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Foto-Guide

Wie gehe ich vor, um Fotos für Artikel zu verwenden? Wer ein paar grundsätzliche Regeln beachtet, hat das schnell im Griff. Die gibt es hier:

Allgemein

Fotos bereichern eine Meldung um ihren Nachrichtenwert. Sie sind kein schmückendes Element, sondern liefern dem Leser zusätzliche, visuelle Informationen zur Nachricht.

Nachrichtenbilder sind zeitgeschichtliche Dokumente. Sie dürfen keinerlei inhaltliche Veränderung oder Verfremdung durch digitale Retusche erfahren.

Urheberrecht & Bildquellen

Fotos sind grundsätzlich urheberrechtlich geschützt. Das gilt auch im World Wide Web. Bilder sind das Eigentum des entsprechenden Urhebers, ausschließlich er/sie kann über eine Verwendung bestimmen. Der schnelle Copy&Paste-Klick auf einer Webseite stellt eine Urheberrechtsverletzung (also einen Strafbestand) dar, wenn die Verwendungsrechte nicht mit dem Urheber des Fotos abgeklärt sind. Zudem müssen Fotos einen Urheberhinweis aufweisen. Bei jedem in der Readers Edition verwendeten Foto müssen die Nutzungsrechte einwandfrei geklärt und ein Vermerk der Quelle vorhanden sein.

Kommerzielle Fotos

Professionelle Fotografen leben von ihren Bildern und sind darauf angewiesen, mit dem Verkauf von Nutzungsrechten an ihren Fotos Geld zu verdienen. Viele von ihnen sind u.U. dennoch bereit, Material auch kostenfrei zur Verfügung zu stellen, wenn es um eine nichtkommerzielle, einmalige Nutzung geht. Fragen kostet nichts.

Nichtkommerzielle Fotos

Neben Profi-Fotografen und kommerziellen Agenturen stellen auch viele engagierte Amateure ihre Bilder ins Netz. Auch sie haben das ausschließliche Urheberrecht an ihren Fotos, auch hier gilt: Eine unerlaubte Nutzung ist eine Urheberrechtsverletzung. Da Amateure nicht auf eine kommerzielle Nutzung angewiesen sind, sind sie sehr häufig mit einer kostenfreien Nutzung und Weiterverbreitung ihrer Bilder einverstanden. Bekannte nichtkommerzielle Foto-Agenturen sind etwa Flickr, PixelQuelle oder stock.xchng. Bildmaterial aus diesen Quellen ist jedoch nicht grundsätzlich frei nutzbar, die Verwendungshinweise und Nutzungsbeschränkungen der einzelnen Urheber müssen genau beachtet werden. Selbstverständlich darf auch hier ein Urheberhinweis nicht fehlen. Die Urheber geben auf Nachfrage jedoch oft die Einverständnis zur kostenlosen Nutzung für Readers Edition. Hier gibt es grundsätzlich freie Bilder von Flickr, zu denen trotzdem ein Urheberhinweis mit dem Zusatz CC-Lizenz angegeben werden muss.

Public Domain

Unter bestimmten Umständen kann ein Bild als gemeinfrei (engl. public domain) gelten, dann unterliegt es keinem Urheberrecht und kann frei verwendet werden. Dies ist jedoch ein Ausnahmefall. Nähere Informationen dazu gibt es hier. Achtung: Bilder, die der sogenannten GNU-Lizenz unterliegen, sind zwar frei nutzbar, aber nicht public domain. Im Gegenteil nutzen sie gerade das für einen Urheber starke Recht des Copyleft, um eine bestimmte Form von Verbreitung zu garantieren. Es ist also zwingend erforderlich, einen entsprechenden Hinweis auf die Quelle zu plazieren.

Bildbearbeitung

Um ein Foto in einen Artikel einfügen zu können, muss es formatiert, häufig auch optimiert werden. Folgende Punkte müssen überprüft und evtl. angepasst werden:

  • Bildgröße des Originals
  • Bildausschnitt
  • Helligkeit
  • Schärfe
  • Komprimierung

Das kann mit einem Bildbearbeitungsprogramm wie Photoshop oder Paintshop, ebenso mit einem einfachen Foto-Editor wie etwa Windows Paint geschehen. Die im folgenden verwendeten Bilder sind dem Photoshop-Beispielordner entnommen. Wenn Ihnen kein Bildbearbeitungsprogramm zur Verfügung steht, dann können Sie ein Online-Programm wie zum Beispiel Snipshot nutzen. Auch mit dem frei verfügbaren Gimp kann man gut arbeiten.

Bildgröße des Originals

Nicht jedes Bild kann auf das in der Readers Edition verwendete Format 350×180-260 Pixel gebracht werden. Die Bildgröße der Ursprungsdatei darf nicht kleiner als 350×260 Pixel sein, um die erforderliche Bildqualität zu gewährleisten. Grundsätzlich sollte immer das größte verfügbare Bildformat einer Datei bearbeitet werden.

Falsch: Das Original hat eine Größe von 100×71 Pixel, wird es auf die erforderlichen 350×260 vergrößert, ist das Ergebnis verschwommen und pixelig, feine Details sind nicht vorhanden. Ein solches Bild kann nicht verwendet werden:

:adler_1a.jpg :adler_1b.jpg

Richtig: Die Ursprungsdatei ist mit 424×303 Pixel größer als das erforderliche Format 350×260 Pixel. Das Bild wird beim Freistellen also verkleinert. Das Ergebnis ist ebenso detailreich und scharf wie das Original - nur eben kleiner:

:adler_2a.jpg :adler_2b.jpg

Das Verkleinern eines Foto geschieht in Photoshop im Menü Bild –> Bildgröße. Dabei muss darauf geachtet werden, dass das originale Seitenverhältnis erhalten bleibt, sonst würde das Bild verzerrt dargestellt. Bequemer lässt sich die Bildgröße mit dem Freistellwerkzeug beschneiden.

Bildausschnitt

Um ein Foto auf das in der Readers Editition verwendete Querformat 350×260 Pixel zu beschneiden, muss aus der Ursprungsdatei häufig ein Bildausschnitt genommen werden. Dabei darf der gewählte Ausschnitt nicht zu einer Vergrößerung führen, sonst wird auch hier das Bild unbrauchbar.

Das Original ist ein Hochformat mit 424×640 Pixeln (1). Wählt man den grün eingezeichneten Ausschnitt, wird das Bild beim freistellen verkleinert (2) - die Qualität des Ergebnisses ist gut. Der rote Ausschnitt (3) führt zu einer Vergrößerung - das Ergebnis ist mangelhaft. Ein solcher Detail-Ausschnitt wäre nur bei einer Ursprungsdatei mit Druckauflösung (High Resolution) möglich:

:adler_3a.jpg (1)

:adler_3b.jpg (2) :adler_3c.jpg (3)

Helligkeit

Die Helligkeit eines Bildes definiert sich über den Tonwertumfang des Motivs. Im Tonwertdiagramm (in Photoshop: Menü Bild –> Einstellungen –> Tonwertkorrektur) wird die Verteilung der Tonwerte angezeigt. Im Idealfall sind dort alle Tonwerte von Schwarz (1) bis Weiß (3) vorhanden. Der mittlere Regler (2) definiert das Mittlere Grau, also die Gesamthelligkeit eines Motivs:

:hell_1.jpg

Das Bild unten ist offensichtlich zu dunkel. Ein Blick auf das Tonwertdiagramm zeigt, dass weder schwarze, noch weiße Bereiche vorhanden sind:

:hell_3.jpg

Durch verschieben der Dreiecksregler lässt sich der Tonwertumfang korrigieren, auch das Mittlere Grau kann angepasst werden. Das Ergebnis ist eine ausgwogene Helligkeitsverteilung im Motiv. Da der Tonwertumfang sehr stark vom Motiv abhängig ist, entscheidet letzlich der subjektive Eindruck über die idealen Einstellungen:

:hell_2.jpg

Schärfe

Ein freigestelltes Foto muss in der Regel geschärft werden, da eine Verkleinerung zu geringerer Kantenschärfe führt. Das Bild wirkt dadurch unscharf. Das beste Werkzeug hierfür ist nicht etwa der Filter Scharfzeichnen, sondern Unscharf maskieren (in Photoshop Filter –> Scharfzeichnungsfilter –> Unscharf maskieren). Ein Bild kann auch zu stark scharfgezeichnet werden. Bild (1) ist das ungeschärfte Original, Bild (2) ist deutlich schärfer, Bild (3) dagegen viel zu stark scharfgezeichnet. Das Ergebnis ist hier körnig, Kanten wirken überzeichnet und pixelig:

:scharf_3.jpg (1)

:scharf_1.jpg (2) :scharf_2.jpg (3)

Für das Scharfzeichnen von Web-Bildern hat sich folgende Grundeinstellung des Filters Unscharf maskieren bewährt:

Schwellenwert: 0 Stufen, Radius: 0,3-0,4 Pixel, Stärke: 150-350%. Per Vorschau muss das Ergebnis überprüft und die Stärke angepasst werden.

Komprimierung

Für Fotos im World Wide Web wird in der Regel das Grafikformat Jpeg verwendet. Dieses Format reduziert beim Speichern die Datengröße eines Bildes. Durch die Reduzierung gehen jedoch Bildinformationen verloren. Jpeg ist also ein verlustbehaftetes Format. Der Komprimierungsgrad lässt sich beim Speichern einstellen und hat nicht nur direkten Einfluss auf die Dateigröße, sondern auch auf die Bildqualität. Je kleiner eine Datei wird, desto schlechter wird die Bildqualität. Die folgenden Bilder haben alle das Format 350×260 Pixel:

Die Dateigröße von (1) beträgt 89,5 KB, hier wurde bei der Jpeg-Komprimierung die maximale Qualitätsstufe 100% gewählt. Für eine Website wäre diese Datei zu groß, die Ladezeiten im Browser viel zu lang.

:komp_1.jpg (1)

Datei (2) ist nur 16 KB groß, hier wurde mit Qualität 50% komprimiert. Beim genauen Vergleich mit (1) lassen sich Qualitätsverluste erkennen.

:komp_2.jpg (2)

Datei (3) hat nur noch 8,8 KB, hier wurde mit Qualität 0% komprimiert. Deutlich lässt sich erkennen, wie sich durch die Komprimierung hässliche Ränder (Jpeg-Artefakte) und Pixelflächen gebildet haben. Ein solches Bild ist nicht mehr verwendbar.

:komp_3.jpg (3)

Es gilt hier, ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Dateigröße und Bildqualität zu finden. Dabei empfiehlt sich, die entsprechende Export-Funktion des Bildbearbeitungsprogramms zu verwenden (in Photoshop: Datei –> Für Web speichern). Dort kann, im Gegensatz zur Funktion Speichern unter... in einer Vorschau die Bildqualität beurteilt werden. Auch die Qualität der Jpeg-Komprimierung ist stark vom Motiv abhängig. Im allgemeinen wird mit Qualitätsstufe 60% ein gutes Ergebnis erzielt. Die Bildqualität hat Vorrang vor der Dateigröße.

Ein im Jpeg-Format gespeichertes Bild kann nur noch begrenzt weiterbearbeitet werden. Bei jedem erneuten Speichern aus einem Bildbearbeitungsprogramm wird die Datei erneut komprimiert. Abhängig vom Komprimierungsgrad ist das Bild nach 2-3 mal Speichern nicht mehr zu gebrauchen.

 
bilder.txt · Zuletzt geändert: 2007/02/23 20:59
 
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