Harry Rowohlt mit Ringelnatz in Recklinghausen: “Betonung ohne Schausaufen” – Extraordinär!

Joachim Ringelnatz’ VER-DICHTUNGEN des Lebens benötigen in Einzelfall Zeit zum Verstehen. Der großartige Harry Rowohlt las – lebte! – Ringelnatz gestern im Ruhrfestspielhaus in Recklinghausen. Ein Streichkonzert zwischen den Einzelnen Ringelnatz Kostproben bedurfte es nicht. Wie gewohnt steuerte Rowohlt eignen Pretiosen bei. Anekdoten und köstliche biografische Einsprengsel machten jedes Streichkonzert überflüssig.

BERLINALE: GANZ GROSSES KINO – Nachtzug nach Lissabon

Nach Tagen der Festival-Ödnis, nach vielen Filmen, die wollten aber nicht konnten, nach Mädchen auf Diät, Russen im Western, Goldsuchern in der Bärenfalle und Lesben, die der Falle auch nicht entrinnen konnten, nun ein Film, ein richtiger Film: Nachtzug nach Lissabon in der Regie von Bille August. Eigentlich hätte ein Film über ein Buch, das von einem Buch handelt, wenig Chancen auf Spannung und Leidenschaft haben dürfen. Literaturverfilmungen sind selten tauglich für das Massenphänomen Kino. Erst recht, wenn sie nach einem so reichen, vielfältigen und 500 Seiten starken Buch wie jenem “Nachtzug” von Pascal Mercier geschneidert werden. Doch Bille August und seinen Drehbuchautoren Greg Latter und Ulrich Herrmann ist ganz, ganz großes Erzähl-Kino gelungen.

Man redet über die Liebe und kriegt nicht genug!

Berlinale 2013: Die Liebe ist wieder in! „Before Midnight“ der Film des Tages!

Auf den ersten Film „Before Sunrise“ (1995 lernten sich der Amerikaner Jesse und die Französin Céline im Zug nach Wien kennen), folgte neun Jahre später „Before Sunset“ (2004 Die beiden verbrachten einen Tag in Paris zusammen und entdeckten dabei ihre Gefühle füreinander aufs Neue). Nun abermals neun Jahre später, trifft der Zuschauer Jesse (Ethan Hawke) und Céline (Julie Delpy) wieder. Sie sind tatsächlich als Paar zusammen geblieben, allerdings hat der Alltag sie eingeholt. Sie sind im Griechenland-Urlaub um festzustellen, ob sie sich trennen sollen oder nicht.

Im Wettbewerb ist der Chilenisch/Spanischer Film „Gloria“ bis jetzt Top Favorit

Berlinale: Gloria wird von der Presse gefeiert

Das ist die unglaubliche Geschichte von Gloria. Sie ist 58 Jahre alt und geschieden. Die Kinder sind aus dem Haus, doch so ganz allein will sie ihre Tage und Nächte nicht verbringen. Dem Alter und der Einsamkeit trotzend, tobt sie sich gern auf Single-Partys aus, immer wieder auf der Suche nach dem schnellen Glück, das jedoch regelmäßig von einem Gefühl der Enttäuschung und Leere abgelöst wird.

Der Unterschied zwischen Kopfsprung und Angst

Brandkatastrophe in Brasilien, französische Einheiten rückten auf Timbuktu vor – und auf der Bühne des Theaterdiscounter im ehemaligen Fernmeldeamt (Berlin-Ost) trägt der große Schmerz ein rotes Ballkleid. Er hört auf den Namen Gina. Mit einer Konfetti-Kanone schießt Gina auf die Kapitalismuskritik, die jedem anderen entgeht. Da sie nur in der Vorstellung existiert. Sozusagen im Kopf des Schmerzes.