Politik
13. Juni 2009 von Holger Finn
Er war der Mecki-Igel der SPD, ein gemütlicher Weintrinker, der antrat, die deutsche Sozialdemokratie weltmarktfähig zu machen. Kurt Beck, deutschen Kindern reiferen Alters auch als “Mecki” bekannt, scheiterte am Widerstand seiner engsten Vertrauten, das Trio Müntefering, Steinmeier und Steinbrück schoss den Provinzfürsten aus der Pfalz aus dem Hinterhalt und nannte es einen “freiwilligen Rücktritt”. Der Mecki-Igel, stachelig noch von Ferne, machte gute Miene zum miesen Spiel, er schwieg fein still und deutete höchstens an, was er täte, käme er noch einmal in die Situation, die deutschen Sozialdemokraten autokratisch anführen zu dürfen wie ein dicklicherer, bärtiger Franz Müntefering.
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Politik
11. September 2008 von Holger Finn
Mit dem Putsch an der SPD-Spitze ist es wie mit den Anschlägen auf die Twin Towers: Je mehr Zeit seit dem Sturz von Kurt “Mecki” Beck vergeht, desto unklarer wird, was wirklich geschah. Frank-Walter Steinmeier zum Beispiel, designierter Kanzlerkandidat der deutschen Sozialdemokratie, wusste ausweislich in einer von ihm verschickten Email bereits am Sonntagvormittag kurz vor zehn Uhr, das Kurt Beck zurücktreten wird. Ja, er wusste es nicht nur, er wusste auch, dass sich Beck zwei Stunden später vom versammelten Parteivorstand nicht würde umstimmen lassen.
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Politik
10. September 2008 von Sascha Schultz
Es ist nach einem Putsch allgemein gültig, wichtige Positionen in Verwaltungskorpora neuzubesetzen. Dies ist in der Nach-Beck-SPD gerade deutlich sichtbar. Man sollte sich dennoch hüten, durch ungeschickte Personalentscheidungen die Gräben zwischen neuen Machthabern und Entmachteten noch weiter aufzureißen.
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Politik + Web & Technik
23. August 2007 von Redaktion Readers Edition
Dass das Internet für viele Regierungen und Privatpersonen als Bedrohung aufgefasst wird, hat die Sperrung von Wordpress durch den türkischen Staat erst vor kurzem wieder deutlich gemacht. Ein solch radikaler Schritt schafft es bisweilen sogar in die Printmedien – dass viele Blogger und Internet User jedoch täglich verhaftet werden, weil sie oft nur des Gesetzbruchs verdächtigt werden, schafft selten den Schritt an eine größere Öffentlichkeit. Global Voices hat es sich zur Aufgabe gemacht, diese Nachrichten zu verbreiten – so auch heute.
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Politik + Vermischtes
12. Dezember 2006 von Malte Olschewski
Man hat mit genauer Adresse an die Offiziere der Armee ein Manifest verschickt, wonach die Regierung die Streitkräfte auflösen würde. Auf gestohlenem Briefpapier der “Unidad Popular” wurden den Haushalten Fragebogen zu gestellt, auf dem anzugeben war, welche Dinge man mit den Armen des Landes teilen wolle. Immer wieder kreuzten US-Kriegsschiffe vor den Küsten Chiles. Vor den Kasernen versammelten sich hysterische Hausfrauen und beschimpften die Offiziere als “Hühner”. Heute nach 36 Jahren ist es schwer zu erklären, warum die USA und ihre Befehlsempfänger in Chile derart viel Energie, Geld und auch Fantasie aufgebracht haben, um ein unliebsames Regime zu stürzten. Der Tod des früheren Diktators Augusto Pinochet war Anlass, dass Medien und Historiker, so etwa Jaime Etchepare in der Tageszeitung “El Sur”, bisher unbekannte Aspekte des Dramas zwischen 1970 und 1973 beleuchten.
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Politik
1. Oktober 2006 von Georg Erber
Der Rat für demokratische Reformen, der nach dem Militärputsch vom 19. September 2006 die Macht in Thailand übernommen hat, hat diese formell an einen von ihm ernannten Premierminister, Ex-General Surayud Chulanont, übergeben. Gleichzeitig wurde Premierminister Thaksin Shinawatra offiziell seines Amtes enthoben.
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Politik + Vermischtes
25. September 2006 von Georg Erber
Der Putsch des Militärs in Thailand, das den Ministerpräsidenten Thaksin Shinawatra kurzerhand während dessen Auslandsaufenthalt bei der UN in New York absetzte, zeigt erneut, dass Thailand an einer fragilen Demokratie leidet. Im „Land hinter dem Lächeln“, wie es mein Freund und langjähriger Thailand-Experte einmal genannt hat, geht es nicht nur vorrangig um den Militärputsch als solchem, sondern um grundlegende Probleme eines demokratischen Machtwechsels, der ohne Gewalt oder auch Intervention des Militärs mit/oder auch ohne Billigung des Königs stattfinden kann.
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Politik
20. September 2006 von Malte Olschewski
Mit Premier Thaksin Shinawatra hat das thailändische Militär ein ganzes System gestürzt, in dem sich ein Familienclan über Geld und Medien nahezu diktatorische Vollmachten anmaßen konnte. Im 20. Staatsstreich seit Einführung der konstitutionellen Monarchie 1932 hat Armeechef Sonthi Boonyaratglin Thaksins Reise zur UNO-Versammlung in New York zu einem unblutigen Umsturz genutzt. Thaksin und seine Familie sind auf getrennten Wegen in London eingetroffen. Seine engsten Vertrauten wurden in Bangkok verhaftet. Der kometenhafte Aufstieg des “Quadratschädels”, so der Spitzname Thaksins, hat nach fünf turbulenten Jahren ein schnelles Ende gefunden.
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