen der Welt alles andere als rosig aus. Dass wir das jedoch nicht vergessen, dazu haben unsere engagierten Autoren in den letzten Tagen wieder eine ganze Menge beigetragen.
Als die Kämpfe im Stadtinnern von Beirut plötzlich offen eskalierten, war Andreas Wischnat, Student an der American University of Beirut (AUB), unfreiwillig live dabei. Seine Eindrücke schilderte er in einem schockierenden Erlebnisbericht “Notizen am Abgrund”. Mittlerweile hat sich die Lage etwas beruhigt und ich konnte ihn zur gegenwärtigen Situation in Beirut befragen.
Schreckliche Bilder erreichten uns die letzten Tage aus dem Libanon: Schüsse und Straßenkämpfe, 80 Tote, der Aufstand der Gotteskrieger zeigt ein anderes Gesicht des Libanon, dessen Situation durch Kriege mit Israel immer wieder dem Judenstaat in die Hände geschoben wurde. Nun kommt aber das wahre Gesicht eines Landes wieder ans Licht, welches von ethnischen und religiösen Unterschieden geprägt und immer wieder durch radikale Gruppierungen und dem großen Nachbarn Syrien politisch erschüttert wird.
Freitag, 9. Mai: Als wäre es Gottes Zorn, ist nun ein Sturm ausgebrochen. Aufgezogen aus dem Nichts. Es ist 2.20 Uhr morgens. Die ersten Blitze mit kurz darauf folgenden Donnerschlägen hielten wir noch für Explosionen. Wir wunderten uns nur, warum es derart hell aufleuchtete. Dann begann es zu regnen und mein erster Gedanke war es: welch Gnade Gottes. Wird der Irrsinn der Feuergefechte im Regen ein Ende finden?
Wegen Ihrer antisyrischen Haltung, die sie auch öffentlich in ihren Fernsehbeiträgen äußerte, wurde die libanesische Journalistin May Chidiac am 25. September 2005 zum Opfer eines perfiden Anschlags pro-syrischer Aktivisten. Nach mehr als 20 Operationen und einer Reha-Kur in Frankreich steht die Powerfrau nun wieder vor der Kamera.