Politik + Web & Technik
13. Juli 2008 von Veronica Khokhlova
Vor einer Woche explodierte eine selbstgebastelte Bombe voller Bolzen und Schrauben zwischen den tausenden Menschen, die sie für ein Nachtkonzert am Unabhängigkeitstag in der Nähe des 2. Weltkriegs-Monuments im Zentrum von Minsk versammelt hatten. Es war der 4. Juli um 0:30 Uhr. Etwa 54 Menschen wurden verletzt. Der belarussische Präsident Aleksandr Lukashenko war zwar nah an der Explosion, wurde aber nicht verletzt.
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Politik
10. Juni 2008 von alexander günther
Freie Medien gibt es in Belarus faktisch nicht, die freie Berichterstattung ist massiv behindert, einzig im Internet findet sich ein Forum für halbwegs freie Meinungsäußerung. Was bei der staatlichen Kontrolle der traditionellen Medien den westlichen Beobachter vielleicht ein wenig verwundern mag, ist, dass nicht nur der Inhalt sondern auch die Form zensiert wird. Fernsehen und Radio in Belarus nutzen ausschließlich die russische Sprache und dies aus gutem Grund.
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Politik
26. März 2008 von alexander günther
In Minsk sind bei Protesten der Opposition Dutzende Regimegegner festgenommen worden. Bis zu 2000 Menschen hatten gegen den autoritären weißrussischen Präsidenten Alexandr Lukaschenka demonstriert. Die weißrussische Polizei sprach von 500 Teilnehmern. Einige trugen die weiß-rote Landesflagge aus vorsowjetischen Zeiten und das blaue EU-Sternenbanner. Als der Zug einen nicht genehmigten Platz ansteuerte, griffen Spezialeinheiten der Polizei ein und schlugen mit Schlagstöcken auf Demonstranten ein.
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Politik
13. Februar 2008 von alexander günther
Es war verhältnismäßig still um das vergessene Land zwischen Polen und Russland geworden. Prognosen westlicher Beobachter, die des Autors eingerechnet, welche eine Krise Belarus‘ aufgrund wirtschaftlicher Komplikationen und den daraus resultierenden, einschneidenden sozialen Maßnahmen nahen sahen, traten bislang nicht ein. Noch einmal griff der große Bruder aus dem Osten ein und verhinderte das Schlimmste. Russland erklärte sich nicht nur dazu bereit, einen weiteren Staatskredit zu vergeben, sondern erhöhte ihn drastisch von 1,5 auf 3,5 Milliarden Dollar. Für Belarus waren diese Kredite dringend lebensnotwendig. Sie machen rund sieben Prozent der Ausgaben des Staatshaushalts für 2008 (24,4 Milliarden Dollar) aus und kommen in etwa dem “Fonds für Sozialfürsorge” gleich. Jenem Betrag also, den Lukaschenka braucht, um sein aus sowjetischen Zeiten hinübergerettetes Sozialsystem zu erhalten.
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Politik
2. Oktober 2007 von Martin Stahlke
Nicht sonderlich überraschend ist, dass dem belorussischen Präsident Lukaschenko, der ja gerne auch “letzter Diktator Europas” genannt wird, das Internet und die damit verbundene Möglichkeit unkontrollierter Opposition ein Dorn im Auge ist. Nun hat er beim Besuch der staatlichen Zeitung Sovietskaya Bielorussiya folgendes von sich gegeben, so erzählt Sami Ben Gharbia auf der Bürgerjournalismus Site GlobalVoices: “Es ist Zeit, die Anarchie im Netz zu stoppen. Wir können nicht zulassen, dass diese große technologische Errungenschaft der Menschheit in einen Informationsmüllhaufen gewandelt wird.”
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Politik + Wirtschaft
11. Mai 2007 von alexander günther
L’goty ist ein schwer zu übersetzender Begriff. Im Wörterbuch findet man hierfür Übersetzungen wie Vergünstigung oder Privileg. In der Praxis versteht man unter l’goty eine Vielzahl von Ermäßigungen und Rabatten, die der Staat für verschiedene sozial schwache Gruppen etabliert hat. Dieses kompliziert gestrickte System ist in weiten Teilen ein Erbe des sowjetischen Fürsorgestaats. L’goty sind für das Leben vieler sozial Benachteiliger in Belarus von existenzieller Bedeutung.
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Lokales + Vermischtes + Kultur
7. Mai 2007 von alexander günther
Als wir auf dem sparsam ausgeleuchteten Bahnsteig des Warschauer Hauptbahnhofs stehen und auf den einfahrenden Moskau-Express warten, der uns nach Minsk bringen soll, ist unsere erfolgreiche Weiterfahrt noch reichlich unsicher. Schließlich verfügen wir noch nicht über die obligatorische Reservierung für einen Bettplatz. Demzufolge bestürmen wir, kaum sind die Türen des Zuges geöffnet, die Schaffnerinnen mit unserer Frage nach freien Betten.
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Politik
5. Mai 2007 von Redaktion Readers Edition
Weißrussland, im deutschen Sprachraum und amtlich auch Belarus genannt, gehört in jedem Falle zu den weißesten Flecken Europas. Freie Assoziationen zu dem Nachbarland der EU unter Mitteleuropäern führen meist zu irritiertem Achselzucken, bestenfalls zu vagen Einschätzungen als „letzte Diktatur Europas“. Erinnerungen an zweifelhafte Wahlen und einen schnauzbärtigen Präsidenten werden wach. Doch dabei bleibt es in den meisten Fällen.
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Politik
28. März 2007 von alexander günther
Der Oktoberplatz in Minsk ist eine architektonische Katastrophe. Eine leere Platte, dominiert vom protzigen Palast der Republik und einem neoklassizistischen Sowjet-Tempel. Ein Gefühl von Bedeutungslosigkeit mag einen an solchen Plätzen ergreifen. Dennoch wurde ausgerechnet dieser Platz vor einem Jahr zum Symbol eines neuen Zusammengehörigkeitsgefühls.
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