Heute, vor einem Jahr - KW48/2008
Ein Blick durch mein Fenster, in der Woche vom 24. - 30. November 2008
Ein Blick durch mein Fenster, in der Woche vom 24. - 30. November 2008
“Gary Graeme Jones sitzt im Bang Kwang Gefängnis. Das berüchtigte Bangkok Hilton. Viele Leute haben schon davon gehört, wissen aber nicht, welche Alpträume dieser Name hervorruft.”
Die vor Kurzem gestartete Website ilovethailand.org sorgt für viel Aufsehen im Internet. Thailands Premierminister Abhisit Vejjajiva gab bekannt, die Website sei dazu gedacht, das angeschlagene Image des Landes wiederherzustellen und das Land angesichts jüngster Unruhen zu vereinen. Die Kontroverse wurde durch eine Behauptung auf der Website über das “verlorene Territorium” Thailands ausgelöst — ein Gebiet, das heute zu Kambodscha gehört.
Die Entscheidung des thailändischen Verfassungsgerichts, dass sich die Regierungsparteien des Wahlbetrugs schuldig gemacht haben, hat das jähe Ende der jetzigen Regierung Somchai herbeigeführt. Der interims Ministerpräsident heißt Chavarat. Nun bleibt allerdings abzuwarten, wie sich die beiden unversöhnlich gegenüberstehenden Parteigruppierungen im kommenden Wahlkampf erneut aufstellen werden. Offenbar denkt die Parteiführung der PPP gar nicht daran den Kampf um die Macht aufzugeben.
Wirtschaft + Nachhaltigkeit + Social Media Blog
Reis ist in Südostasien und an vielen anderen Orten das Grundnahrungsmittel. Asia 2008 schreibt über den Wert des Reises in Indochina:
Dem Klimawandel widmet sich der Artikel von Juliana Rotich. Sie betrachtet zwei Blogs, einen aus Afrika und einen aus Denver; beide befassen sich mit den Auswirkungen des veränderten Klimas südlich der Sahara, insbesondere in Kenia.
Er schlurft durch die niedersächsische Kleinstadt, setzt mühsam Fuß vor Fuß, jeden Abend gegen 19 Uhr und die Wirtin in der Kneipe warnt ihre Gäste: “Dreht euch nicht um. Er kommt.” Es dauert, bis er auf dem Hocker sitzt, seine Brille baumelt an einer Kette vor seinem Bauch. “Ein Bier, dann verschwindest du wieder”, sagt die Wirtin. Er nickt. In dieser Kneipe mag ihn niemand.
Ein innovativ strukturiertes Dorf spendet Hoffnung für thailändische HIV- und AIDS-Waisen… Was haben der gefeierte Musicalstar Bruce Gaston, die Prinzessin von Thailand, BMW und eine deutsche Dokumentarfilmer-Mannschaft gemeinsam? Sie alle unterstützen Baan Gerda, ein neuartiges Waisenhaus für HIV-positive Kinder in Thailand. Karl Morsbach, der Gründer neuartigen Gesellschaft, hört das Wort Waisenhaus allerdings nicht gerne. Nach seinen Vorstellungen ist es eher eine konstruierte Gemeinschaft oder eine Organisation, die wie ein Dorf aufgestellt ist und in der die Kinder in einer liebevollen Umgebung leben können.
Politik + Wirtschaft + Vermischtes
Gestern kam es zu einer Serie von Bombenanschlägen, die sich auf verschiedene Stadtteile in Bangkok konzentrierten.[1] Nach aktuellen Meldungen sind dabei drei Menschen getötet und zwanzig verletzt worden. [2] Die Regierung sagte daraufhin alle öffentlichen Feierlichkeiten zum Jahreswechsel ab, um nicht weitere Opfer zu riskieren. Gleichzeitig haben die Regierungen von Australien, Neuseeland, Kanada und Großbritannien Reisewarnungen für Thailand ausgesprochen.[3]
Der Rat für demokratische Reformen, der nach dem Militärputsch vom 19. September 2006 die Macht in Thailand übernommen hat, hat diese formell an einen von ihm ernannten Premierminister, Ex-General Surayud Chulanont, übergeben. Gleichzeitig wurde Premierminister Thaksin Shinawatra offiziell seines Amtes enthoben.
Der Putsch des Militärs in Thailand, das den Ministerpräsidenten Thaksin Shinawatra kurzerhand während dessen Auslandsaufenthalt bei der UN in New York absetzte, zeigt erneut, dass Thailand an einer fragilen Demokratie leidet. Im „Land hinter dem Lächeln“, wie es mein Freund und langjähriger Thailand-Experte einmal genannt hat, geht es nicht nur vorrangig um den Militärputsch als solchem, sondern um grundlegende Probleme eines demokratischen Machtwechsels, der ohne Gewalt oder auch Intervention des Militärs mit/oder auch ohne Billigung des Königs stattfinden kann.
Mit Premier Thaksin Shinawatra hat das thailändische Militär ein ganzes System gestürzt, in dem sich ein Familienclan über Geld und Medien nahezu diktatorische Vollmachten anmaßen konnte. Im 20. Staatsstreich seit Einführung der konstitutionellen Monarchie 1932 hat Armeechef Sonthi Boonyaratglin Thaksins Reise zur UNO-Versammlung in New York zu einem unblutigen Umsturz genutzt. Thaksin und seine Familie sind auf getrennten Wegen in London eingetroffen. Seine engsten Vertrauten wurden in Bangkok verhaftet. Der kometenhafte Aufstieg des “Quadratschädels”, so der Spitzname Thaksins, hat nach fünf turbulenten Jahren ein schnelles Ende gefunden.
Bangkok. Thailand. Die Scheinwerfer zischen vorbei, die Tröten des Straßenverkehrs betäuben die Ohren, der staubige Fahrtwind nimmt den Atem, die Hände suchen Halt. Eingepfercht hinter dem Fahrer des kleinen Vehikels, dem Tuk Tuk, geht die rasende Fahrt durch das nächtliche Chaos. Ohne Anschnallgurt mit einer Handbreit Knautschzone presche ich die Verkehrsadern von Bangkok entlang. Es geht zum größten Gebäude der Metropole: dem Bangkok Tower.