Die Rechte Welle
Er rollt an, der Stosstrupp der Verrohung. Der politischen Verrohung.
Er rollt an, der Stosstrupp der Verrohung. Der politischen Verrohung.
Am 18. März 2009 schrieb Holger Finn hier in der Readers Edition einen Artikel mit dem Titel “Geheime Kameraden“. In diesem wirft er die mehr als fragwürdige These auf, dass der Rechtsradikalismus das Ergebnis von Aufklärungsbemühungen zum Holocaust und der Erziehung von Jugendlichen zu Demokraten sind.
Olaf Sundermeyer arbeitet als freier Autor für die F.A.Z. und verschiedene Fernsehmagazine von WDR und RBB, komischerweise hat er auf npd-blog.info dessen ungeachtet einen bemerkenswerten Text geschrieben, der den von Urinstinkten und medialen Reflexen geprägten Umgang von Politik und Medien mit den “Kampf gegen rechts” (Angela Merkel) thematisiert.
Immer mehr Gewalt von Neonazis, immer mehr Schwachsinn in der Zeitung: Mitte vergangenen Jahres vermeldete der “Tagesspiegel” überraschend wie immer, dass “die Rechtsextremisten in Deutschland im ersten Halbjahr erheblich mehr Straftaten begangen” hätten “als bisher bekannt”. Die Polizei, so die harten Fakten, “registrierte von Januar bis Juni insgesamt 10.655 Delikte“, wusste der “Tagesspiegel” von der Linksfraktion im Bundestag, die es vom Bundesinnenministerium erfahren hatte.
Gilt das Rechts/Links-Schema immer noch? In den Augen Vieler ist das Schema, nach dem über mehr als 200 Jahre die politischen Spektren eingeteilt werden, überkommen. Auch wird oftmals Rechts/Links als ein Gleichgewicht gesehen, bei dem die etablierten Parteien die Mitte bilden. Ist es so wie die meisten von uns es von uns selbst kennen: Wir haben zwei Beine und zwei Arme - einen Linken und einen Rechten? Oder neigt der Mensch zur Symmetriebildung und macht gerne aus Gegensätzen einen Dualismus, der in Waage gehalten werden muss?
Seit dem 16. April 2008 finden in Kiel fast jeden Abend Angriffe auf linke Zentren und Wohnprojekte statt. Weder Polizei, noch NDR, noch die lokale Kieler Nachrichten berichten darüber. Vorangegangen waren diesen Angriffen Spray-Aktionen von Antifaschisten bei einem Haus in der Preetzer Straße, in dem einige bekannte gewaltätige Rechtsradikale eingezogen waren.
Eine Stadt kämpft um ihren Ruf, wehrt sich gegen neofaschistische Gruppen, die nicht von der Bildfläche verschwinden wollen und macht Schlagzeilen mit der öffentlichen Auszeichnung einer 18-Jährigen, die nach ihren Angaben am 3. November 2007 mit einem in die Hüfte geritzten Hakenkreuz dafür bezahlen musste, dass sie einem Aussiedlerkind zu Hilfe geeilt ist. Die Täter sind bis heute nicht ermittelt worden, die Chemnitzer Staatsanwaltschaft fand keine Zeugen des Überfalls und leitete gegen Rebecca K. ein Ermittlungsverfahren ein. Der Vorwurf: Vortäuschen einer Straftat.
“Es zeigt sich mit diesem Vorfall auch eine neue Qualität der Übergriffe in unserem Landkreis, in dem inzwischen auch Kinder angegriffen werden bzw. eine couragierte Jugendliche mit rechtsextremistischen Symbolen ‘gebrandmarkt’ wird. Die rechtsextremistische Gewaltbereitschaft im Landkreis ist nach wie vor hoch und verlangt nach einer demokratischen Auseinandersetzung auch in ‘ruhigen’ Zeiten. Im Jahr 2007 gab es im Landkreis bereits 66 uns bekannt gewordene rechtsextremistische Vorfälle”, heißt es auf den Internet-Seiten des Bündnisses für Menschenwürde im Landkreis Mittweida. Zu diesem Bündnis gehören 35 Vereine und Verbände, außerdem 59 Einzelpersonen.
Schon beim Durchlesen der traditionellen Wochenendtipps von Kollege Günther wurde eine Sache aufs Neue schmerzlich bewusst: Die Zeit scheint wieder einmal zu rasen. Gerade noch die Klänge der letzten Festivals des vergangenen Sommers im Ohr, schon können wir allerorts wieder ein fröhliches “Oh Tannenbaum” vernehmen – inklusive der dazugehörigen Ohrwurm-Garantie. Das subjektive Zeitempfinden soll sich ja mit den Jahren zu einem immer schneller werdenden Strudel entwickeln – so zumindest ein weiser Ausspruch einer nicht näher genannten Person aus dem direkten Umfeld einer Moderatorin. Doch um hier den Bogen mit dem Schweizer Schriftsteller und Verleger Emil Oesch zu nehmen, sei folgender Ausspruch zitiert: “Zeit haben heißt wissen, wofür man Zeit haben will und wofür nicht.” Mag sie also dahingleiten, wie auch immer sie will, ob schnell oder langsam, jetzt ist es zumindest an der Zeit, Ihnen, liebe Leser, einige ausgesuchte Beiträge der vergangenen Woche vorzustellen.
Wenn man diesen Vornamen schreibt, denkt man erst einmal, upps, hast dich verschrieben. Doch er heißt wirklich Geert mit zwei e. Nachname: Mackenroth. Seines Zeichens: Justizminister von Sachsen.